Königstein im Taunus

Uhu

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8.7.2020

Uhu wird immer mobiler

Das Uhu-Junge, das bislang noch auf der Burg im Innenhof lebte, scheint seinen Radius immer mehr zu vergrößern. Auf den städtischen Kameras war das junge Uhu in den vergangenen Tagen selten bis gar nicht mehr zu sehen. Deshalb konnten auch keine neuen Filme auf dem städtischen YouTube Kanal eingestellt werden. Die Stadt Königstein wird weiter beobachten, wie sich die Uhus verhalten, um dann mit den Fachleuten und dem Falkner zu entscheiden, wann der Burghof wieder frei gegeben werden kann. Aus dem niedlichen Jungtier ist ein stolzer Vogel geworden, der gut fliegen kann.


30.6.2020

Uhu „Quax“ war ein Mädchen

Todesursache Parasitenbefall

Der Königsteiner Uhu „Quax“, der letzte noch im Nest verbliebene Uhu, verstarb überraschend am 4. Juni, nachdem er nach einem Sturz und umfangreicher Untersuchung erfolgreich ins Nest zurückgesetzt worden war. Da beim Tod keine Anzeichen für eine spezifische Erkrankung erkennbar waren, gab die Stadt den Auftrag das Tier untersuchen zu lassen. Gestern kam die Analyse des Hessischen Landeslabors aus Gießen und es steht fest: Der kleine Uhu hatte eine Endoparasitose. Das bedeutet: Er war von Parasiten, besonders Maden und Würmern, befallen und konnte dadurch vermutlich zu wenig Nahrung aufnehmen. Ein anderes Geheimnis um den Uhu konnte auch gelüftet werden „Quax“ war ein Mädchen und nicht wie so viele vermuteten, ein männlicher Uhu. Der Größenunterschied könnte somit auch eine Folge des Parasitenbefalls gewesen sein.

Sein Geschwisterchen „Buddhine“ ist inzwischen zu einem stattlichen Vogel herangewachsen und lebt im Moment noch auf der Burg. Auf den Youtube-Kanal gibt es weiterhin schöne Einblicke in das Leben der artgeschützten Tiere.


25.6.2020

Das Uhu-Paar und seine Jungen

Die weltweit wohl beliebtesten Königsteiner

Ein Uhu-Paar hat Königstein weltbekannt gemacht. Seitdem auf der Königsteiner Burg das Uhu-Pärchen brütet und die Stadt „Uhu-TV“ auf YouTube startete, gab es auf dem städtischen You-Tube-Kanal eindrucksvolle 1. 620 549 Aufrufe aus aller Welt.

Bürgermeister Leonhard Helm: „Ich bin selbst großer Uhu Fan, aber an einen so großen Zuspruch habe ich nicht gedacht. Gibt man heute in einen Internet Browser das Wort „Uhu“ ein landet man direkt in Königstein im Taunus.“

Der städtische Kanal hat circa 2500 Abonnenten, die fast 40 Filme über die jungen Vögel sind sehr gefragt. Allein 15.900 Mal wurde der Abflug des ältesten Uhu-Kindes aus dem acht Meter hohen Nest in diesem Jahr bislang geschaut.

Noch immer erreichen die Uhus täglich tausende Zuschauer, auch wenn das Uhu-Live-TV längst abgeschaltet ist. Unter www.koenigstein.de gibt es weiterhin wunderbare, aktuelle Einblick in das Leben der Wildtiere, aufgenommen von den Kameras der Stadt. Mitarbeiter der Stadt stellen die aktuellen Highlights täglich in den Streaming-Dienst. Außerdem gibt es die glücklichen, spannenden und tragischen Momente der kleinen Uhu-Familie aus dem Jahr 2020. Es wird an die ersten Tage der niedlichen Jungvögel über die unglücklichen Stürze und Rettungsversuche des „Quax“ gennannten Uhus bis zu dessen traurigen Tod erinnert.

„Für den Standort sind die Uhus ein Glücksfall. Die Uhus lenken das Interesse auf die Stadt, machen neugierig auf Königstein. Einen besseren Werbe- und Sympathieträger als unsere Uhus kann Königstein nicht bekommen“, sagt auch der städtische Marketing-Fachmann und Wirtschaftsförderer Jörg Hormann.

Doch nicht nur die eindrucksvollen Zahlen zeigen, die große Beliebtheit der geschützten Eulen-Vögel. Mails, Geschenke und Dankesbriefe erreichen im Moment die Stadt. Aufmerksamkeit kommt aus den verschiedensten Regionen und Ländern. So schreibt ein Uhu-Fan per mail an die Stadt: „Ich möchte Sie unbedingt darauf hinweisen, dass Ihre Uhu-Cam auf einer amerikanischen Wildlife-Cams-Seite übertragen wird:

https://sportsmansparadiseonline.com/konigstein-eagle-owl-nest-cam/. Grüße kommen aus Spanien, den USA, sogar Asien und den verschiedensten Gegenden Deutschlands. Eine Frau aus Hessen hat ein Ölgemälde von den Uhu-Geschwistern „Quax“ und Buddhine“ gemalt. Eine andere Uhu-Freundin brachte einen geschnitzten Uhu im Baumstamm als Dankeschön vorbei, der jetzt im Fenster der Kur- und Stadtinformation zu sehen ist. Helm: „Die vielen positiven Rückmeldungen machen deutlich: der Uhu ist ein toller Botschafter für unser Kurstadt.“

Der Stadtverwaltung ist sehr bewusst, dass es kein leichtes Unterfangen ist, diese Wildtiere per Kamera rund um die Uhr beobachten zu lassen.

Helm: „Wir denken auch in unserer Freizeit ständig nach über neue Konzepte, lassen uns immer wieder von Fachleuten beraten, wie weit wir in das Leben der geschützten Vögel eingreifen dürfen oder nicht. Dass es, wie in diesem Jahr zu traurigen Ereignissen kommen kann, ist uns sehr bewusst. Trotzdem sagen selbst Laien und Ornithologen, dass so ein unverfälschter Live-Einblick rund um die Uhr ein einmaliges Erlebnis für alle Zuschauer ist und für die Forscher wertvolles Material über das Leben der scheuen Tiere liefert.“

Es gab sogar die Möglichkeit den Uhu live auf der Königsteiner Burg zu besuchen, doch da machte die Covid19 Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Helm: „Deshalb können wir auch nicht definitiv sagen, dass mehr Besucher auf der Burg gab.“

Der Bürgermeister plant, dass sich in Königstein Fachleute möglicherweise bei einem Symposium noch stärker mit dem Uhu und anderen Wildtier-Live-Kameras auseinandersetzen und die Bedingungen hierfür beraten. „Und da Uhus immer gerne an einen guten Nistplatz zurück kehren, haben wir gute Chancen das Paar auch im kommenden Jahr zu Gast zu haben“, so der Bürgermeister.


8.6.2020

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, liebe Uhu-Fans,

mit diesen Bildern wird es Zeit, sich von unserem Live-Kanal hier auf YouTube zu verabschieden. Sie waren ein tolles Publikum, und man könnte meinen, unsere Stars, die Uhus haben das genauso gesehen. Ihre „Abschiedvorstellungen“ zeigten uns einen neuen Einblick in das Leben junger Uhus und ihrer Eltern. Aber es wird für uns Zeit, loszulassen. Ab Mitternacht werden wir die Kameras nicht mehr nachsteuern, und morgen, 9 Uhr, werden wir den Kanal abschalten.

Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr wieder eine solche Liveübertragung einrichten können. Und ich hoffe vor allem, dass uns im kommenden Jahr die tragischen Verluste dieses Jahres erspart bleiben. Wir alle haben mit den Uhus Freude und Leid erlebt, und jeder Einzelne ist uns ans Herz gewachsen. Vergessen wir sie nicht, und vergessen wir nicht, wie fragil die Balance der Natur ist, die sie zum Leben brauchen.

Ich danke allen aktiven Teilnehmern, allen voran unserem Techniker und Kameramann, unserer Moderatorin NicBit, unserm Falkner Christian Wick und unserer Biologin, Birte Sterf sowie den vielen Mitarbeitern unserer Stadt, die sich für das Projekt fast rund um die Uhr eingesetzt haben. Ich bin stolz auf sie. Ich danke aber auch den Teilnehmern der Diskussion, die diszipliniert und unermüdlich miteinander diskutiert, Informationen geteilt und mitgefiebert haben.

Bis zum nächsten Jahr

Ihr Leonhard Helm


Seit einiger Zeit gibt es das beliebte Uhu-TV mit Live Chat bei YouTube über die Homepage der Stadt Königstein. Die Stadt schaltet sich bewusst nicht moderierend in den Chat ein, es ist ein Kanal in dem sich die Uhu-Beobachter austauschen können. Wir bitten alle Chat Teilnehmer, sich an die gängigen Regeln zu halten. Freundlicher Umgangston, gegenseitige Wertschätzung und die Einhaltung der "Netiquette" im Chat sollte selbstverständlich sein. Sollten sich Teilnehmer nicht an die Regeln halten und strafrechtlich relevante Äußerungen, wie Diskriminierungen, sexistische oder rassisctische Äußerungen tätigen, müssen sie mit einer Sperre und gegebenenfalls einer Anzeige rechnen.

Falls Sie Fragen zu den Uhus haben, können Sie die Mail-Adresse nutzen. Die Stadt Königstein hat Kontakte zur Unteren Naturschutzbehörde, kennt Uhu-Experten der Region und hält Kontakt zu verschiedenen Institutionen, darunter die staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland Pfalz und Saarland. Auf dieser Homepage gibt es kontinuierlich Informationen zu den Uhus. 

Einer unser regionalen Partner ist der Falkenhof Großer Feldberg. Als eingetragene Aufzucht- und Pflegestation erhält der Falkenhof zwar partiell Unterstützung bei der Aufnahme und Pflege von Wildvögeln, kann jedoch die Kosten eines Falkenhofes nur mit Hilfe der Besuchereinnahmen decken. Diese sind im Zuge der Corona-Pandemie weggefallen. Wer den Falkenhof Großer Feldberg in dieser Zeit unterstützen möchte, kann dem Aufruf des Falkners Christian Wick folgen und eine Spende leisten:

Falkenhof Christian Wick, IBAN DE90 5019 0000 6401 4168 01, BIC FFVBDEFF, Stichwort: Spende, oder                                        PayPal:


Linktipp: Uhu-Nachwuchs in Königstein
Schon im zweiten Jahr in Folge zieht ein Uhu-Paar seine drei Küken in den alten Gemäuern der Burg Königstein groß.
https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/maintower/sendungen/uhu-nachwuchs-in-koenigstein,video-118906.html
(Beitrag von hr-fernsehen.de)


4.6.2020

Uhu „Quax“ verstorben

Bürgermeister Helm dankbar für die schönen Einblicke in die Welt der Uhus

Ein trauriger Tag für die Fans der Königsteiner Burg-Uhus. Der kleine Uhu, der zuletzt noch im Nest verblieben war, ist aus noch nicht geklärten Umständen am 3. Juni verstorben. Tausende Zuschauer aus aller Welt verfolgten die Uhu-Eltern und ihre Brut in der Nische des Burghofes täglich über die Webcam im Uhu-TV.

Bürgermeister Leonhard Helm sagt: „Der überraschende Tod des Jungtieres macht traurig. „Quax“, wie ihn die Zuschauer genannt haben, hat uns in den letzten Wochen gerade in der Corona-Pandemie immer wieder Freude und letztlich auch Mut gemacht. Er brachte uns zum Lachen, oder an den Rand der Verzweiflung, etwa, als er mehrfach aus dem Nest fiel und gerettet werden musste. Ihn und sein Geschwisterkind zu beobachten, wie sie miteinander die Zeit im Nest verbrachten, oder wie das größere Junge unter den Augen des Geschwisterchens das Nest verließ, brachte uns spannende Einblicke in das Leben dieser wunderbaren Eulenvögel.“

Am 19. Februar 2020 schaltete die Stadt Königstein das Uhu-TV, auf dem täglich rund um die Uhr das Nest live zu sehen war. An diesem Tag war das erste Ei zu sehen. Seitdem fiebern im Live-Chat mitlerweile über 2000 feste Zuschauer mit, was im Leben der Uhus passierte. 2280 Abonnenten hat der YouTube-Kanal der Stadt Königstein mit den Uhus an Pfingsten erreicht.

Am 26. März schlüpfte das erste von insgesamt drei Uhu-Jungen. Uhu-Expertin und städtische Biologin Birte Sterf: „Drei Uhus sind ungewöhnlich für eine Brut. In einem Artengutachten von der staatlichen Vogelschutzwarte heißt es, dass Zweier-Bruten überwiegen.“

Am 30. März war das Königsteiner Trio komplett. Die kleinen Uhus wurden zuverlässig von den Eltern versorgt, entwickelten sich gut. Sie wurde allerdings auch immer mobiler. Dann kam die erste traurige Nachricht aus dem Uhu-Nest: In der Nacht zum Ostersonntag fielen die beiden jüngeren Nestling aus dem Nest. Der Kleine überlebte den tragischen Sturz nicht, der andere Vogel wurde vom Falkner Christian Wick vom Falkenhof auf dem Feldberg untersucht und wieder ins Nest gesetzt. Doch nur kurze Zeit später stürzte er wieder ab. Zum Glück hatte die Stadt mittlerweile Stroh unter das Nest gelegt, der Bruchpilot überlebte. Bürgermeister Helm konnte das Tier zum Falkner bringen, der es in seine Obhut nahm. Von den Uhu-Freunden im Live-Chat wurde dieser Jungvogel dann „Quax“ getauft, nach der deutschen Komödie „Quax der Bruchpilot“ mit Heinz Rühmann.

Bürgermeister Leonhard Helm, der die ganze Zeit über das Leben im Uhu Nest verfolgte und immer hilfreich zur Stelle war, konnte nach ein paar Tagen Entwarnung geben. „Quax“ war in einer Tierklinik untersucht worden und es ging ihm gut. Der Bruchpilot konnte sogar mit Hilfe des Falkners ins Nest zu seinem Geschwisterchen und der Mutter ins Nest zurückkehren.“

Helm: „Dort wo es notwendig war haben wir in Zusammenarbeit mit dem Falkner und der Unteren Naturschutzbehörde eingegriffen. Doch heute sehen wir,  wie fragil die Natur ist, wie selbst das Leben eines Uhus, sicherlich einer der stärksten Vögel, der kaum natürliche Feinde hat, oft an einem seidenen Faden hängt und wir Menschen nicht alles beeinflussen konnten.“

Woran der Uhu „Quax“ gestorben ist, soll noch untersucht werden. Ob der Einbruch von drei jungen Männern auf der Burg an Pfingsten das fragile Gleichgewicht der Natur aus dem Lot gebracht hat oder ob ein verfüttertes Beutetier die Todesursache ist, kann erst dann geklärt werden.

Dem älteren Uhu, von den Zuschauern „Buddhine“ getauft, der am 26.5 erfolgreich das Nest verlassen hat und aus dem Nest geflogen ist, geht es gut. Er hält sich vermutlich noch in der Nähe oder auf der Burg auf. Deshalb bleibt der Burghof vorerst gesperrt und auch Hunde sind weiterhin nicht erlaubt. Der Live-Chat bleibt noch bis Montag geschaltet, um zu sehen ob es noch Aktivitäten des flüggen Uhus und den Eltern gibt.

Helm appelliert zum Schluss: „Ich bin dankbar dafür, dass wir Anteil haben durfte an diesem Tierleben. Versuchen wir, für unser Kinder und Kindeskinder solche Momente und in der Natur hierfür Lebensräume zu erhalten. Helfen Sie mit, unsere Natur zu bewahren!“

 

26.5.2020

Erster Uhu ausgeflogen

Die kleinen Uhus werden flügge. Heute um 7 Uhr und 9 Minuten verließ das erste, größere Uhu-Junge das Nest in der Nische auf der Königsteiner Burg. Birte Sterf, Biologin und Uhu-Expertin der Stadt, hatte das Verlassen des Nestes schon seit einigen Tagen erwartet. Sterf: „Der junge Uhu trainierte schon seit Tagen seine Flügel. Es ist für sein Alter sehr gut geflogen. Alles läuft gut.“

Die Uhu Eltern kümmern sich weiterhin um beide Uhus. Zum kleinen Uhu kommt die Mutter weiterhin ins Nest. Der ausgeflogene Jung-Uhu macht mit Rufen auf sich aufmerksam und wird gefüttert. Er hält sich versteckt im Innenhof auf.

Die Stadt konnte mit einer weiteren Kamera Aufnahmen vom Innenhof machen, die als Film eingestellt wurden.

Die Burgwärter werden auf ihren Rundgängen verstärkt auf den Uhu, der jetzt immer mehr Flugversuche machen wird, achten.

Besucher sollten besonders rücksichtvoll sein, auch wenn der Uhu im Innenhof gut geschützt ist. Im Moment dürfen wegen des Uhus keine Hunde auf die Burg.

Abflug Sicht Kamera 1 26.05.2020 https://youtu.be/iwiubb7b7Yc
Abflug Sicht Kamera 2 26.05.2020 https://youtu.be/Jfpqb_J64E8


29.4.2020

In der freier Wildbahn nicht ungewöhnlich: Uhu-Kinder lange Zeit alleine im Nest

Falkner Christian Wick und die städtische Biologin Birte Sterf arbeiten eng zusammen und beobachten beide das Geschehen im Königsteiner Uhu Nest. Ihnen ist klar, die Königsteiner Uhus sind Wildtiere und die haben eigene Instinkte.  Menschliche Eingriffe sind nur im wirklichen Notfall, wie beim Absturz der Jungen, nötig. Sonst sollten die Tiere möglichst sich selbst und ihrer Natur überlassen bleiben. Als die Uhu Mutter für sehr lange Zeit verschwunden war und sich beide Eltern nicht im Nest blicken ließen, waren viele Uhu-Freunde besorgt. Doch das sei in der freien Wildbahn nicht unüblich, so der erfahrene Falkner. Und tatsächlich - die Uhu-Mutter brachte nach ihrer Abwesenheit reichlich Futter für die beiden Jungen. Das Nahrungsangebot um die Burg ist im Moment reichhaltig und die Uhu-Eltern brüten schon zum zweiten Mal. Sie füttern so, wie es bruterfahrene Uhus für nötig halten.



23.04.2020

Tolle Aktion von Falkner Christian Wick: Die Uhu-Geschwister sind wieder zusammen im Nest mit der Mutter

Uhus, wie alle anderen Wildtiere auch, werden am besten von elterlichen Artgenossen aufgezogen. Die Versorgung durch Menschen kann immer nur eine Notlösung sein. Deshalb beschloss der erfahrene Falkner Christian Wick vom Falkenhof auf dem Feldberg, bei dem der kleine Königsteiner Bruchpilot seit Ostern aufgepäppelt wurde, das Junge wieder zu seiner Mutter und dem Geschwisterchen ins Nest zu setzten. Gestern Abend war es soweit: Zusammen mit Bürgermeister Leonhard Helm und Biologin Birte Sterf brachte Falkner Wick den jungen Uhu, der sich von seinem Sturz gut erholt hatte, zurück auf die Burg.

Während Helm und Sterf das Geschehen abseits beobachteten, brachte Wick erst ein Brett zur Sicherung des Nestes an, setzte anschließend den jungen Uhu zu seinem Geschwisterchen. Das schaute kurz, akzeptierte das andere Junge aber ohne Probleme. Auch der Vater sah weder den Falkner noch das Junge als Bedrohung an. Die Uhu-Mutter brauchte einige Zeit, bis sie nach der ganzen Aufregung wieder zurück ins Nest flog. Sie schaute eine Weile zwischen den Uhu Jungen hin und her, akzeptierte aber den eingesetzten Uhu. Er zupfte an ihren Federn und sie fütterte ihn.  

Helm: "Ich bin sehr erleichtert und froh, dass die Mutter das Junge angenommen hat. Das ist nicht selbstverständlich. Doch unsere Experten waren sich einig, dass das der besten Weg für das Uhu-Junge sei." Biologin Sterf: "Die Stadt arbeitet auch diesmal natürlich mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammen. Die sind bei den Uhus immer mit im Boot." 

Mit gutem Gewissen konnte die Stadt die Kamera wieder freischalten, sobald gewährliestet war, dass das Junge angenommen und gefüttert wurde.


22.04.2020, 17 Uhr:

Die Stadt Königstein muss allen Uhu-Freunden bedauerlicher Weise mitteilen, dass die Uhu-Webcam aus technischen Gründen ab heute bei auf weiteres abgeschaltet ist. Sobald es wieder möglich ist, meldet sich das Uhu-TV zurück.

15.04.2020, 15:00 Uhr:

Unser Bruchpilot konnte die Klinik verlassen und ist nun bei dem Falkner Christian Wick. Dort wird das Jungtier nun aufgepeppelt und kann sich normal entwickeln. Das Jungtier ist gesund und gewöhnt sich nun an das neue zu Hause. Leider ist es im Moment nicht möglich, das Jungtier zu sehen oder zu besuchen. Gerne schauen wir in ein paar Tagen nach dem Jungtier und liefern Bilder oder sogar ein kleines Video.


13.04.2020, 18:00 Uhr:

Info aus der Tierklinik: Dem kleinen Bruchpilotgeht es gut. Keine inneren Verletzungen und auch keine Knochenbrüche konnten bei ihm festgestellt werden, lediglich ein paar blaue Flecken und Prellungen. Er wurde umfassend untersucht und dabei auch geröntgt. Momentan befindet er sich noch in der Klinik, wird aber morgen vom Falkner abgeholt und dann sein Quartier auf dem Feldberg beziehen. Hier ein Video des Bruchpiloten. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auch in unserer Pressemitteilung.


13.04.2020:
Am frühen Morgen ist das bereits schon mal gefallene Küken erneut aus dem Nest gerutscht (5:11). Diesmal landete es etwas sanfter auf dem vorher ausgelegten Stroh. Bürgermeister Helm sicherte es und verständigte den Falkner. Dieser nahm es in Obhut und berichtete später, dass der Unglücksvogel kräftig gefressen habe, was ein gutes Zeichen sei. Jetzt ist also nur noch ein Jungvogel im Nest und die gesamte „Uhu-Gemeinde“ hofft inständig, dass er auch genau dort bleibt, bis es an der Zeit ist.

12.04.2020:
In der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag fielen das jüngste und ein weiteres Küken während des Fressens aus dem Nest. Der kleinste Jungvogel überlebte den Sturz leider nicht. Der andere kleine Uhu wurde vom Falkner untersucht und wirkte zunächst unverletzt. Er wurde wieder zurück ins Nest gesetzt. Nach einer mehrstündigen Abwesenheit fliegt die Uhumutter das Nest wieder an und versorgt ihre inzwischen leider nur noch zwei Vogelkinder. Der Gesundheitszustand des gefallenen Jungvogels wird von Fachleuten beobachtet und von ihnen beurteilt.


7. April: Warum ist in der Burgmauer diese Nische?

Die jungen Uhus wachsen und werden fleißig gefüttert. In der Königsteiner Burg, die ja im Moment leider für Besucher geschlossen ist, fühlen sich die Uhus schon das zweite Jahr wohl. Sie haben sich eine Nische ausgesucht, die in die Wand eingelassen ist. "Welche Funktion hatte diese Nische?", fragen sich heute viele Uhu-Freunde.

Dr. Gerd Strickhausen, der für die Stadt Königstein ein Burgpflegewerk erarbeitet, kennt die Lösung: "Die Nische ist das Überbleibsel eines sogenannten Hinterladeofens." Ein Hinterladeofen ist ein Ofen, dessen Befeuerung nicht im Aufstellraum, sondern in einem Nebenraum stattfindet. Ab dem 15. Jahrhundert entwickelte sich diese Betriebsart aus der Notwendigkeit heraus, den Wohnraum rauchfrei und warm zu halten. Da der Rauchabzug früher über ein Loch im Dach stattfand, war das gesamte Haus von Rauch durchzogen und musste ständig gelüftet werden. Befeuerung von außerhalb des Raumes war daher angenehmer und es blieb im Raum wärmer.



3. April: Die Uhus sind im Fernsehen

Mit gebührendem Abstand und mit einem kleinen Team drehte  das hr-fernsehen einen Beitrag über die Uhus auf der Königsteiner Burg. Die Uhu-Mutter nahm das sehr gelassen und versteckte ihre Kleinen nicht einmal unter dem Federkleid. Mit neugierigem Blick beobachtete sie das Interview mit Bürgermeister Leonhard Helm und der Biologin und Uhu-Expertin der Stadt Birte Sterf. Das Uhu-Männchen, das in bedrohlichen Situatioen sofort zur Stelle ist, um das Nest zu verteidigen und jeden Eindringling anzugreifen, ließ sich nicht blicken.

Die ganze Geschichte um 18 Uhr in der Sendung maintower im hr-fernsehen.

30.März: Das Trio ist komplett


Die Freude ist groß: Das dritte Ei war ebenfalls befruchtet und um circa 20.26 Uhr war das Junge zu sehen. Wie schon im vergangenen Jahr sind auf der Königsteiner Burg drei Uhu-Junge geschlüpft. Am 19. Februar wurde das erste Ei entdeckt und jetzt gibt es den dreifachen Nachwuchs. Alle Jungen scheinen wohlauf. Die Uhu-Mutter wärmt den Nachwuchs unter ihrem Federkleid, denn noch brauchen sie viel Schutz vor der Witterung. Die Königsteiner Burg Uhus sind reine Wildtiere, haben sich nun im zweiten Jahr in der Mauernische zur Aufzucht der Jungen eingefunden.

Das "Dritte Küken ist geschlüpft" Video

Die "Drei Küken" Video

27. März: Das zweite Junge ist da

Freitag Abend ist das zweite Junge im Uhu-Nest auf der Königsteiner Burg geschlüpft. Gegen 19.30 Uhr gab es den ersten Blick auf den Nachwuchs, der die meiste Zeit unter dem wärmenden Federkleid der Mutter verborgen ist. Die Uhu-Dame verlässt das Nest in den kalten Nächten im Moment nicht mehr, war in den frühen Morgenstunden höchstens ein bis zwei Minuten weg. Das Futter bringt zuverlässig der Uhu-Vater.

Das "Zweite Küken" Video

26. März: Das erste Junge ist da

 Herzerwärmende Nachrichten sind zur Zeit selten. Umso schöner die Nachricht von der Königsteiner Burg: In den frühen Morgenstunden ist das erste Uhu-Junge geschlüpft. Donnerstag um 05.48.20 Uhr sieht man noch drei Eier. „Um 05.54.00 taucht das Junge unter dem Gefieder auf. Man sieht deutlich ein Bein und das Weibchen frisst an der Eierschale“, berichtet Birte Sterf, Biologin und Uhu-Expertin der Stadt.

Große Freude bei Bürgermeister Leonhard Helm: „Das ist eine wunderbare Nachricht. Ich freue mich sehr, dass die Uhus mit ihrer Brut erfolgreich sind. Ich bin sehr gespannt, ob aus den anderen beiden Eiern auch bald Junge schlüpfen.“

Der Rathauschef gesteht, er sei schon sehr früh aufgestanden, wollte eigentlich schon arbeiten. „Aber der Uhu hat mich doch abgelenkt. Um 06.09.20 Uhr war das Junge nochmal zu sehen, leider etwas unscharf“, sagt Helm.

Laut eines Artgutachtens für den Uhu in Hessen von der Staatlichen Vogelschutzwarte heißt es, das mit 53 Prozent Zweier Bruten überwiegen würden. In fast 23 Prozent der Fälle wurden in der damaligen Studie von 2013 drei Jungtiere nachgewiesen. Helm: „Im vergangenen Jahr hatten wir in Königstein eine erfolgreiche Brut mit drei Jungtieren. Es wäre sehr schön, wenn das auch in diesem Jahr so ist. Es waren jedenfalls drei Eier im Nest.“

Ist das Junge geschlüpft, öffnet es nach fünf bis sechs Tagen die Augen. Die frisch geschlüpften Jungen tragen ein weißes Daunenkleid und fangen im Alter von vier Wochen an, ihr Umfeld zu erkunden.

Das "Erste Küken" Video


25. März: In freudiger Erwartung: Uhu-Nachwuchs kann jederzeit schlüpfen

Der Corona-Virus ist für sie kein Thema. Stattdessen ist die Uhudame auf der Burg die Ruhe selbst.

Seit Mitte Februar ist das Königsteiner Uhupaar auf die Burgruine zurückgekehrt. Am 19. Februar legte die Uhudame das erste Ei. Im Abstand von drei, beziehungsweise bzw., vier Tagen folgten Nummer zwei und drei.

Nach 33-35 Tagen schlüpfen in der Regel bei den Uhus die Jungen. Nun wird es spannend auf der Königsteiner Burg: in dieser und der kommenden Woche erwarten Bürgermeister Leonhard Helm und die städtische Umweltbeauftragte Birte Sterf den Nachwuchs, sollten die Eier tatsächlich befruchtet sein.

Alle Uhufans können live mit dabei sein, wenn die Jungen schlüpfen, wachsen und gedeihen. Denn seitdem die Uhudame sich in der Nische der Burgruine Königstein niedergelassen hat, kann sie mit Hilfe der gegenüber installierten webcam rund um die Uhr beobachtet werden. So kann man aktuell sehen, dass nur das Weibchen brütet und die Jungen, wenn sie schlüpfen sollten, aufzieht. Das Männchen ist für die Nahrungsbeschaffung der kompletten Familie zuständig. Bei Uhus herrscht also noch eine klassische Rollenverteilung.

Die Kamera stört das Uhupärchen übrigens nicht. Wichtig für die Brutplatzwahl ist ein freier Anflug und die Störungsfreiheit im direkten Horst-Umfeld. Auf der Königsteiner Burg herrschen perfekte Bedingungen: Die Mauernische liegt in etwa acht Metern Höhe und der Burginnehof wurde schon frühzeitig abgesperrt. Im Moment dürfen dazu noch keine Besucher auf die Burg.

Uhus sind im Allgemeinen sehr tolerant. So brüten sie auch in Steinbrüchen, obwohl es dort noch Abbrucharbeiten gibt oder in unmittelbarer Nähe von menschlichen Siedlungen. In Bad Soden brütet sogar seit einigen Jahren jährlich ein Uhupaar auf dem höchsten Turm des dortigen bewohnten Hundertwasserhauses.

Auf der Burgruine ist das Königsteiner Paar nun schon das zweite Jahr zu Hause. Bürgermeister Helm und Birte Sterf hoffen, dass das Burg- Uhupaar dauerhaft die Burgruine als Brutplatz nutzen wird.


9. März: Uhu-Weibchen nimmt die Sache ernst


Seit einigen Tagen sitzt das Uhu-Weibchen fast nur noch im Nest, verlässt die Eier kaum noch. Sie brütet intensiv, nimmt die Sache wohl wirklich ernst. Das Uhu-Männchen muss weitgehend alleine auf Futtersuche gehen. Ob alle drei Eier tatsächlich befruchtet sind, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Das sieht man im Fall der Königsteiner Uhus erst, wenn die Jungen schlüpfen. Das Uhu-TV ist inzwischen international. Uhu-Freunde aus Spanien, Kalifornien (USA) und sogar Vietnam haben sich zwischenzeitlich eingeschaltet. 

3. März: Uhus sind wetterfest

Das doch etwas turbulente Wetter der vergangenen Tage hat den Königsteiner Burg-Uhus nichts ausgemacht. Das Weibchen brütet weiterhin auf drei Eiern und wird vom Uhu-Männchen, soweit man das auf den Bildern beurteilen kann, gut versorgt.  Es gibt immer wieder Zeiten, in denen das Uhu-Weibchen für einige Zeit das Nest verlässt. Dieses Verhalten ist nicht ungewöhnlich und schadet den Eiern nicht.


26. Februar: Ein drittes Ei im Nest

Birte Sterf, Biologin und Uhu-Expertin der Stadt Königstein, hat am Mittwoch Abend nach 18.00 Uhr ein drittes Ei entdeckt. Gar keine leichte Aufgabe, denn das Uhu-Weibchen lässt nur selten einen Blick auf das Gelege zu.

Nach intensiver menschlicher Verfolgung, galten Uhus in der Vergangenheit als großer Jagdschädling, waren die Vögel in Hessen 1915 ausgestorben. Erst 1977 hat der Uhu, dank intensiver Schutzbemühungen und einer Jagdverschonung, 1977 erstmals wieder gebrütet, schreibt die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V.. Der Uhu, der zur Familie der Eulen gehört, gilt immer noch als vom Austerben bedroht.

22. Februar: Das zweite Ei ist da

Das Uhu-Weibchen hat, nach Beobachtungen, vor drei Tagen ein zweites Ei gelegt. Die Gelege von Uhus enthalten, laut Fachliteratur, zwischen einem und fünf Eiern. Die Brutdauer beträgt zwischen 33 und 35 Tagen. Die Jungen könnten - wenn alles gut geht - Ende März schlüpfen.

Die Königsteiner Burg-Uhus haben im vergangenen Jahr drei Junge erfolgreich aufgezogen. Wie wird es wohl in diesem Jahr? Die Königsteiner sind gespannt.

19. Februar: Das erste Ei ist da
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UHU-TV startet

Eine schöne Nachricht von der Königsteiner Burg. Das Uhu Weibchen hat ein erstes Ei gelegt, wie jetzt auf den aktuellen Bildern der Web-Cam zu sehen ist. Das Uhu Pärchen, das schon im vergangenen Jahr auf der Burg seine Jungen ausgebrütet hat, ist zurückgekommen und hat sich in derselben Mauernische der Burgruine niedergelassen, in der es vergangenen Sommer erfolgreich gebrütet hat.

Bürgermeister Leonhard Helm freut sich: „Es ist wunderschön, dass diese faszinierenden Vögel wieder auf der Burg brüten.“ Helm und Uhu-Expertin Birte Sterf hatten es schon geahnt und vor der Brutzeit entsprechende Vorbereitungen treffen lassen. „Denn gut geeignete Brutplätze werden oft über Generationen benutzt“, so Sterf.

Die Web-Kameras hingen noch, vor rund zwei Wochen hat die Stadt den großen Eingang zum Brutplatz mit einem Tor verschlossen. Helm: „Jetzt sind alle Zugänge dicht, damit die Uhu-Eltern von Anfang an nicht beim Brüten gestört werden. Doch zusehen kann man trotzdem gut, denn ab sofort ist das Uhu-Fernsehen wieder geschaltet. Die Webcam kann über die städtische Homepage angeklickt werden.“

Auch auf der Burg gibt es die Möglichkeit, die Uhus direkt zu beobachten. In der aufgestellten Holzwand befinden sich unterschiedlich hohe Gucklöcher, durch die zum Teil auch Kameraobjektive passen.

„So können Besucher der Burg und alle Uhu-Freunde das Nest optimal beobachten, ohne den Uhu zu stören“, sagt Helm.

Die Burg ist aktuell wegen der Corona-Krise leider für den Publikumsverkehr geschlossen.