Historischer Baum musste
entfernt werden

Sie ist sogar im Stadtteilwappen verewigt. Nach einem schweren Gewittersturm ist der Baum nun so stark geschädigt worden, dass er nicht mehr erhalten werden konnte. Aus Gründen der Verkehrssicherheit musste die Linde entfernt werden.

Die Stadt Königstein hatte den Gesundheitszustand des mehr als 130 Jahre alten Baumes bereits seit längerer Zeit aufmerksam beobachtet. Zuständig für das Naturdenkmal ist die Untere Naturschutzbehörde des Hochtaunuskreises.

Schon 2022 war deutlich geworden, dass die Linde erheblich geschädigt war. Damals hatte die Untere Naturschutzbehörde auf Grundlage eines Gutachtens einen massiven Befall mit dem „Wulstigen Lackporling“ festgestellt. Die dadurch verursachte Weißfäule hatte den Stamm und den Kronenbereich deutlich geschwächt. Zusätzlich hatten die trockenen Sommer der vergangenen Jahre dem Baum zugesetzt. Bereits 2022 war deshalb ein umfangreicher Kronensicherungsschnitt erforderlich geworden.

Die damalige Einschätzung der Fachleute ging davon aus, dass die Linde unter den festgestellten Schäden noch eine Lebenserwartung von etwa zehn Jahren haben könnte. Seitdem wurde der Baum weiterhin beobachtet und fachlich bewertet. Außerdem kam jetzt noch der Brandkrustenpilz hinzu. Der nun durch den Gewittersturm verursachte Schaden hat die Situation jedoch grundlegend verändert. Die vorhandene Vorschädigung in Verbindung mit den Sturmschäden ließ eine sichere Erhaltung des Baumes nicht mehr zu.

Die Linde war bereits seit 1938 als Naturdenkmal geschützt. Damit steht sie seit inzwischen 88 Jahren unter besonderem Schutz. Im Jahr 1990 wurde ihr Status als Naturdenkmal durch den Hochtaunuskreis nochmals offiziell bestätigt. Mit einem Alter von über 130 Jahren gehörte sie damit über viele Jahrzehnte zum vertrauten Ortsbild von Schneidhain.

„Es fällt uns nicht leicht, einen so alten und für Schneidhain wichtigen Baum zu verlieren. Die Linde war ein Stück Ortsgeschichte und für viele Menschen ein vertrauter Teil ihres täglichen Lebens“, sagt Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko. „Leider haben der Gewittersturm und die bereits vorhandenen Schäden dazu geführt, dass eine Erhaltung nicht mehr möglich war. Die Sicherheit der Menschen vor Ort hat hier Vorrang.“

Die Stadt möchte den Platz dennoch nicht ohne einen besonderen Blickfang lassen. Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko, möchte mit dem Stadtteil Schneidhain deshalb nach einer guten Lösung suchen.

„Wir wollen gemeinsam überlegen, wie dieser besondere Ort seine Bedeutung für Schneidhain behalten kann“, so die Bürgermeisterin. „Unser Ziel ist es, eine gute und langfristige Lösung zu finden, die dem Charakter des Platzes gerecht wird.“