Um mögliche Gefahren für Besucherinnen und Besucher sowie die unterhalb des Burgbergs gelegene Wohnbebauung auszuschließen, wurden umfangreiche geologische Untersuchungen durchgeführt. Dabei galt es nicht nur zu klären, ob der Fels auf die unmittelbar darunter verlaufende Zuwegung zum Burgturm stürzen könnte, sondern auch, ob bei einem möglichen Mauerdurchbruch der Burganlage Gefahren für die am Hangfuß gelegenen Häuser entstehen würden.
Die Untersuchungen wurden durch die Beteiligung verschiedener Fachbehörden begleitet. Sowohl Denkmal- als auch Naturschutzbehörden forderten beziehungsweise erstellten Gutachten, die in die Entscheidungsfindung einbezogen werden mussten. Darüber hinaus wurde geprüft, ob weitere Felsformationen im Steilhang vergleichbare Schäden aufweisen oder ob sich der betroffene Felsblock über die Wintermonate hinweg bewegt hatte. Glücklicherweise konnten keine weiteren kritischen Felsrisse festgestellt werden.
Das Ergebnis der Gutachten war differenziert: Der Felsblock hätte vermutlich noch über lange Zeit in seiner Lage verbleiben können. Gleichzeitig konnte ein Abrutschen infolge ungünstiger geologischer Einflüsse – etwa durch langanhaltende Niederschläge oder leichte seismische Aktivitäten, wie sie auch in unserer Region vorkommen können – nicht ausgeschlossen werden. Angesichts der möglichen Folgen bestand daher Handlungsbedarf.
Konventionelle Verfahren kamen jedoch nicht infrage. Eine Sprengung wurde aufgrund der zahlreichen weiteren Felsformationen im Steilhang ausgeschlossen. Auch ein schrittweises Abtragen des Gesteins mittels schwerer Geräte war aufgrund der Größe und der exponierten Lage des Felsens nicht möglich.
Gemeinsam mit Fachfirmen und den zuständigen Behörden entwickelte die Stadt Königstein als Eigentümerin der Burganlage daher ein besonderes Sicherungskonzept: Im Hang wurde ein massiver Auffang- und Bremskörper aus schweren Holzbalken errichtet. Anschließend wurde der Felsblock freigelegt und mithilfe spezieller Hebeltechnik kontrolliert gelöst. Ziel war es, den Fels gezielt in die Holzkonstruktion rollen beziehungsweise rutschen zu lassen.
Die Maßnahme war notwendig, da ein unkontrolliertes Abrutschen des Felsens die Gefahr mit sich gebracht hätte, die darunterliegende Burgmauer zu durchbrechen und anschließend den extrem steilen Burgberg hinabzustürzen. Dadurch hätten Menschen und Gebäude am Fuße des Berges gefährdet werden können.
Nach sorgfältigen Berechnungen und Vorbereitungen begannen die Arbeiten Anfang Juni. Zwei Tage lang arbeiteten die gesicherten Spezialkräfte im Steilhang. Jetzt wurde der Fels schließlich kontrolliert in Bewegung gesetzt. Nach rund zehn Metern Rutschstrecke prallte der mehrere Tonnen schwere Brocken mit gewaltiger Wucht gegen die Holzkonstruktion. Diese wurde – wie vorgesehen – teilweise zerstört und konnte die Bewegungsenergie des Felsens erfolgreich aufnehmen.
Wie enorm die wirkenden Kräfte waren, zeigte sich auch daran, dass trotz des gedämpften Aufpralls ein Eisengeländer entlang des Weges aus seinem rund 50 Zentimeter tiefen Betonfundament gerissen wurde.
Der Felsblock liegt nun in sicherem, flachem Gelände unmittelbar neben dem Weg. Damit ist die Sicherungsmaßnahme erfolgreich abgeschlossen und die Voraussetzungen für die Wiederöffnung des Zugangs zum Burgturm sind geschaffen.
„Wir freuen uns, dass wir diese komplizierte, keineswegs ungefährliche, aber hervorragend vorbereitete Maßnahme erfolgreich umsetzen konnten und der Weg zum Burgturm nun wieder freigegeben wird. Uns war es wichtig, die Arbeiten zügig voranzutreiben, damit Besucherinnen und Besucher in den Sommermonaten wieder die grandiose Aussicht vom Falkensteiner Burgturm genießen können. Der Zugang zum Turm war während der Sperrung ausschließlich über den nun wieder gesicherten Weg möglich“, erklären Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko und Erster Stadtrat Jörg Pöschl in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Mit der Wiederöffnung steht eines der beliebtesten Ausflugsziele im Königsteiner Stadtteil Falkenstein Besucherinnen und Besuchern wieder uneingeschränkt zur Verfügung.
