Die Stadt Königstein freut sich, dass die Schaubilder zur Geschichte des Ellasprudels, die derzeit am Bauzaun zu sehen sind, auf positive Resonanz stoßen. Die Tafeln wurden von Stadtarchivarin Dr. Alexandra König konzipiert und gestaltet. Eine im Zusammenhang mit den Schaubildern veröffentlichte Zuordnung zu einer anderen Gruppierung in einer Pressemitteilung einer Partei war nicht zutreffend. Die Stadt stellt ausdrücklich klar, dass die gesamte Gestaltung des Bauzaunes rund um die neue Stadtmitte in den Händen des Stadtarchivs und des Stadtmarketings liegt.
Es war dem Stadtarchiv wichtig, neben der Geschichte Königsteins, zu verdeutlichen, wie die historische Bedeutung des Ellasprudels mit den aktuellen Maßnahmen im Rahmen der Neuen Stadtmitte fortgeschrieben wird. Denn die Geschichte des Ellasprudels ist eng mit der Entwicklung Königsteins als Kurstadt und mit der Wasserversorgung der Stadt verbunden. Mit der Neugestaltung wird diese Geschichte nun fortgeschrieben.
Ein besonderer Ort der Königsteiner Stadt- und Wassergeschichte
Der Ellasprudel ist ein bedeutender Ort der Königsteiner Stadt- und Wassergeschichte. Gerade deshalb nimmt er auch im Konzept der wassersensitiven Stadtmitte eine besondere und zentrale Rolle ein.
Die bestehende Brunnenanlage ist inzwischen weit über 100 Jahre alt und befindet sich baulich wie technisch in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Im Zuge der Planungen stellte sich deshalb die Frage, ob die historische Anlage mit erheblichem Aufwand lediglich wiederhergestellt werden soll – oder ob es gelingen kann, die Geschichte dieses Ortes zu verstehen, zu bewahren und zugleich eine neue, langfristig tragfähige Funktion für die Stadt zu schaffen.
Nach sorgfältiger Prüfung, vielen Gesprächen und intensiver Diskussion hat sich das Planerteam bewusst für den zweiten Weg entschieden.
„Unser Konzept möchte die Menschen der Stadt an das Thema Wasser heranführen – und im Gegenzug das Wasser wieder näher zu den Menschen bringen“, erläutert Dr. Simon Gehrmann, Architekt der Planungsgruppe Darmstadt und Teil der Arbeitsgemeinschaft Resourceönigstein.
Geschichte wird weitergeschrieben
Das Konzept greift Orte auf, die für die historische Wasserversorgung Königsteins von besonderer Bedeutung waren, und macht diese Geschichte künftig wieder erlebbar.
Historisch wurde am Ellasprudel das Wasser des Höhenbachs sichtbar, nachdem dieser um 1900 verrohrt worden war. Sein ursprünglicher Zweck – Wasser in die Stadt zu bringen – stand damals nicht mehr im Mittelpunkt der Stadtentwicklung. Später wurde auf der neuen Verrohrung des Bachs der Brunnen errichtet. Bereits damals ging es darum, einen Teil des historischen Wassersystems der Stadt sichtbar zu machen und zu inszenieren. Die verwendeten Gesteine stellten dabei einen bewussten Bezug zum Taunus her.
An diese historische Idee knüpft die heutige Planung an.
Die Zäune rund um den Ellasprudel sollen entfallen. Der Ort wird wieder für alle zugänglich und erlebbar. Er wird zu einem Ort der Begegnung – zu einem Ort, an dem Wasser nicht verborgen bleibt, sondern sichtbar und erfahrbar wird.
Damit wird der Ellasprudel Teil der blau-grünen Lebensader einer klimaresilienten Stadtmitte. Gerade weil das Wasser des neuen Systems hier erstmals sichtbar in Erscheinung tritt, wird der Ort zu einem identitätsstiftenden Platz des Verstehens, des Erlebens und der Verbundenheit mit der eigenen Stadt.
Historischer Ort mit neuer technischer Funktion
Neben der offenen Gestaltung erhält der Ellasprudel auch eine wichtige technische Funktion. Ein wesentlicher Teil der notwendigen Wassertechnik wird im Unterbau der neu gestalteten Parzelle installiert. Damit wird der Ellasprudel zugleich zu einem zentralen technischen Knotenpunkt der wassersensitiven Stadtmitte.
Seine neue Funktion knüpft unmittelbar an seine historische Rolle an: Der Ellasprudel wird wieder zu einem Ort, an dem die Bedeutung des Wassers für Königstein sichtbar und erlebbar wird.
„Historisches Erbe muss nicht bedeuten, einen bestehenden Zustand unverändert zu konservieren. Wir können die Geschichte eines Ortes verstehen, ihre Bedeutung bewahren und sie zugleich mit den Herausforderungen unserer Zeit verbinden“, so Dr. Gehrmann.
Der Anspruch sei es, den Ellasprudel so weiterzuentwickeln, dass er auch in den kommenden 100 Jahren Geschichten erzählen könne – Geschichten aus dem 20. Jahrhundert ebenso wie neue Geschichten aus dem 21. Jahrhundert.
Auch historische Steine bleiben erhalten
Auch Teile des heutigen Ellasprudels werden seine Geschichte weitertragen. Ausgewählte Gesteinsbrocken der bestehenden Brunnenanlage werden in die Neugestaltung integriert und erhalten dort einen neuen Platz.
Stadt hat Gestaltung solcher Plätze schon früher geprägt
Dass die Stadt historische Orte mit einer ansprechenden Gestaltung verbindet, ist dabei kein neuer Gedanke. Bereits bei der ursprünglichen Gestaltung des Ellasprudels kümmerte sich der Magistrat um die Entwicklung der kleinen „Restfläche“, die durch den Bau des benachbarten Postamts entstanden war und 1896 als Grünfläche angelegt wurde.
Auch an anderen Stellen Königsteins entstanden im Zuge der Entwicklung solche kleinen Plätze und Grünanlagen. Ein Beispiel ist die Neuanlage der Kreuzung Herzog-Adolph-Straße/Kirchstraße vor der seinerzeit neu errichteten ersten Apotheke der Stadt. Dort wurde 1913 als Denkmal für den Begründer der Königsteiner Kur, Dr. Georg Pingler, ein Brunnen errichtet und die Platzgestaltung von der Stadt in Auftrag gegeben. Auch der sogenannte „Schmuckplatz“ an der Ecke Limburger Straße/Theresenstraße gehört in diese Tradition.
Diese kleinen Grün- und Schmuckplätze wurden mit großem Engagement von der Stadt zur Verschönerung der Kurstadt geschaffen. Unterstützt wurde die Stadt bei der Umsetzung durch private Spender – häufig Zugezogene –, denen ebenfalls an der Verschönerung Königsteins gelegen war.
Heute ist es wiederum die Stadt, die den stark in die Jahre gekommenen Ellasprudel nicht nur technisch auf einen neuen Stand bringt, sondern mit einer neuen Gestaltung auch eine Aufenthaltsqualität rund um das Wasser schaffen möchte.
Der Ellasprudel soll damit nicht zu einem Ort werden, an dem Geschichte verschwindet, sondern zu einem Ort, an dem Geschichte sichtbar bleibt und zugleich Zukunft entsteht.

Bauzaun-Ausstellung des Stadtarchivs
Auf dem Bauzaun befindet sich eine Ausstellung über geschichtliche Ereignisse der Stadt Königstein im Taunus. Es geht um den Ellasprudel, die Mainzer Republik und die Historien der Kur. An anderer Stelle finden Gewerbetreibende eine Werbefläche.
