„Demokratie – Orte im Taunus“

Mit einem Soft-Opening am Freitag, 29. Mai, ist das Projekt an der Stele im Hof des Landratsamtes feierlich an den Start gegangen.

Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden richtet das Projekt des Kreises den Blick auf Orte, an denen Demokratie im Taunus historisch gewachsen ist, gelebt wurde und bis heute aktiv gestaltet wird. Ziel ist es, die Bedeutung dieser Orte sichtbarer zu machen.

Im Fokus stehen unter anderem die Rathäuser im Hochtaunuskreis.

 

In Königstein – das ja bereits als Ort der Demokratie mit der Villa Rothschild und der Burg Königstein ausgezeichnet ist – fiel die Wahl auf drei Gebäude, die ebenfalls in besonderer Weise für Demokratie stehen: das Rathaus, die Katholische Kirche und das Haus der Begegnung.

Das Rathaus ist in Königstein, wie in allen teilnehmenden Städten, als aktiver und sichtbarer Ort der aktuell gelebten Demokratie gewählt. So ist es auch selbstverständlich, dass die markierende Stele vor dem heute genutzten Gebäude am Burgweg steht. Dabei wären aus historischer Sicht mit dem Alten Rathaus an der Kugelherrnstraße und dem 1909 bezogenen ehemaligem Hotel Colloseus an der Hauptstraße zwei weitere Standorte in Frage gekommen. Sie stehen für die lange Tradition der kommunalen Verwaltung in Königstein.

Neben dem Rathaus wurden für Königstein, das so reich an Beispielen gelebter Demokratie ist, zwei weitere Orte ausgewählte, die seltener unter diesem Aspekt im Fokus stehen.

 

Auch vor der katholische Kirche St. Marien steht die Informations-Stele. Die Kirche spielte 1848 eine nicht unbedeutende Rolle: hier fand die Deputierten-Wahl für die Paulskirchenversammlung statt. Am 25. April 1848 empfing der altehrwürdige Bau die 726 Wahlmänner aus 127 Ortschaften der Ämter Königstein, Höchst, Idstein, Usingen und Reichelsheim zur Wahl der Abgeordneten für die verfassunggebende Nationalversammlung in Frankfurt. Die Kirche bot den größten Raum der Stadt und war damit der einzige Ort, der die große Zahl der Anwesenden fassen konnte. In Königstein hält sie bis heute die Erinnerung an die erste freiheitliche Verfassung und die Bildung eines deutschen Nationalstaats wach.

 

Schließlich fokussiert der dritte gewählte Ort, das Haus der Begegnung (HdB), auf die Anfänge der Bundesrepublik und die Überwindung des Faschismus nach dem 2. Weltkrieg. Von Geflüchteten aus dem Osten als katholisches Zentrum gegründet, fanden bald große Kongresse hier statt. Sie machten den Bau einer Tagungsstätte nötig. 1955 wurde der Grundstein gelegt für das Gebäude in den typischen Formen der Nachkriegs-Moderne. Mit der beeindruckenden Glasfassade setzte der Architekt Hans Busch ein deutliches Zeichen für Demokratie und Transparenz. Nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ sieht sich die Kirche vor neuen Herausforderungen und veräußert das Gebäude im Zuge der Reorganisation. Eine Bürgerinitiative verhindert den drohenden Abriss. Damit steht auch jetzt wieder das Gebäude für die Stärken des demokratischen Gemeinwesens. Heute ist es nach Umfangreichen Sanierungsarbeiten ein beliebtes und modernes Veranstaltungszentrum und Versammlungsort der Stadtverordnetenversammlung.

Weitere Informationen zu den Orten und dem Projekt sind über den QR-Code auf den Stelen oder über https://www.taunusdemokratie.de/ abrufbar.

 

 

Ausstellungen im HdB und im Rathaus

Ergänzend wird die Stadt mit zwei Ausstellungen an das Projekt der Word Design Capital anknüpfen: Zum einen wird eine Ausstellung zum HdB in den dortigen Räumen im August die Geschichte des Gebäudes in Fotografien rekapitulieren und im Herbst erstmals Entwürfe des Künstlers Hans Meinke von seinen Wandgestaltungen im öffentlichen Raum in einer Präsentation im Rathaus vorstellen. Nähere Informationen und Termine

Ausstellung:            

Das Haus der Begegnung – Geschichte in Fotografie

Eröffnung ist am 17.8. – 15.00 Uhr im HdB

 

und Hans Meinke – Outdoor

Wandgestaltungen im öffentlichen Raum im September im

Rathaus Königstein, Burgweg 5. Eröffnung am 24.9. um 11.30 Uhr.

Ausstellung vom 17. – 21. August 2026 im Foyer des Hauses

Alle Orte auf einen Blick: 

  1. Die Freiheitslinde, Bad Homburg v. d. Höhe:

Die „Freiheitslinde“ wurde am 30. Mai 1848 gepflanzt, sozusagen als Zeichen für den Aufbruch in eine neue Zeit, die auch im Landgraftum Hessen-Homburg – eher zaghaft – anzubrechen schien. Sie ist eine der wenigen „Freiheitslinden“ in Deutschland, die heute noch an 1848 erinnern und daran, dass die Ideale der Freiheit und Gleichheit sich – auch gegen Widerstände – auf Dauer durchsetzen.

 

  1. Das Landratsamt, Bad Homburg v. d. Höhe:

Das 1999 bezogene Gebäude des Landratsamtes für den Hochtaunuskreis ist eine Feste der modernen Demokratie, in der die Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise deren gewählte Vertreterinnen und Vertreter das Sagen haben. Während sich die Verwaltung im Hintergrund um viele Belange der Bürgerinnen und Bürger sowie der 13 kreisangehörigen Städte und Gemeinden kümmert, tagt im Herzen der Ludwig-Erhard-Anlage der Kreistag. Auch der 15-köpfige Kreisausschuss unter Leitung des Landrats tritt hier regelmäßig zusammen.

 

 

  1. Das Hessen-Homburgische Parlament, Bad Homburg v. d. Höhe:

Als Ergebnis der Revolution von 1848 trat an dieser Stelle 1849 erstmals in der Geschichte von Hessen-Homburg ein konstituierender Landtag zusammen. Man beriet vor allem über den Entwurf für eine Verfassung, über ein neues Wahlgesetz und eine Gemeindeordnung. Für die Sitzungen des Landtags hatte Landgraf Ferdinand (* 1783, † 1866) ein Gebäude in der Elisabethenstraße 16 bereitgestellt. Doch bereits nach einigen Monaten endete die Periode des konstituierenden Landtags wieder. Im April 1852 erklärte Landgraf Ferdinand die revolutionäre Verfassung der Landgrafschaft für aufgehoben. Die Räumlichkeiten, in denen das Parlament getagt hatte, wurden stattdessen – wie ursprünglich vorgesehen – zu Krankensälen umgebaut, sodass 1851 das Krankenhaus eröffnet werden konnte.

 

  1. Rathaus, Bad Homburg v. d. Höhe:

Seit dem Mittelalter gab es in Homburg ein Rathaus als Ort der städtischen Selbstverwaltung, zunächst in der Altstadt, dann an wechselnden Orten. Vorgänger des Rathauses an diesem Ort waren ein Villengrundstück und dann eine lange brachliegende Baugrube. In den 1980er Jahren entstand hier ein modernes Gebäude, das später durch die Stadt erworben wurde. Seit 1993 ist es Sitz der städtischen Verwaltung und bildet gemeinsam mit dem benachbarten Technischen Rathaus das administrative Zentrum der Stadt.

 

 

  1. Das Philipp-Reis-Haus, Friedrichsdorf:

Das Philipp-Reis-Haus ist mehr als das ehemalige Wohnhaus eines Erfinders. Es ist ein Ort, an dem die Idee entstand, Grundlagen menschlicher Kommunikation zu verändern – und damit auch Voraussetzungen demokratischen Zusammenlebens. Demokratie lebt vom Dialog, vom Austausch unterschiedlicher Meinungen und vom Zuhören. Hier lebte und arbeitete Philipp Reis (* 1834, † 1874) – Lehrer, Naturwissenschaftler und Erfinder des Telefons.

 

  1. Rathaus, Friedrichsdorf:

Das Rathaus der Stadt Friedrichsdorf war ursprünglich als Mischgebäude vorgesehen: Verwaltungsräume in den unteren Geschossen, Wohnungen in den oberen Etagen. Mit der kommunalen Gebietsreform änderte sich dieses Konzept grundlegend. Nach der Fusion von Friedrichsdorf, Köppern, Burgholzhausen und Seulberg im Jahr 1972 wurde entschieden, das gesamte Gebäude als Rathaus zu nutzen. Friedrichsdorf wurde damit zum Verwaltungsmittelpunkt der neuen Stadt.

 

  1. Rathaus, Glashütten:

Das Rathaus bzw. Bürgerhaus in Glashütten entstand als Folge der Gebietsreform der frühen 1970er Jahre, in der mehrere gleichberechtigte Gemeinden zusammengeschlossen wurden und eine neue, größere Verwaltung aufgebaut werden musste. Es wurde bewusst als moderner, barrierearmer Mittelpunkt der Gemeinde mit Verwaltung, Veranstaltungsräumen und weiteren Einrichtungen konzipiert und dient bis heute als Ort der Begegnung und kommunalen Demokratie.

 

 

  1. Rathaus, Grävenwiesbach:

Das heutige Rathaus wurde 1958 eröffnet. Seit der Gebietsreform von 1972 dient es als gemeinsamer Verwaltungssitz der neu gebildeten Gemeinde und als zentraler Ort der kommunalen Selbstverwaltung. Zuvor hatte die Verwaltung von Grävenwiesbach im Schulgebäude (Schulstraße) ihren Sitz.

 

  1. Richard Schirrmann und das Jugendherbergswerk, Grävenwiesbach:

Richard Schirrmann (* 1874, † 1961) entwickelte aus seiner Idee der „Wandernden Schule“ ein Netzwerk von Jugendherbergen, das jungen Menschen gemeinschaftliches Lernen, Mitverantwortung und Begegnung ermöglichte und 1912 mit der ersten Einrichtung auf der Burg Altena realisiert wurde. Sein Konzept war von demokratischen Werten wie Mitbestimmung, sozialem Miteinander und internationaler Verständigung geprägt und bildet bis heute die Grundlage des Deutschen Jugendherbergswerks. Seinen Lebensabend verbrachte er in Grävenwiesbach, das ihm die Ehrenbürgerwürde verlieh.

 

  1. Haus der Begegnung, Königstein im Taunus:

Das Haus der Begegnung, erbaut 1954/55, steht als Symbol der westdeutschen Nachkriegszeit für Austausch, Hilfsbereitschaft und kirchliches Engagement, insbesondere während des Kalten Krieges. Zugleich war es ein bedeutender Tagungsort des „Königsteiner Kreises“, der sich für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einsetzte, und ist heute nach seiner Sanierung ein Kultur- und Veranstaltungszentrum.

 

  1. Marienkirche, Königstein im Taunus:

Am 25. April 1848 versammelten sich in der Marienkirche in Königstein 726 Wahlmänner aus den Ämtern Höchst, Idstein, Königstein, Reichelsheim und Usingen, um einen Abgeordneten für die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche zu wählen. Karl Philipp Hehner (* 1809, † 1880) wurde als Vertreter bestimmt. Es war die erste Wahl zu einem gesamtdeutschen Parlament als zentrale Errungenschaft der Märzrevolution.

 

 

  1. Rathaus, Königstein im Taunus:

Das Königsteiner Rathaus dient als Sitz der Stadtverwaltung und Tagungsort des Magistrats als deren ausführendem Gremium. Die vier Wappen an der Fassade stehen für die vier Ortsteile der Stadt: Königstein, Falkenstein, Mammolshain und Schneidhain. Das Gebäude war ursprünglich das Wirtschaftsgebäude des nahen Luxemburger Schlosses. Bis zum Umzug hierhin hatte seit 1909 das ehemalige Hotel Colloseus als Sitz der Stadtverwaltung gedient, davor das „Alte Rathaus“, das noch heute an die lange Tradition kommunaler Selbstverwaltung im 1313 zur Stadt erhobenen Königstein erinnert.

 

 

  1. Gasthaus „Zum Feldberg“, Kronberg im Taunus

Das „Gasthaus zum Feldberg“ in Kronberg war seit dem frühen 20. Jahrhundert ein Treffpunkt von Sozialdemokraten und bot während der NS-Zeit zeitweise einen geschützten Raum für Austausch und Widerstand, etwa durch die Verbreitung verbotener Schriften. Nach der Entdeckung dieser Aktivitäten wurde der Wirt Friedrich Mösinger, selbst Sozialdemokrat, verhaftet, später jedoch wieder freigelassen. Das Gasthaus blieb bis 1971 in Familienbesitz. Es ist möglich, dass die Versammlung zur Wiederbegründung der Kronberger SPD 1945 dort stattgefunden hat.

 

  1. Rathaus, Kronberg im Taunus:

Die Kronberger Stadtverordnetenversammlung tagte erstmals 1922 in der Villa Bonn, die seitdem als Rathaus fungiert und seit 2020 als regulärer Sitzungsort dient. Zuvor trat die Stadtverordnetenversammlung an wechselnden Orten zusammen. Die Villa wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von der angesehenen jüdischen Familie Bonn erbaut, deren Wirken und Schicksal bis heute im Stadtbild und in Erinnerungszeichen Kronbergs präsent ist. Die im Rathaus eingemauerte Urne mit der Asche von Moritz Julius Bonn (* 1873, † 1965) und ein Stolperstein für Emma Bonn (* 1879, † 1942) erinnern heute an die Familie.

 

  1. Bürgerhaus und Walter-Lübcke-Platz, Neu-Anspach:

Das Bürgerhaus in Neu-Anspach nimmt eine zentrale Rolle im öffentlichen Leben der Stadt ein: Es ist ein vielseitiger Veranstaltungsort und zugleich formaler Ort politischer Prozesse. Durch seine Nutzungsregelungen wird klar festgelegt, dass hier demokratische Teilhabe und politische Versammlung erwünscht sind – und Ideologien, die gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung arbeiten, ausgeschlossen bleiben.

Der Walter-Lübcke-Platz in Neu-Anspach ist ein relativ neuer zentraler Platz, entstanden im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung „Neue Mitte“. Durch die Benennung nach Walter Lübcke (* 1953, † 2019), der einem rechtsextremen Attentat zum Opfer gefallen ist, bekommt er eine starke politische und gesellschaftliche Bedeutung: Er ist ein Bekenntnis zu Demokratie, Zusammenhalt und gegen politische Gewalttaten und Extremismus. Gleichzeitig wird er heute genutzt als lebendiger öffentlicher Raum – für Feste, Aktionen, Begegnung.

 

 

  1. Rathaus, Neu-Anspach:

Das heutige Rathaus von Neu-Anspach ist funktionales Verwaltungszentrum, das die Aufgaben der Stadtverwaltung bündelt. Es dient seit 2014 als Sitz der Stadtverwaltung mit Bürgerbüro, Standesamt und weiteren öffentlichen Bereichen. Das Gebäude verbindet moderne Architektur mit den proportionalen Gegebenheiten der Kleinstadt-Umgebung.

 

  1. Altes Hospital, Oberursel:

Das Alte Hospital in Oberursel entstand vermutlich um 1530 als Bürgerstiftung zur Versorgung armer und alter Menschen. Das Gebäude wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, jedoch später wieder aufgebaut. In der 1848er Zeit spielte der Hospitalfonds eine besondere Rolle. Nachdem der Fonds, entgegen der Bestimmungen der Stiftungsgrundsätze, an die Amtsarmenverwaltung in Königstein übergegangen war, versammelten sich ca. 220 Oberurseler auf dem Marktplatz und zogen nach Königstein. Erfolgreich brachten die Bürgerinnen und Bürger die Verwaltung des Hospitalfonds zurück nach Oberursel. Heute dient das Alte Hospital als Seniorentreff mit kulturellen und sozialen Angeboten.

 

  1. Rathaus, Oberursel:

Der Bau des neuen Rathauses in Oberursel wurde 1976, nach der Gebietsreform und dem Zusammenschluss mehrerer Verwaltungsstellen, fertiggestellt. Es vereint Alt- und Neubauten, dient sowohl zu Verwaltungs- als auch Veranstaltungszwecken und soll künftig im Rahmen eines Städtebauförderprogramms weiterentwickelt und modernisiert werden. Zudem steht am Marktplatz noch das historische Rathaus von 1659, das bis 1932 als Verwaltungssitz diente.

 

 

 

  1. Großer Feldberg, Schmitten im Taunus:

Der Große Feldberg im Taunus ist nicht nur die höchste Erhebung der Region, sondern auch ein historischer Symbolort für Freiheit, Einheit und demokratische Entwicklungen, besonders im Vormärz und im Zuge der Revolution von 1848. So entfachte man hier zum einen 1814 ein großes Freudenfeuer unter der Führung Ernst Moritz Arndts (* 1769, † 1860) anlässlich des Jahrestages der Leipziger Völkerschlacht. Zum anderen wird hier seit 1844 das älteste Bergturnfest im deutschsprachigen Raum veranstaltet. 

 

  1. Rathaus, Schmitten im Taunus:

Das Rathaus Schmitten dient als zentrale Verwaltungsstelle für die knapp 10.000 Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, zu der die Ortsteile Arnoldshain, Brombach, Dorfweil, Hunoldstal, Niederreifenberg, Oberreifenberg, Seelenberg und Treisberg zählen. Das Rathaus ist seit 1982 im umgebauten ehemaligen Parkhotel untergebracht, während das Alte Rathaus heute kulturellen Zwecken dient.

 

  1. Freier Platz, Steinbach:

Der Freie Platz in Steinbach ist seit Jahrhunderten das gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Herz der Stadt, geprägt durch den historischen Laufbrunnen und wichtige Gebäude wie Gasthaus, Rathaus und Kirche. Der mehrfach umbenannte Platz ist bis heute ein lebendiger Treffpunkt, an dem Märkte, Feste und Veranstaltungen der örtlichen Gemeinschaft stattfinden.

 

  1. Rathaus, Steinbach:

Das heutige Rathaus von Steinbach wurde ursprünglich 1910 als Schulhaus errichtet und erst 1966 nach dem Bau eines neuen Schulzentrums in ein Verwaltungsgebäude umgewandelt, da das alte Rathaus den Anforderungen nicht mehr genügte. Das starke Bevölkerungswachstum in den 1960er Jahren führte dazu, dass die Gemeinde Steinbach 1972 zur Stadt erhoben wurde.

 

 

  1. Christian-Wirth-Saal, Usingen:

Der Christian-Wirth-Saal in Usingen, angegliedert an die gleichnamige Schule, dient seit 2008 der Schule, der Stadt und dem Landkreis als Ort für demokratische, kulturelle und schulische Veranstaltungen. Der Saal gibt Raum für politische Teilhabe, Bürgerdialog und kulturellen Austausch. Sein Name erinnert an Friedrich Christian Wirth (* 1826, † 1895), den nassauischen Landesdirektor und Abgeordneten im preußischen Landtag sowie Mitbegründer der Nassauischen Sparkasse.

 

  1. Prinzenpalais, Usingen:

Das Prinzenpalais in Usingen hat eine lange, wechselvolle Geschichte: Vom mittelalterlichen Adelssitz über ein fürstliches Anwesen und eine Posthalterei mit Gasthaus entwickelte es sich zu einem politischen und gesellschaftlichen Treffpunkt, an dem liberale Ideen und Bewegungen eine wichtige Rolle spielten. Später wurde das Gebäude zum Landratsamt umgebaut und blieb eng mit der Stadtentwicklung verbunden, wobei bauliche Veränderungen und historische Ereignisse seine Gestalt und Bedeutung bis heute prägten.

 

 

  1. Rathaus, Usingen:

Das Usinger Rathaus wurde 1687 als Ausdruck des wachsenden Selbstbewusstseins der Bürger neu errichtet, überstand den Stadtbrand von 1692 und dient bis heute als Sitz der Stadtverwaltung. Nach einer modernen Erweiterung und Sanierung in den 1990er Jahren ist es heute ein historischer Ort, der Bürgerbüro und Stadtverwaltung beherbergt und somit im Mittelpunkt der kommunalen Selbstverwaltung steht.

 

 

  1. Altes Rathaus, Wehrheim:

Wehrheim erhielt 1849 mit Peter Jäger seinen ersten gewählten Bürgermeister. Mit dem Neubau des Rathauses ab den 1850er Jahren entstand ein zentraler Ort für Verwaltung, Bildung und politische Entscheidungen. Nach wechselnden Nutzungen dient das Gebäude heute als Ort für Kultur und als Gemeindearchiv, das durch den Geschichtsverein betreut wird.

 

 

  1. Rathaus, Weilrod:

Das heutige Rathaus von Weilrod wurde in den 1920er Jahren als Kurhotel im neobarocken Stil erbaut und durchlief im Laufe des 20. Jahrhunderts verschiedene Nutzungen – vom NS-Schulungslager über eine Flüchtlingsunterkunft bis hin zum Hotel, Jugendhaus und schließlich seit 1972 zum Rathaus der neu gegründeten Großgemeinde. Heute ist das denkmalgeschützte Gebäude der zentrale Ort der Verwaltung und prägt maßgeblich das gesellschaftliche Leben und die Entwicklung der Gemeinde.