Frankfurt RheinMain ist Weltdesignhauptstadt 2026 – und Königstein im Taunus ist, wie der gesamte Hochtaunus Kreis, Teil dieser internationalen Auszeichnung. Im Rahmen von World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 und unter dem Leitmotiv „Design for Democracy“ steht die Ausstellung, die anknüpft an das Projekt des Kreises „Demokratie – Orte im Taunus“.
Am 27.10.2026 um 13.00 Uhr eröffnet Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko im Rathaus Königstein die Ausstellung.
Im Mittelpunkt der Präsentation stehen fünf originale Entwürfe für „Kunst am Bau“ des Künstlers Hans Meinke, der lange in Mammolshain lebte und arbeitete. Dazu wird das Haus der Begegnung (HdB) von seiner Entstehung und ersten Nutzung bis zu den wegweisenden Sanierungsarbeiten in einer Fotoausstellung, entstanden in 2022 im Rahmen des zehnjährigen Jubiläums nach der feierlichen Wiedereröffnung des HdB im Jahr 2012, vorgestellt.
Hans Meinke (1907-1988) studierte Kunst u.a. in Nürnberg. Von Beginn an galt sein besonderes Interesse der Wandmalerei. Zu seinen frühen Arbeiten gehört die Fassadengestaltung am Hoftor des Rettershofs aus den 1930er Jahren. Nach Auslandsaufenthalten wurde er im II. Weltkrieg zum Militärdienst eingezogen. 1943 verlor er durch Kriegseinwirkung sein Frankfurter Atelier. Nach dem Krieg fand er in Mammolshain eine neue Wirkungsstätte. Hier stellte er auch seine Arbeiten aus, zunächst vorwiegend Tafelgemälde. Doch ab den 1950er Jahren richtete er sein Augenmerk wieder auf die Wandmalerei und Techniken wie das Sgraffito oder Mosaik, womit er in seinen bevorzugten Ausdrucksformen dem Zeitgeschmack entge-genkam.
Die originalen Entwürfe von Hans Meinke werden einer Dokumentation zum Haus der Begegnung, 1954/55 nach Plänen des Frankfurter Architekten Hans Busch (1911-1990) als ka-tholisches Kongresszentrum erbaut, gegenübergestellt. Mit seiner typischen Nachkriegsarchitektur, die Offenheit und Transparenz u.a. mit der 33 m breiten Glasfassade des Künstlers Prof. Jupp Jost (1920-1993) einsetzt, kann es ebenso als ein Beispiel für die Gestaltung der neuen Republik gelten. In der Zeit des „Eisernen Vorhangs“ war es u.a. Anlaufpunkt der inter-nationalen Ostpriesterhilfe und diente als Tagungshaus dem Königsteiner Kreis, einer Vereiniung von Juristen und Volkswirten, die aus der sowjetisch besetzten Zone und der DDR geflüchtet waren. Ihnen ging es um die Wiedergewinnung der deutschen Rechts- und Wirt-schaftseinheit auf der Grundlage der Menschenrechte, des demokratischen Aufbaus und der Rechtskontrolle der Staatsorgane.
Das Tagungshaus blieb bis in jüngste Zeit Symbol des demokratischen Miteinanders. Den schon geplanten Abriss verhinderte ein Bürgerbegehren, so dass das 1991 in städtischen Be-sitz übergegangene Gebäude umfangreich denkmal- und klimagerecht saniert wurde.
Das HdB ist, wie Meinkes Entwürfe, Zeugnis des Bemühens um eine neue, demokratische Ästhetik, die den Wiederaufbau nach dem II. Weltkrieg prägten. Denn Kunst am Bau wurde auch in der jungen Bundesrepublik – in Anknüpfung an die Weimarer Zeit und in Abgrenzung zur Vereinnahmung unter nationalsozialistischer Herrschaft – wieder als staatliche Aufgabe gesehen. Neben der Förderung der Künstler war es erklärtes Ziel, Kunst „ins Volk“ zu bringen und zum Bestandteil des öffentlichen Lebens zu machen, sowie die Qualität der Bauten zu steigern und das „baukulturelle Selbstverständnis und die Schöpfungskraft“ des Landes im In- und Ausland sichtbar werden zu lassen, so das Bundesbauministerium.
Die Königsteiner Beispiele werden in der Ausstellung vorgestellt.
Eröffnung 27.10.2026 um 13.00 Uhr im Rathaus Königstein durch Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko.
Hans Meinke, Entwürfe – Das Haus der Begegnung
Kunst im öffentlichen Raum in der Nachkriegszeit:
Archivausstellung im Rathaus Königstein
Eröffnung: 27.10.2026 um 13.00 Uhr
Ort: Rathaus Königstein, EG 1, Burgweg 5, Königstein im Taunus
Die Ausstellung ist vom 27.10.2026 bis 4.12.2026 zu den Öffnungszeiten des Rathau-ses oder nach Vereinbarung zu sehen.
Anfragen zu Führungen unter: Tel. 06174 202-263 oder alexandra.koenig@koenigstein.de
