Königstein im Taunus

Die Königsteiner Uhu-Familie: Brutsaison 2021


UHU-TV geht auf Sendung

Es ist hoffentlich bald wieder soweit…Die Königsteiner Uhus befinden sich aktuell in der Haupt-Balzzeit. Die Kamera wird ab Donnerstag, den 11.02.2021 Online geschaltet – zunächst ohne Chatfunktion. Mit etwas Glück kann man dann bereits das Uhumännchen und das Uhuweibchen rufen hören und auch im Nest sitzen sehen – vorwiegend das Uhumännchen, das Uhuweibchen sitzt dauerhaft erst mit Beginn der Brutzeit. Sobald das Uhuweibchen dauerhaft im Nest sitzt, wird auch der Live-Chat starten. Die vielfältige Stimme des Uhumännchens ist landläufig kaum bekannt. Es sind faszinierende Laute, die man hier miterleben könnte und die den Zuschauern einen neuen Aspekt des Lebens der Uhus eröffnen.

Häufig findet die Balz im Umfeld des Nestes statt, für die Kamera unsichtbar, aber unüberhörbar. In den letzten schneereichen Tagen wurde witterungsbedingt weniger gebalzt und es kann sein, dass durch den jetzigen Kälteeinbruch, dass Balzverhalten auch wieder ausgesetzt wird, vornehmlich vom Uhuweibchen. Außerdem gehen die Fachleute davon aus, dass die Eiablage aufgrund des diesjährigen kälteren Winters mit starken Schneefällen auch später als letztes Jahr erfolgt. Tiere spüren instinktiv, wann der richtige Zeitpunkt ist und wägen Witterung und damit verbunden auch das Nahrungsangebot ab.

Der Nestbau wurde mit fachkundiger und tatkräftiger Unterstützung des Feldberg Falkners Christian Wick optimiert.

 Es kann sein, dass die Eiablage und das Schlüpfen leider nicht vollständig zu sehen ist, da der angebrachte Eichenast die Sicht möglicherweise verhindert.

Bürgermeister Helm: „Wir sind zuversichtlich mit den Uhueltern gemeinsam in eine hoffentlich erfolgreiche, friedvolle und glückliche Brutsaison 3.0 starten zu dürfen und freuen uns mit den Zuschauern wieder auf faszinierende Eindrücke und wunderschöne Bilder“.

Die Ereignisse der Brutsaison 2021 in chronologischer Reihenfolge zum Nachlesen und Nacherleben:

23.06.2021:

Burg-Junguhu hat das Nest verlassen

Der diesjährige Junguhu des Königsteiner Burg-Uhupaars „Charlotte & Leopold“, wie die Fans die Elterntiere nennen, hat sein Nest verlassen. Jetzt ist die nächste Phase seiner Entwicklung, vom Nestling zum Ästling, eingetreten. Bürgermeister Helm freut sich: „Der Junguhu hat die ersten Tage in neuer Umgebung anscheinend gut überstanden. Die Mikrofone der Uhu-Cam registrieren nachts seine Bettelrufe zur Kontaktaufnahme mit den Elterntieren.“ 

Die Stadt Königstein schließt daraus, dass sich der junge Uhu offensichtlich im Burgrevier aufhält. In den Kamerabereich ist er allerdings noch nicht geflogen. Die Alttiere sind ebenfalls gelegentlich zu hören und zu sehen. Sie haben jetzt alle Flügel und Greife voll zu tun, den Kleinen auf seine Selbständigkeit vorzubereiten. „Sollte es etwas Neues von den Uhus geben, werden wir gerne berichten, bzw. Videoclips einstellen“, verspricht Helm.

 

Die Fotos zeigen den Junguhu beim kräftigen Trainieren seiner Flügel. Foto: Pfenninger

12. Mai 2021:

Ein Uhu-Junges auf der Königsteiner Burg

Zufällige Entdeckung unterm acht Meter hohen Nest

Das prominente Uhu-Paar macht es der Stadt Königstein und allen Uhu-Freund*innen in diesem Jahr nicht leicht. Zum einen sind die beliebten Uhus „Charlotte“ und „Leopold“, wie sie liebevoll von den Uhu-Fans genannt werden, aus ihrem ursprünglichen Horst im Innenhof an einen nicht einsehbaren Ort gezogen. Zum anderen ist auch in diesem Jahr wieder ein Junges aus dem Nest gefallen.

In der vergangenen Woche entdeckten Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs bei Arbeiten auf der momentan geschlossenen Burg, zufällig einen jungen Uhu unterhalb des acht Meter hohen Nistplatzes. Eilig wurde Christian Wick, der Falkner vom Feldberg-Falkenhof, gerufen. Der Experte konnte zum Glück feststellen, dass dem nur wenige Wochen alten Jungvogel nichts passiert war. Er entschied, den Vogel dorthin zu setzten, wo es für ihn am besten sei – zurück ins Nest zu den Eltern. Das gelang mittels eines Hubsteigers vom Königsteiner Betriebshof problemlos. Die Eltern haben das Junge auch anscheinend wieder angenommen, wie man aus der Ferne beobachten konnte.

Bürgermeister Leonhard Helm: „In diesem Fall war die Entdeckung auf der sonst menschenleeren Burg und die Zurücksetzung des Uhus im Nest ein glücklicher Zufall.“

Die Königsteinerin Anne Pfenninger und ihr Mann hatten das Junge auch schon in der Nische endeckt und aus der Ferne das tolle Foto schießen können. Anne Pfenninger: "Als Biologen beobachten wir oft die Tiere auf der Burg und staunten nicht schlecht, als uns der Unhu und ein Junges vor die Linse kam."  

Im vergangenen Frühjahr hatte eine Live-Cam die gesamte Brutzeit die Aufzucht der Jungvögel auf dem Königsteiner YouTube-Kanal übertragen. Millionen Zuschauer verfolgten Tag und Nacht live das Geschehen. Viele erinnern sich noch heute an die dramatische Rettungsaktion des „Quax“ genannten Uhus, der herunterfiel, vom Falkner aufgepäppelt wurde, zurück ins Nest kam und dann leider durch Parasitenbefall starb.

Bürgermeister Helm: „Das war für alle, die das Leben der Vögel live mitverfolgten, eine sehr emotionale Sache. Es war ein immer auch ein Spagat zwischen Verantwortungsgefühl und einem Eingriff in das Leben von Wildtieren. Wir haben letztes Jahr in die Natur eingegriffen, eine Barriere angebracht und so das Nest absturzsicher gestaltet. Eine einmalige Entscheidung, die schon damals nicht leicht war, aber durch Expertenrat mitgetragen wurde.“

In diesem Jahr haben sich die geschützten Wildtiere allerdings einen anderen barrierefreien Nestplatz gesucht – abseits der Kameras und Ast-Sicherung. Helm: „Wir können so auch die Reaktionen der Uhus auf die Veränderungen nicht mehr minutiös beobachten wie im letzten Jahr. Mit Eingriffen müssen wir daher besonders vorsichtig sein.“

Schon zum dritten Mal zieht ein wildes Uhu-Paar seine Jungen auf der Königsteiner Burg auf, zweimal konnte das Brutgeschehen live auf der YouTube-Seite der Stadt Königstein verfolgt werden, dazu gab es einen Live-Chat und immer wieder tolle Aufnahmen aus dem Leben der Uhus.

Helm: „Auch wenn die Tiere in diesem Jahr kamerascheu sind, gehören sie zur Burg. Es sind Wildtiere, die wir nicht beeinflussen können. Das macht ja auch die Faszination aus.“

Im Fall, dass die Burg bei fallender Corona-Inzidenz wieder geöffnet wird, sollten Besucher*innen immer besondere Rücksicht auf alle brütenden Tiere auf der Burg nehmen. Das gilt für die prominenten Uhus, aber genauso für viele andere Vogel- und Tierarten, die die alte Ruine im Frühling zu Aufzucht ihrer Jungen nutzen.

1. Mai 2021:

Uhus brüten auf der Burg Königstein

Horst an einem anderen Ort

Es gibt erfreuliche Nachrichten von den Königsteiner Uhus. Diese haben von den Kameras unbemerkt Brut und Aufzucht von Jungen auf der Burgruine aufgenommen. Allerdings befindet sich der Horst an einer für die Kameras nicht einsehbaren Stelle auf der Burgruine.

Bürgermeister Leonhard Helm: „Das heißt, sie haben ihr Territorium nicht verlassen und es gibt auch dieses Jahr den erhofften „Uhu-Nachwuchs 3.0“ vom Uhu-Elternpaar „Charlotte“ und „Leopold“. Die Kameras können wegen der unzugänglichen Lage des Nestes und im Hinblick auf das Brutgeschehen nicht umgehängt werden. Wir wollen die geschützten Tieren mit solchen Aktionen jetzt nicht stören.“

Beiden Elterntieren geht es dem Anschein nach gut, offenbar hat sogar die Fütterung von Jungtieren bereits begonnen. Helm: „Die Nische ist allerdings nicht einsehbar, so dass wir nicht wissen, wie viele Eier gelegt wurden.“

Da also in diesem Jahr die bekannte Brutnische nicht genutzt werden wird, wird die Stadt Königstein den öffentlichen Livestream ab nächster Woche beenden.

Trotz der Brutzeit kann die Burg wieder geöffnet werden, sollten die aktuellen Bestimmungen das zulassen.

Wenn es Neuigkeiten oder eventuell Bilder gibt, informiert die Stadt darüber zeitnah auf der städtischen Homepage und ihrer YouTube Seite.

27. April 2021:

Uhu-Besuch vorm Rathaus
Noch Hoffnung auf Brutzeit im Nest

Tierischer Besuch vorm Rathaus: Falkner Christian Wick vom Falkenhof auf dem Feldberg kam mit dem stattlichen Uhu „Anton“ vors Königsteiner Rathaus. Zuvor hatte der Falkner mit dem zahmen Uhu, der auf dem Feldberg lebt, einen Film-Termin auf der Königsteiner Burg.
Dort dreht die Stadt gerade kleine Beiträge für die städtische YouTube-Seite zum Thema Uhus. Falkner Wick: „Es wird vieles über das Leben der Wildtiere erklärt, soll den Menschen diese geschützten Vögel näher bringen.“ Die Filme sollen in den nächsten Wochen auf der städtischen Seite veröffentlicht werden.
Wick berät Königstein seitdem die wilden Greifvögel auf der Burg brüten. Schon zweimal zog das Uhu-Paar „Charlotte“ und „Leopold“ in der Mauernische des Burghofes – übertragen per Video-Livestream in die ganze Welt – Jungvögel auf.
In diesem Jahr allerdings hat sich das bekannte Königsteiner Paar noch nicht in der Nische niedergelassen. Falkner Wick hat aber noch Hoffnung: „Die Witterung war bisher sehr kalt. Uhus können bis in den Mai hinein ihre Eier legen.“
Die Stadt Königstein und die ganze Uhu-Fan Gemeinde wartet also noch ab – die Live-Kamera auf YouTube bleibt vorerst geschaltet.


Uhu-Update 28.03.2021

 leider machen sich die Königsteiner Uhus seit Anfang März 2021 in der Brutnische rar.

Dies können mehrere Gründe sein:

 

  • Es war ihnen bis jetzt auf der Burg zu kalt und zugig und sie brüten dort später

  • Sie haben einen geeigneteren Brutplatz für ihren Nachwuchs gefunden

  • Sie setzen dieses Jahr die Brut aus

 

Zum jetzigen Zeitpunkt geht die Stadt aber noch nicht von den beiden letzteren Situationen aus und gibt die Hoffnung nicht auf. Bürgermeister Leonhard Helm: "Wir würden uns nichts mehr wünschen, als das Charlotte & Leopold uns dieses Jahr wieder an der Aufzucht ihres Nachwuchses teilhaben lassen. Letztes Jahr war der Brutbeginn sehr früh. Dieser Winter war ein ganz anderer als der letztjährige. Durch die langen Kälteperioden und die andauernden Phasen der geschlossenen Schneedecke ist auch für die Wildtiere und unsere Uhus eine ganz andere Situation entstanden." Jedes Uhupaar hat auch seinen „eigenen Brutkalender“ und stellt sich auf das Nahrungsangebot für die Aufzucht des Nachwuchses ein.

Überwiegend brüten Uhus im März, aber auch im April ist dies noch möglich.

„Es handelt sich bei den Uhus um Tiere aus der freien Natur, deren Verhalten variabel ist“, so die städtische Umweltbeauftragte und Biologin, Birte Sterf. Der Falkner, Christian Wick, ergänzt: „Die Uhus haben eben nicht die Literatur gelesen und es sind Wildtiere, die das tun, was sie für richtig halten.“

 

Ende September 2020 hat das Uhumännchen zum ersten Mal wieder das Nest inspiziert. Von Januar bis Ende Februar 2021 war eine kontinuierliche Nestaktivität und Balzgesang feststellbar – das Uhumännchen naturgemäß regelmäßiger und lockend, aber auch das Uhuweibchen hat dann die Brutnische öfters in Augenschein genommen und auch ein paar Mal „Probe gesessen“. Wir konnten bis dahin nicht feststellen, dass irgendetwas nicht passte.

Das Uhumännchen schlägt geeignete Brutplätze vor (das können auch Verschiedene sein) und das Uhuweibchen prüft diese. Letztendlich entscheidet sie sich zu dem für ihren Nachwuchs am besten geeigneten Brutplatz.

 

Im März haben wir folgende Aktivitäten feststellen können:

 

  • 05.03. Beide rufend

  • 06.03. Beide mit Balzgesang in Brutnischennähe rufend und das Uhumännchen in der
               Nische lockend

  • 07.03. Beide rufend

  • 11.03. Beide mit Balzgesang in Brutnischennähe rufend und das Uhumännchen in der
               Nische lockend

  • 18.03. Revierruf Uhumännchen

  • 20.03. Beide rufend

  • 23.03. Revierruf und Sichtung Uhumännchen etwas entfernter von der Brutnische

  • 24.03. Revierruf Uhumännchen

  • 25.03. Das Uhuweibchen sitzt früh morgens 18 Minuten auf dem Ast vor der
               Brutnische und
               Revierruf und Sichtung Uhumännchen abends etwas entfernter von der
               Brutnische

  • 26.03. Beide rufend

  • 28.03. Beide rufend

 

 

Bürgermeister Helm: "Wir wissen nicht, warum Anfang / Mitte März die dortigen Nestaktivitäten nachgelassen haben. Wir wollten in dieser Phase auch keine weiteren Änderungen am Nest vornehmen, da die Uhus in der Zeit vor Brutbeginn und Eiablage am Sensibelsten auf Neststörungen reagieren.

Wie oben schon erwähnt, geben wir die Hoffnung nicht auf und zumindest sind die Rufaktivitäten wieder öfters!

Und Hauptsache es geht den Elterntieren gut."

 

 



Im Moment ist es sehr ruhig im Uhu-Nest. Am 5. März konnte man die beide Uhus deutlich Rufen hören.

Am 6. März in den frühen Morgenstunden war das Uhupaar balzend in Nestnähe zu hören und das Uhu-Männchen wurde wieder lockend in der Brutnische zu sehen. Auch am 7. März gab es rufende Laute aus der Burg.

Im Moment sind sie für die Kameras nicht sicht- oder hörbar. Die Königsteiner Uhus liegen zeitlich noch genau im Rahmen für einen Brutbeginn. Überwiegend brüten Uhus im März, aber auch der April ist möglich.  Die städtische Biologin Birte Sterf: "Es handelt sich bei den Uhus um Tiere aus der freien Natur, deren Verhalten variabel ist."