Besonders die Umgestaltung der Stadtmitte ist dabei in den Fokus geraten. Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko stellt klar, dass unterschiedliche politische Positionen im Wahlkampf legitim seien, Falschbehauptungen über die Arbeit der Verwaltung und demokratisch gefasste Beschlüsse jedoch nicht akzeptiert werden könnten.
So ist beispielsweise eine verbreitete Fotomontage zur geplanten Tiefgarage in der Konrad-Adenauer-Anlage irreführend. Dort wird behauptet, im Bereich der Tiefgaragenzufahrt seien weder Baumpflanzungen noch Begrünungsmaßnahmen vorgesehen. Tatsächlich zeigen die offiziellen Planungen der beauftragten Fachbüros eindeutig neue Baumstandorte, unter anderem im Bereich des ehemaligen Hotels Bender, sowie umfassende Begrünungen. Diese Maßnahmen waren von Beginn an Bestandteil der öffentlich zugänglichen Planunterlagen und ebenso in den Kostenberechnungen enthalten.
Über der Tiefgarage werden die neuen barrierefreien Bushaltestellen entstehen. Diese wurden von einem beauftragten Büro mit Verkehrsplanern berechnet. Zur Behauptung, der neue Busbahnhof wäre unzureichend, wurden der Stadt keine Berechnungen oder andere Fakten vorgelegt. Allerdings zeigten die von der Stadt beauftragten Planer bei der Informationsveranstaltung zur Stadtmitte im Haus der Begegnung durch genau Simulationen anschaulich, wie die Busse künftig in die Haltestellen ein- und ausfahren.
Auch hinsichtlich eines angeblichen neuen Baugebietes im Stadtteil Schneidhain werden falsche Eindrücke vermittelt. Immer wieder ist von einem Gebiet „Kohlweg III“ die Rede, das angeblich im Regionalen Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche vorgesehen sei. Einen solchen Namen gibt es jedoch weder offiziell noch inoffiziell. In sämtlichen Unterlagen der Stadt wird der Bereich als Fläche zwischen Vorderem und Hinterem Grünen Weg geführt. Die rund 88.000 Quadratmeter große Fläche war zu keinem Zeitpunkt Gegenstand konkreter Bebauungsplanungen, und es wurden auch keine Nutzungskonzepte entwickelt.
Die tatsächliche Beschlusslage ist eindeutig: Die Stadtverordnetenversammlung hat am 18. Dezember 2025 im Rahmen der Stellungnahme zum Entwurf des Regionalplans Südhessen und des Regionalen Flächennutzungsplans ausdrücklich beschlossen, einer Umwandlung des bisherigen „Vorranggebiets Regionaler Grünzug“ in eine „Wohnbaufläche, Planung“ nicht zuzustimmen. Stattdessen sollen die Flächen weiterhin als Regionaler Grünzug sowie als Vorbehaltsgebiet für Landwirtschaft erhalten bleiben. Vorausgegangen waren entsprechende Beratungen im Magistrat sowie im Bau- und Umweltausschuss, in denen diese Zielrichtung bereits bestätigt wurde. Die verabschiedete Stellungnahme entspricht damit klar dem Willen der städtischen Gremien.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der Stellungnahme der Stadt lediglich um eine Empfehlung im Beteiligungsverfahren handelt. Die endgültige Festlegung erfolgt durch den Regionalverband FrankfurtRheinMain im weiteren Aufstellungsverfahren. Die Stadt Königstein hat somit keine eigenständige Ausweisung eines Baugebietes beschlossen, sondern ihre fachliche Position zur Sicherung der Freiflächen eingebracht.
Auch zum geplanten Quartier Weidenblick stellt die Stadt klar, dass entgegen mancher Darstellungen kein reines Wohngebiet entstehen soll. Vorgesehen ist vielmehr ein urbanes Quartier, das unterschiedliche Nutzungen vereint und sowohl Miet- und Eigentumswohnungen als auch Büro- und Praxisflächen, einen Drogeriemarkt sowie weitere gewerbliche Angebote umfasst. Das zugrunde liegende Bebauungskonzept wurde von der Stadtverordnetenversammlung mit deutlicher Mehrheit beschlossen; die planungsrechtliche Umsetzung erfolgt über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan.
Mit Blick auf Forderungen nach einem „Ratsbegehren“ zur Stadtmitte weist die Bürgermeisterin darauf hin, dass dem Projekt bereits eine außergewöhnlich breite Bürgerbeteiligung vorausgegangen ist. In Workshops, über eine Onlineplattform und in weiteren Formaten hatten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Ideen, Wünsche und Bedenken einzubringen. Die heutige Planung ist das Ergebnis dieses intensiven Beteiligungsprozesses sowie anschließender demokratischer Beschlüsse.
Die Stadt appelliert daher an alle politischen Akteure, die sachliche Grundlage der Diskussion zu wahren. Die anstehenden Projekte beruhen auf transparenten Verfahren und legitimierten Entscheidungen der gewählten Gremien. Eine verlässliche Information der Öffentlichkeit sei gerade im Wahlkampf von zentraler Bedeutung, um Vertrauen in kommunale Entscheidungsprozesse zu sichern und Verunsicherung zu vermeiden.
