„Die neue Mitte unserer Stadt ist kein Schnellschuss. Was wir jetzt umsetzen, ist das Ergebnis jahrelanger Diskussionen, vieler Planungsansätze und intensiver Mitwirkung aus Bürgerschaft und Politik – und nicht zuletzt demokratischer Beschlüsse“, betont Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko.
Notwendige Eingriffe in den Baumbestand – Aber auf Dauer wird es mehr Grün als heute geben

Im Zuge der Bauvorbereitung müssen in der Konrad-Adenauer-Anlage 45 von insgesamt 73 Bäumen entfernt werden. Im Kurpark sind es 16 von 314 Bäumen. Ein Teil der Bäume weist bereits deutliche Schäden oder Einschränkungen der Stand- und Bruchsicherheit auf. Diese hätten schon aus Gründen der Verkehrssicherheit ohnehin gefällt werden müssen.

Umpflanzungen erhalten wertvollen Bestand
Wo es möglich ist, werden Gehölze erhalten und an neue Standorte versetzt. Vier Bäume werden in die Hubert-Faßbender-Anlage umgesetzt, ein weiterer Baum findet einen neuen Platz im Kurpark. Zusätzlich werden sechs solitäre Großsträucher in das Woogtal verpflanzt.
Klimaanpassung durch neue, widerstandsfähige Baumarten
Den entfallenden Gehölzen stehen umfangreiche Neupflanzungen gegenüber, so dass in Zukunft mehr Bäume die Lebensqualität verbessern werden. Künftig prägen zudem klimaresiliente Arten wie Eichen, Linden, Ahorn und Erlen das Bild. Sie sind deutlich besser an Hitze, Trockenperioden und wechselnde Niederschläge angepasst und leisten einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung des Stadtgrüns. Weitere Baumarten werden im Verlauf der Bauarbeiten gesondert vorgestellt.
Stadtentwicklung mit langer Vorgeschichte
Bereits seit über 50 Jahren verfolgt Königstein die Vision einer lebendigen und zeitgemäßen Stadtmitte. Erste Überlegungen reichen bis ins Jahr 1972 zurück. Besonders seit 2018 wurde die Planung konsequent vorangetrieben – begleitet von intensiver fachlicher Arbeit und umfassender Bürgerbeteiligung über Workshops, Online-Plattformen, öffentlichen Veranstaltungen und den notwendigen Beschlüssen städtischer Gremien.
„Diese Planung ist nicht hinter verschlossenen Türen entstanden. Sie ist Ausdruck breiter bürgerschaftlicher Mitwirkung“, so die Bürgermeisterin.
Klimaschutz, Aufenthaltsqualität und moderne Mobilität
Königstein schafft mit dieser Maßnahme einen zusammenhängenden Stadtraum zwischen der Konrad-Adenauer-Anlage und dem Kurpark, der Begegnung, Bewegung und Erholung ermöglichen wird. Der Kapuzinerplatz wird zu einem zentralen Ort des Aufenthalts mit Wasserspielen, Beschattung und Veranstaltungsfläche.
Im Fokus stehen dabei:
- neue Grünflächen und Baumpflanzungen zur Verbesserung des Mikroklimas,
- Entsiegelung bisher stark befestigter Bereiche,
- ein nachhaltiges Wassermanagement mit Regen- und Brauchwassernutzung,
- Zisternen zur ressourcenschonenden Bewässerung,
- sichtbare Wasser-Elemente zur Klimaanpassung und Aufenthaltsqualität.
Neuordnung der Mobilität und Unterstützung des Gewerbes
Barrierefreie Bushaltestellen, moderne Fahrradstellplätze, Ladezonen und ein intelligentes Parkleitsystem verbessern künftig die Erreichbarkeit. Eine Tiefgarage ersetzt die meisten Stellplätze, die bislang auf P1 und P2 sind.
„Als Bürgermeisterin werde ich dafür Sorge tragen, dass die Wirtschaftsförderung die ansässigen Betriebe unter anderem durch gezieltes Baustellenmarketing unterstützt, damit die Innenstadt auch während der Bauphase gut erreichbar und attraktiv bleibt.“
Investition in die Zukunft
Das Gesamtprojekt umfasst ein Investitionsvolumen von rund 16 Millionen Euro. Ein wesentlicher Teil wird durch Fördermittel des Bundesprogramms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ getragen, aus dem Königstein als einzige Kommune in Hessen eine Förderung in Höhe von fünf Millionen Euro erhält.
Mit der Umgestaltung entsteht eine Stadtmitte, die Klimaschutz, Lebensqualität und nachhaltige Entwicklung miteinander verbindet – ein Ort zum Verweilen statt nur zum Durchqueren.
