Mobilitätsforum
Ergebnisse der Bürgerbeteiligung liegen vor
17. Februar 2026
Am 31. Januar 2026 fand im Haus der Begegnung das Mobilitätsforum zur Erarbeitung des integrierten Mobilitätsplans für Königstein statt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, das Leitbild „Königstein 2035+: zukunftsfähig, sicher und lebenswert“ zu kommentieren und mit konkreten Maßnahmenideen zu unterlegen.
Die Veranstaltung ist Teil der Erstellung des Mobilitätsplans nach dem europäischen Standard eines „Sustainable Urban Mobility Plan“ (SUMP). Nach einem fachlichen Impuls von Prof. Dr. Martin Lanzendorf (Goethe-Universität Frankfurt) sowie Beiträgen von Lisa Lauf (Hochtaunuskreis) und Georgios Kontos (Regionalverband FrankfurtRheinMain) stand die Beteiligung der Öffentlichkeit im Mittelpunkt. In Arbeitsphasen bewerteten die Teilnehmenden die Mobilitätssituation in Königstein und entwickelten Vorschläge entlang der Handlungsfelder des Leitbildes.
Um unterschiedliche Perspektiven systematisch einzubeziehen, wurden Maßnahmen sowohl aus persönlicher Sicht als auch anhand verschiedener Personas – beispielsweise Familien mit Schulkindern, mobilitätseingeschränkte Personen oder Berufspendler – diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass Mobilitätsplanung häufig Zielkonflikte beinhaltet, etwa zwischen Verkehrsfluss und Verkehrsberuhigung oder zwischen Parkraumschaffung und Aufenthaltsqualität. Gleichwohl lassen sich aus der Beteiligung klare inhaltliche Schwerpunkte ableiten.
Verkehrssicherheit erhöhen
Die Verkehrssicherheit wurde als höchste Priorität benannt. Im Schulumfeld wurden sogenannte Elterntaxi-Parkplätze vorgeschlagen, um das morgendliche Verkehrsaufkommen zu reduzieren und Schulwege sicherer zu gestalten. Darüber hinaus wurde eine Ausweitung von Tempo-30-Zonen angeregt.
Der Königsteiner Kreisverkehr wurde mehrfach thematisiert. Die Situation für den Fuß- und Radverkehr wird dort als problematisch wahrgenommen, unter anderem aufgrund langer Wartezeiten an Lichtsignalanlagen und unübersichtlicher Querungssituationen. Auch Gehwegparken sowie Radverkehr auf Gehwegen wurden als Sicherheitsrisiken benannt.
Zudem wurde auf die unsichere Situation für Radfahrende aufgrund fehlender durchgängiger Radverbindungen hingewiesen. Netzlücken führen dazu, dass Radfahrende auf stärker befahrene Straßen ausweichen oder in Mischverkehrssituationen unterwegs sind.
Nachhaltige, starke und attraktive Kurstadt
Ein weiterer Schwerpunkt der Rückmeldungen betrifft die Belastung durch Durchgangsverkehr. Insbesondere in der Innenstadt und entlang stark frequentierter Straßen werden Lärm und Beeinträchtigungen der Luftqualität als problematisch wahrgenommen.
Genannt wurden daher Maßnahmen zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs, zur Optimierung des Parkraummanagements sowie die Einführung eines digitalen Parkleitsystems zur Verringerung des Parksuchverkehrs. Darüber hinaus wurde angeregt, die Frankfurter Straße stärker auf den Fuß- und Radverkehr auszurichten und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu verbessern.
Aktive Mobilität erhöhen
Zur Stärkung des Fuß- und Radverkehrs wurde ein durchgängiges und sicheres Netz gefordert. Besonders wichtig sind bessere Radwegeverbindungen zwischen den Stadtteilen sowie in Richtung Bad Soden und Oberursel.
Mehr Fahrradabstellplätze – insbesondere an Bahnhöfen und zentralen Standorten – wurden mehrfach vorgeschlagen. Kritisch bewertet wurden auch die eingeschränkten Möglichkeiten zur Fahrradmitnahme im Bus.
Für den Fußverkehr wurde betont, dass zentrale Hauptrouten ausreichend breit und sicher gestaltet sein sollten. Als kurzfristig wirksame Maßnahme wurde gefordert, Bewuchs auf Gehwegen konsequent zurückzuschneiden und rechtswidriges Gehwegparken stärker zu kontrollieren und zu ahnden.
Gut vernetzt den Umweltverbund nutzen
Ein leistungsfähiger Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr wurde als zentrales Ziel benannt. Vorgeschlagen wurden digitale Fahrgastinformationen an allen Haltestellen sowie eine verlässlichere Echtzeitinformation in der RMV-App. Auch die Kommunikation bei Verspätungen am Bahnhof wurde als verbesserungswürdig eingestuft.
Ergänzend wurde die stärkere Einbindung privater Anbieter wie Sammeltaxis, Bike- und Carsharing oder E-Scooter diskutiert, um flexible Mobilitätsangebote zu ermöglichen.
Effizientes Pendeln in Stadt und Region
Für Pendlerinnen und Pendler wurden insbesondere Verbesserungen im Bahn- und Busangebot angeregt. Dazu zählen eine höhere Taktung der RB 12, der Ausbau von Bike+Ride- und Park+Ride-Anlagen, die Prüfung eines RB-12-Express mit Auslassen einzelner Zwischenhalte, allgemeine Taktverdichtungen sowie ein Schnellbus vom Kreisel in umliegende Gemeinden mit S-Bahn-Anschluss.
Als Beitrag zur Barrierefreiheit wurden der barrierefreie Ausbau aller Haltestellen sowie die Idee eines Aufzugs vom Bahnhof in die Stadtmitte genannt.
Nicht alle vorgeschlagenen Maßnahmen können vollständig umgesetzt werden. Rechtliche, räumliche und finanzielle Rahmenbedingungen sowie unterschiedliche Interessen erfordern sorgfältige Abwägungen. Ziel ist es, auf Basis der genannten Prioritäten einen realistischen und ausgewogenen Maßnahmenkatalog zu entwickeln.
Wie geht es weiter?
Clara Scheffler, Mobilitätsmanagerin der Stadt Königstein, erklärt: „Wir danken allen Bürgerinnen und Bürgern herzlich für ihr großes Engagement und die zahlreichen konkreten Hinweise. Die Ergebnisse sind bereits weitgehend ausgewertet und fließen nun in die Konkretisierung und Priorisierung der Maßnahmen ein.“
Im Laufe des Jahres wird es eine weitere Beteiligungsmöglichkeit geben, bei der die ausgearbeiteten Maßnahmen vorgestellt und kommentiert werden können. Über diesen nächsten Schritt wird die Stadt rechtzeitig informieren. Ziel ist es, den Mobilitätsplan bis zum Ende des Jahres fertigzustellen.