Königstein im Taunus

Johannisbrunnen

1735 wurde der Brunnen an seinem ehemaligen Standort an der Einmündung des Johannisbrunnenwegs, in Betrieb genommen. Ursprünglich schloss an die Brunnenstele rechts wie links ein Trog an, in den das Wasser jeweils aus einem seitlich an der Stele angebracht Hahn lief. Der Name „Riehrborn“, den die Falkensteiner für ihren Brunnen fanden, verwies auf die technische Besonderheit: Das Wasser wurde über Rohre, den „Riehr“, von der „Brunnenstube“, einem Wassersammelbecken im Bereich des heutigen Ehrenmals, hinunter zum Brunnen geführt.

An dem Brunnen trafen sich die Falkensteiner beim Wasserholen, denn im Dorf gab es noch keine individuellen Wasseranschlüsse. Am Brunnen wurde gewaschen, das Vieh getränkt und natürlich die neusten Nachrichten ausgetauscht. Auf dem historischen Foto von Franz Schilling, das um 1895 entstand, sieht man Bäuerinnen mit ihrer Wäsche. Von der neuen Zeit kündet das stattliche Gebäude im Hintergrund. Es gehörte zur Lungenheilanstalt des Dr. Dettweiler.

Mit der Einführung der Wasserleitung zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlor der Brunnen seine Bedeutung und wurde abgebaut. Vielleicht ging schon dabei ein Becken zu Bruch. Denn nur ein Trog und die Stele lagerten über lange Jahre in der Nähe des Falkensteiner Rathauses. Für die Kinder des Dorfs waren es willommene Spielsachen. „Der Trog war ein prima Versteck, wenn man sich flach hineinlegte“ erinnert sich Hermann Groß an seine Kindheit. Jahrzehnte später veranlasste Groß als Ortsvorsteher von Falkenstein den Wiederaufbau des Brunnens an seinem heutigen Standort.