Königstein im Taunus

Villa Rothschild - Wiege der Bundesrepublik

Haus der Länder war nach dem Zweiten Weltkrieg die Bezeichnung des Gebäudes, das als Wiege der Bundesrepublik Deutschland gilt. Ursprünglich war die prachtvolle Villa 1887-94 als privates Sommerdomizil des Frankfurters Wilhelm von Rothschild und seiner Frau Mathilde erbaut worden.

Zu Lebzeiten der Bauherren gehörten Monarchen und mächtige Finanziers der Kaiserzeit zu den Gästen des Hauses. Durch die Nationalsozialisten wurde es der jüdischen Familie entzogen. Nach dem Krieg wurde hier die Tagungsstätte des Länderrats des Vereinigten Wirtschaftsgebietes (Bizone) eingerichtet.

Hier fielen wichtige Entscheidungen zur Gestaltung des politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbaus des Landes. Am 24. März 1949 fand eine bedeutsame Konferenz statt. Die elf Ministerpräsidenten der Westzonen sowie Ernst Reuter als Berliner Bürgermeister entschieden über so grundlegende Fragen wie die Grenzen der Bundesländer oder über das neue Wahlrecht. Damit legten sie das Fundament der Bundesrepublik Deutschland und bereiteten den Weg zur Verabschiedung des Grundgesetzes.

Heute beherbergt das Haus ein exklusives Hotel. Der umgebende Park ist öffentlich zugänglich. Die Villa Rothschild ist ein historisch bedeutender Ort der deutschen Demokratiegeschichte.