Königstein im Taunus

Luftbrücke Berlin

Nördlich von Königstein, nahe dem Gipfel des Steinkopfs liegt die Absturzstelle einer amerikanischen Dakota C 47, einem sogenannten Rosinenbomber. Am 8. Juli 1948 gegen 23.30 Uhr verloren hier die beiden Piloten First Lieutenant George B. Smith und First Lieutenant Leland V. Williams sowie der Passagier Karl Viktor Hagen, ein Zivilangestellter des Army-Departments, ihr Leben. Es war der erste tödliche Unfall, zwölf Tage nach Eröffnung der Luftbrücke zur Versorgung Berlins.

Heute erinnert der Ort an den großen Einsatz, der zur friedlichen Verteidigung der noch jungen Demokratie und für das Recht der Deutschen ihr demokratisches System in Selbstbestimmung zu wählen, erbracht werden musste.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung vom Nationalsozialismus wurde Deutschland von den Besatzungsmächten in vier Zonen aufgeteilt. Die ehemalige Hauptstadt Berlin lag inmitten der sowjetischen Zone und wurde ihrerseits in vier Sektoren geteilt. Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Ausgestaltung der Währungsreform kam es zu Konflikten zwischen den westlichen Alliierten und der Sowjetunion. Das führte zur Abriegelung Berlins durch die Sowjets. Die Versorgung der Bevölkerung in der zerbombten und von dem Rest des Landes abgeschnittenen Stadt wurde zunehmend prekär. Zur Versorgung der abgeschotteten Stadt organisierten die Westmächte Luftbrücken von Hamburg und dem Rhein-Main-Gebiet aus.  

2,2 Millionen Menschen in West-Berlin wurden ab dem 25. Juni 1948 auf Beschluss des Militärgouverneurs der US-amerikanischen Zone, General Lucius D. Clay, in Absprache mit Briten und Franzosen und dem amtierenden Bürgermeister von Berlin, Ernst Reuter, per Luftbrücke versorgt. Von der Rhein-Main-Airbase Frankfurt und vom Flugplatz Wiesbaden-Erbenheim aus erreichten vor allem Lebensmittel und Kohle die hungernde Bevölkerung. Insgesamt wurden über 270.000 Flüge absolviert und über zwei Millionen Tonnen Luftfracht transportiert.

Die Bezeichnung „Rosinenbomber“ bürgerte sich ein, nachdem zuerst der amerikanische Pilot Gail Seymour Halvorsen begann, Süßigkeiten an kleinen Fallschirmen aus gebundenen Taschentüchern abzuwerfen, um den wartenden Kindern eine Freude zu bereiten.

Abbildung: Startende C 47 auf der Rhein-Main Air Base © Dr. John Provan, Kelkheim/Taunus.