Königstein im Taunus

"Das grenzt an Scheinheiligkeit"

Bürgermeister Leonhard Helm zeigt sich über die jüngste Meinungsäußerung der stellvertretenden ALK-Vorsitzenden Dr. Hedwig Schlachter verwundert, in denen diese seine Überlegungen, wie die hohe Verkehrsbelastung Königsteins etwas eingedämmt werden kann, angreift.

Helm brachte zum Beispiel eine Teilunterführung der B455 ins Spiel, die Idee eines geraden Stichs von der Bischof-Kaller-Straße bis zum Ortsausgang Richtung Opelzoo. „Ich habe das bewusst als Gedankenspiel, als Idee geäußert, denn momentan gibt es keine Vision eines Lösungsansatzes, bei keinem der Beteiligten.“, betont der Bürgermeister. Nun werde ihm in Leserbriefen von der ehemaligen Fraktionsvorsitzenden vorgeworfen, unausgereifte und unrealistische Pläne vorzustellen anstatt dafür zu sorgen, dass die dritte Kreiselspur Richtung Frankfurter Straße geöffnet werden kann.

„Das grenzt schon an Scheinheiligkeit“, entgegnet Helm. Ob man dies gut finde oder nicht, die ALK sei an führender Stelle dafür verantwortlich, dass die für die Stadt dringend erforderliche Stadtentlastung in Form der Westumgehung nicht habe realisiert werden können. Die ALK selbst habe bereits 1985 eine Untertunnelung der B8 vorgeschlagen, allerdings in einem nicht zu realisierenden Ausmaß. Seit dem sei von der Aktionsgemeinschaft außer Ablehnungen aller Art kein realistischer Vorschlag in Sachen Kreisel gekommen, der Verkehr habe nicht abgenommen und die Probleme seien nach wie vor akut.

Die ALK wisse außerdem ganz genau, dass Helm bezüglich der Kreiselspuröffnung wegen Befangenheit zehn Jahre gesetzlich an der Mitwirkung gehindert gewesen sei, weil er am Wolfsweg eine Wohnung besessen habe, die er nun auch aus diesem Grund verkauft habe. „Zuletzt vor etwa drei Jahren bin ich auf die damalige ALK-Fraktionsvorsitzende Dr. Schlachter zugegangen und habe angeregt, dass sie als erfahrene Anwältin mit den übrigen Fraktionsvorsitzenden und dem gegnerischen Anwalt Kontakt aufnimmt“ so Helm weiter. Denn diese Angelegenheit gehe weit über die Möglichkeiten eines ehrenamtlichen Ersten Stadtrates hinaus. Walter Krimmel, der sich bis dato engagiert der Sache angenommen habe, hätte mit einem klaren Mandat der Fraktionen unter Einschluss der ALK viel mehr erreichen können. Nichts sei aber leider von Seiten der ALK geschehen.

Deshalb habe nun Helm selbst den Kontakt mit Rechtsanwalt Möller-Meinecke, der die Gegner vertritt, gesucht und das Gespräch aufgenommen. „Es ist nicht zielführend, mir unausgereifte Ideen vorzuhalten, wenn man selbst keine hat und reflexartig zu allem Nein sagt", betont Helm. Denn irgendwann habe jede Planung mal mit einer Idee begonnen, auch wenn die Umsetzung ein langwieriger Prozess sein könne. Gerade die ALK fordere Lösungen, ohne dabei eigene Ansätze erkennen zu lassen.
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5.7.2016