Königstein im Taunus

Kurbad auf gutem Weg

Kur-Gesellschaft weist Vorwürfe der FDP zurück

 Mit Erstaunen haben der Geschäftsführer Dipl. Ing. Thomas Rausch und der Aufsichtsratsvorsitzende Bürgermeister Leonhard Helm auf die Vorwürfe der FDP zum angeblichen „Trauerspiel“ im Kurbad reagiert.

Seit etwa drei Jahren gehe es in kleinen, aber zielgerichteten Schritten voran, über die auch dem Aufsichtsrat regelmäßig berichtet werde. So könne das Kurbad bis zum Beginn der großen Sanierung ohne größere betriebsbedingte Unterbrechungen weiterbetrieben werden - und das im 45. Jahr seit seiner Errichtung. Mit vielen sichtbaren und unsichtbaren Maßnahmen sei dies weitestgehend sichergestellt worden, während gleichzeitig die Grundsanierung vorbereitet werde.

 

So seien gerade erst die Sanierungsmaßnahmen an den Aktivkohle- und Sandfiltern, einem Herzstück der 45 Jahre alten Technik des Bades, begonnen worden. Die in den vergangenen drei Jahren erneuerten Bauelemente hätten wieder eine Lebenserwartung von weit mehr als 10 Jahren und könnten so sogar bei einer Sanierung der übrigen Technik erhalten bleiben. Gleichzeitig laufe gerade die Vorbereitung der Architekten- und Fachplanerausschreibungen. „Hier hat sich der Aufsichtsrat mit großer Mehrheit entschieden, nach den vorbereitenden Planungen auf neue Architekten und Ingenieure zu setzen. Bislang war das Architekturbüro beauftragt, das auch seinerzeit das mittlerweile denkmalgeschützt Haus errichtet und erweitert habe“, erläutert Geschäftsführer Rausch den aktuellen Verfahrensstand.

 

„Die Leistung der Architekten Geier und Völlger in den letzten Jahrzehnten ist unbestritten - nun gilt es, ihr in Jahrzehnten entstandenes Werk fortzusetzen und es behutsam, aber grundlegend zu sanieren.“ fasste der Aufsichtsratsvorsitzende die Historie und das weitere Vorgehen zusammen. Dass die Verfahren hierzu lange dauerten, sei auch dem Umstand zu verdanken, dass bei einem so großen Auftragsvolumen rechtlich sehr sauber gearbeitet werden müsse und eine Vielzahl von Aspekten - bis hin zum Urheberrechtsschutz - berücksichtigt werden müssten. Auch hierbei sei der Aufsichtsrat immer einbezogen worden.

 

Dass trotz des hohen Alters der Haustechnik der Betrieb des Bades ohne Unterbrechungen fortgesetzt werden konnte - von den ungeplanten, coronabedingten Schließperioden abgesehen - sei dem Ingenieur als Geschäftsführer und der hervorragenden Haustechnik zu verdanken, lobte Helm die Mitarbeiter. „Es ist schade, dass dies im Bestreben, ein paar Punkte im Wahlkampf zu machen, bei der FDP in Vergessenheit geraten ist“, kommentiert Helm die Kritik der FDP.

 

Zum Stand der Bebauungspläne für die Nachbarschaft korrigiert Helm als Bürgermeister die Wahlkampfaussagen der FDP. Es sei nicht üblich, dass er als Bürgermeister in den Wahlkampf eingreife, aber die Vorwürfe gegen die Verwaltung könne er so nicht stehen lassen: „Die Zeiten, in denen Mehrheiten einfach gerade eben wirksam beschließen könnten, was sie wollten, sind lange vorbei. Heute müssen eine Vielzahl von Interessen, vom Biotop- bis zum Denkmalschutz einbezogen werden, bevor Beschlüsse rechtssicher gefasst werden können. Das sollte auch die FDP wissen, die seit mehr als zwei Jahrzehnten Teil der Parlamentsmehrheit in Königstein ist.“ Und häufig verlangten die übergeordneten Behörden umfangreiche gutachterliche Bestandserfassungen, die erheblich Zeit kosteten, so etwa im Zusammenhang mit dem Bachlauf und den Wasseraustritten im Plangebiet.

 

Zudem hätten die Stadtverordneten einstimmig der Verwaltung eine umfangreiche „Dringlichkeitsliste“ mit 14 weiteren Bebauungsplänen, davon vier in der ersten Priorität, ins Auftragsbuch geschrieben. Alleine seit Anfang 2020 seien trotz Corona-Pandemie fast zwei Duzend Bebauungsplanbeschlüsse gefasst worden, davon 2 Satzungsbeschlüsse und 9 Öffentlichkeitsbeteiligungen.

 

Darunter habe man gerade vor einem Jahr auch den Beschluss über die Öffentlichkeitsbeteiligung auf den Weg gebracht. Allerdings hätten erneute Stellungnahmen der Behörden, die dementsprechend abgearbeitet werden mussten, die Beschlussfassung seinerzeit verhindert. Der nächste Schritt der Planung werde der neugewählten Stadtverordnetenversammlung aber im Frühsommer vorgelegt - und auf dessen Basis könne dann auch das Grundstück zur Bebauung ausgeschrieben werden. „Solange die Bebaubarkeit des Grundstücks weitgehenden Unsicherheiten unterliegt, können wir keinen vernünftigen Preis erzielen - und dann fehlt uns das Geld für die Sanierung des Bades“, erläutert der Bürgermeister die Notwendigkeit der Geduld.