Königstein im Taunus

Ein vorbildliches Bauvorhaben: Die neue Kindertagesstätte Wirbelwind auf dem Hardtberg

Die Planungen zur neuen Kindertagesstätte Wirbelwind schreiten nun sichtbar voran und der Baubeginn zeichnet sich ab. Zuerst startet voraussichtlich im nächsten Monat der Straßenbau für das neue Baugebiet, dann rollen die Bagger und Laster für den Kindergarten. Das Leistungsverzeichnis für diese Arbeiten ist auf dem Markt, die Submission der Angebote wird in Kürze erfolgen.

Der Königsteiner Bürgermeister Leonhard Helm sagt: „Das Kindergarten-Projekt ist in vielerlei Hinsicht ein vorbildlicher Bau. Raumgrößen und auch Anzahl der Räume erfüllen neuste Standards und machen moderne pädagogische Konzepte möglich - zugleich ist alles sehr variabel nutzbar. Dazu der riesige Außenbereich. Da möchte man gerne noch einmal Kind sein.“

 So verfügt zum Beispiel jeder Ü3 Gruppenraum über einen eigenen Nebenraum und eigene Toiletten für die Kinder. Die Gruppenräume für die kleinen Kinder unter drei Jahren verfügen über jeweils eigene Toiletten und direkt zugeordnete Schlafräume. Die Flure sind generell sehr breit gehalten und dienen gleichzeitig als Erschließung und Bewegungsflächen für die Kinder. Zusätzlich dazu gibt es einen großen Bewegungs- und Turnraum und einen Entspannungsraum.

 Zum Außenbereich gelangt man durch die Matschschleuse(n), die verhindern, dass der Dreck vom Toben im Freien in die KiTa getragen wird. Hier fällt auf, dass man sowohl von den U3 Räumen als auch von zwei der vier Ü3 Räumen direkt ebenerdig (und über Matschschleusen) ins Freie gelangt.

 Die gesamte KiTa und alle Räume sind barrierefrei zu erreichen.

Der Leiter des Königsteiner Fachbereichs Bauen, Stefan Bouillon, sagt: „Der Kindergarten wird lichtdurchflutet sein, wobei die Architekten und Fachplaner selbstverständlich den sommerlichen Wärmeschutz im Auge haben.“ 

Bürgermeister Helm ist wichtig, dass für das künftig bis zu 24 Personen umfassende Personal gute Arbeitsbedingungen herrschen. „Neben Pausen-, Besprechungs- und Büroraum ist auch ein Team-Raum und eine Dachterrasse vorgesehen. Die hat sogar Burgblick“, sagt er mit einem zwinkernden Auge.

 Für die sieben Gruppenräume gibt es einen großen Mehrzweckraum, der auch zum Essen genutzt wird. Eine gut ausgestatte Küche dient für diesen Speiseraum zur Versorgung. Bouillon: Über 150 Essen pro Tag werden zukünftig frisch und vor Ort gekocht.“

 Höhepunkt für die Kinder wird sicherlich die große Spiel- und Freifläche, die hinter dem Gebäude nach Süd-West ausgerichtet liegt. Hier stehen mehr als 2.000 qm Fläche zum Spielen und Toben zur Verfügung. Helm verrät schon einmal: „Neben einer Bobbycar-Rennstrecke ist im Moment eine „Burg Wirbelwind“, verschiedene Kletter-Treppen, ein „Hexenhaus“, Schaukeln und vieles mehr eingeplant. Und natürlich wird alles eingegrünt und mit Buschwerk und Bäumen bepflanzt. Das wird ein Paradies für die Kleinen.“

 Bouillon ergänzt: „Alle diese Punkte sind heute – mehr oder weniger – „normaler“ Standard, wenn auch im Top-Segment. Was das Projekt zum großen Vorbild macht, sind andere Werte.“

 Das Gebäude im Passivhausstandard gebaut, bedeutet der Energiebedarf ist extrem gering. Der Bauamtsleiter: „Aber keine Angst liebe Eltern und Erzieher/innen, die Fenster können Sie natürlich trotzdem öffnen. Das Gebäude ist so behaglicher als viele andere und es herrscht immer gute Luft, da ständig neue Luft über Wärmetauscher eingebracht wird.“ Weiter ist eine größtmögliche Photovoltaikanlage geplant, die nicht nur das Gebäude mit Strom versorgen kann, sondern darüber hinaus Strom ins Netz einspeist – damit wird das Gebäude evtl. sogar zum Plus-Energiehaus. Der Bürgermeister: „Es benötigt dann vielleicht weniger Energie, als es selbst produziert.“

 Die Heizenergie wird im Keller der KiTa für das gesamte Wohngebiet „Am Hardtberg" mittels eines Blockheizkraftwerkes erzeugt. Hier wird Wärmeenergie für das Wohngebiet und die KiTa und parallel Strom für den Eigenbedarf und ggf. ebenfalls zum Einspeisen ins Netz erzeugt. Spätestens damit sollte das Plusenergiehaus erreicht werden.

 Eine große Regenwasserzisterne ist vorgesehen. Diese wird sicher gut für die großen Freiflächen nutzbar sein. Sie kann aber auch bei Bedarf vom Betriebshof der Stadt geleert werden und zum Gießen der Innerstädtischen Grünanlagen in heißen Sommern dienen.

 Eine weitere Besonderheit, die das Gebäude sehr nachhaltig macht: Es wird in Hybridbauweise erstellt. Boullion: „Nur die tragende Konstruktion ist aus Stahlbeton, die Fassade hingegen ist eine vorgehängte und vorgefertigte Holzkonstruktion. Das spart im Bauprozess erheblich CO² ein und verkürzt die Bauzeit. Außerdem könnte das Gebäude durch diese Bauweise in vielleicht 50 Jahren leicht „weiterverwertet“ und saniert werden.“

 Ein wichtiger Punkt ist die bisher geplante Situation der vor der KiTa liegenden Stellplätze, sie war für alle Beteiligten noch nicht befriedigend gelöst. Hier war es der Auftrag des Bürgermeisters und des Magistrats an die Architekten, eine bessere Lösung zu finden - und mit den neuesten Plänen, die auf Ideen des Bürgermeisters und des Fachbereichsleiters zurückgeht, ist diese Lösung in Sicht. „Wir wollen Einparken vor dem Kindergarten vereinfachen und komplizierte Wendemanöver vermeiden. Deshalb gibt es heute eine Einbahnstraße als Vorfahrt, von der aus schräg eingeparkt wird. Das entspannt die Situation ganz wesentlich. Und insgesamt verfügt der Kindergarten jetzt über 26 Parkplätze. Zum Vergleich: der bisherige Kindergarten hatte keinen einzigen“, erläutert der Bürgermeister abschließend.

Fotos: Heiko Rhode