Königstein im Taunus

Schenkungsvertrag der Burg

Stadtarchiv stellt dem Burg- und Stadtmuseum Faksimile des Schenkungsvertrags der Burg zur Verfügung

 

Das Königsteiner Stadtarchiv unterstützt die Neueinrichtung der ständigen Ausstellung im Burg- und Stadtmuseum mit einem Faksimile des Schenkungsvertrags, den 1822 die jüngste Tochter von Adelheid Marie und Herzog Adolph als Erbin der Königsteiner Burgruine mit der Stadtgemeinde Königstein abschloss.


„Zwischen Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Hilda von Baden, als Erbin Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Mutter Adelheid-Marie von Luxemburg, Herzogin von Nassau einerseits und der Stadtgemeinde zu Königstein im Taunus andererseits, ist folgender Vertrag geschlossen worden:“ Mit diesen Worten beginnt der Schenkungsvertrag, mit dem die Großherzogin Hilda die Burgruine Königstein mit samt dem Grund und Boden, der dann auch mit Parzellenangaben aufgelistet wird, an die Stadt übereignete.

 

Der Verein für Heimatkunde erbat das Dokument, um es in die neue Dauerausstellung einzufügen. Stadtarchivarin Dr. Alexandra König begrüßt es sehr, dass auf diesem Weg das Dokument öffentlich wahrgenommen werden kann. „Es ist eine schöne Vorbereitung auf den 100. Jahrestag der Übereignung im nächsten Jahr“, sagt König.

Dabei hätte die Schenkung – wäre es nach Hilda gegangen – schon einige Jahre zuvor stattfinden können, so die Stadtarchivarin.

 Bereits mit Schreiben vom 6. Juni 1917 wird die Stadt informiert, dass „Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin von Baden gnädigst beschlossen haben, zum Andenken an Höchstihre verstorbene Mutter der Stadtgemeinde Königstein die Ruine Königstein nebst einem 2 Meter breiten Streifen Gelände um dieselbe herum“ zu schenken.

König: „Doch bevor die Stadt die Schenkung annehmen konnte, mussten einige Fragen geklärt werden. So klingt die Definition eines 2 m breite Streifens um die Burg herum sehr eindeutig. In dem unwegsamen Gelände des Hangs stellte eine solche Abgrenzung jedoch einige Schwierigkeiten dar. Vermessungsarbeiten zwischen Brombeerdornen und Fels sind langwierig und kostenintensiv. Eine Orientierung an der bestehenden Parzellierung wurde daher von der Stadt befürwortet.“ Denn liebgewordene Pfade am Königsteiner Burgberg voller Kindheitserinnerungen wollte die Stifterin nicht aufgeben und so gab es einiges zu verhandeln. Auch andere Punkte mussten geklärt werden, von Wegerecht bis Wasserleitungen, bis schließlich  der Schenkungsvertrag zu aller Zufriedenheit im Frühjahr 1922 abgeschlossen  werden konnte.

Die Einzelheiten des Vertrags werden nun bei Wiedereröffnung des derzeit noch Corona-bedingt geschlossenen Burg- und Stadtmuseum im Alten Rathaus für jedermann nachzulesen sein.