Königstein im Taunus

„Wege der Demokratie sichtbar machen“

Oberbürgermeister Peter Feldmann besucht seinen Königsteiner Amtskollegen Leonhard Helm

 Hier der Taunus-Kurort, dort die Finanzmetropole – auf dem Papier haben Königstein und Frankfurt wenig gemeinsam. Ein Eindruck, der täuscht.

 

„Königstein und Frankfurt sind eng miteinander verbunden“, sagten Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und sein Königsteiner Amtskollege Leonhard Helm bei ihrem Treffen im Rathaus des Kurorts. „Die Wiege der deutschen Demokratie, die Paulskirche, steht in Frankfurt. Aber die Wege der Demokratie führen in und durch die Region. Das wollen wir sichtbar machen.“

 So endete die erste deutsche Demokratiebewegung, die 1793 zur Gründung der kurzlebigen Mainzer Republik führte, mit der Verschleppung der Freiheitskämpfer nach Königstein. Und nach dem Zweiten Weltkrieg tagte die Ministerpräsidentenkonferenz in der Villa Rothschild, die bis heute als Wiege des Grundgesetzes gilt.

 Feldmann: „Wenn die Paulskirche zu einem nationalen Demokratiedenkmal werden soll, müssen wir ihre Verankerung in die Region mitdenken. Dazu zählt, Demokratie als etwas zu zeigen, was uns nicht in den Schoß gefallen ist. Die Geschichte Königsteins zeigt wie in einem Brennglas, dass die Demokratie in Deutschland erkämpft werden musste.“

 „Der Frankfurter Mundartdichter Friedrich Stoltze ist eine weitere Verbindung“, ergänzte Bürgermeister Helm. „Er musste bekanntermaßen von hier fliehen, hat die Schönheit Königsteins aber in seinen Texten verewigt. Besonders bekannt ist seine Geschichte von der Fahrt des Raddampfers „Freie Stadt Frankfurt“ von Höchst aus über Bad Soden zu uns, die Königsteiner Straße entlang. Heute erinnert bei uns ein Platz im romantischen Billtal und eine Schule an ihn.“

 In der Gegenwart stehen Frankfurt und Königstein vor ähnlichen Herausforderungen. Vor allem der knappe Wohnraum bereitet den Stadtoberhäuptern Kopfzerbrechen. „Wohnungsnot kennt keine Stadtgrenzen“, so die beiden unisono. „Hier gilt es gemeinsam und mit Absprachen zu planen und Konzepte für die Zukunft zu entwickeln“, betonte Helm. Als Beispiel verwies er auf das geplante Mehrgenerationenhaus auf dem Grundstück am Kaltenborn III. „Auch wir wollen bezahlbare Mieten. Dazu muss aber die Errichtung von Wohnraum bezahlbar bleiben.“

 Feldmann: „Steigende Mieten stellen nicht nur Familien vor Probleme, sondern auch Städte und Gemeinden. Sie fördern die Abwanderung von Fachkräften, von der Erzieher/in bis zur Pflegekraft. Mehr zu bauen, ist der richtige Weg. Aus meiner Sicht muss aber noch mehr geschehen. Deshalb kämpfe ich für den Mietenstopp.“Auch der ÖPNV ist für beide Städte ein wichtiges Thema - vor allem nach der Pandemie. Die Bürgermeister: „Viele pendeln zwischen dem Taunus und Frankfurt. Eine stabile Nahverkehrsverbindung entlastet die Straßen – und schont die Nerven der Pendler.“ Dass der RMV die Strecke der Linie RB 12, die von Frankfurt nach Königstein führt, als Pilotprojekt zum Einsatz neuer Wasserstoffzüge der Hessischen Landesbahn ausgewählt wurde, sei ein wichtiges Signal.

 Zum Abschluss gab es von Helm ein ganz besonderes Geschenk für seinen Frankfurter Kollegen. Ein Kalender mit den heimlichen Stars Königsteins – die Burg-Uhus. Helm: „Sie haben ihren eigenen Livestream – mit regelmäßig 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern.“