Königstein im Taunus

Neues Fahrradkonzept

Bürgermeister Helm fordert mehr als nur neue Wege

 

Startschuss für das neue Radverkehrskonzept in Königstein. Im Haus der Begegnung traf sich geballte Fachkompetenz aus und für Königstein zum Thema Radfahren, die meisten selber aktive Radler:

Bürgermeister Leonhard Helm, Stadtrat Rolf Kerger, Patrik Schneider-Ludorff , 2. Vorsitzender des ADFC Hochtaunuskreis, Didier Hufler, Königsteiner Ansprechpartner des ADFC, Stefan Bouillon, Leiter des Fachbereichs Planen Umwelt Bauen, Tobias Altekrüger vom Fachdienst Planen, Christian Hauck, Fachdienstleiter Sicherheit und Ordnung, Christian Bandy von der Kur- und Stadtinformation, Joachim Helsper, Fachdienstleiter Straßenbau, erstmals mit Paul Fremer vom beauftragten Planungsbüro RV-K aus Frankfurt,

 

Bürgermeister Leonhard Helm, selbst passionierter Radfahrer und auch im Winter nahezu täglich auf dem E-Bike unterwegs, machte sehr deutlich, was er vom neuen Konzept erwartet. „Neue Radwege reichen mir für unsere Stadt nicht. Wir brauchen ein Gesamtkonzept. Neue Wege sind nur ein Teil davon.“

 

Der Bürgermeister versteht darunter unter anderem zusätzliche Stellplätze. Helm: „Je mehr das Fahrrad zum täglichen Transportmittel wird, desto mehr Infrastruktur wird benötigt.“ Sichere Abstellmöglichkeiten, E-Bike Ladestationen und auch eine Reparaturstation mit entsprechenden Werkzeugen sowie Luft für die Reifen, wie es von den Stadtverordneten mehrheitlich beschlossen wurde, gehören dazu. Das einfache Umsteigen zwischen dem Fahrrad und dem öffentlichen Nahverkehr oder auch vorhandenen Car-Sharing Angeboten solle problemlos möglich sein. „Ein Fahrradverleih wie der der Kur- und Stadtinformation ist ein guter Einstieg, am Ende brauchen wir aber auch Kleinigkeiten, wie die beschlossenen Trinkbrunnen, die jederzeit das Nachfüllen der Trinkflaschen erlauben“, sieht Helm die Aufgabenstellung. Touristische Fahrradrouten müssen verstärkt ausgewiesen werden. Besonders wichtig: Das Radfahren soll als attraktive Alternative in den Köpfen der Menschen verankert werden - durch entsprechende Werbekampagnen, aber auch durch im Straßenverkehr sichtbare Hinweise.

 

Berücksichtig werden müssen dabei die verschiedenen Radfahrtypen. „Berufspendler haben andere Bedürfnisse als Hobbyradler mit touristischem Anspruch. Rennradfahrer suchen andere Strecken als Mountainbiker, Sportler andere als Gelegenheitsfahrer“, so Helm. „Das Thema ist spätestens seit der Durchsetzung des E-Bikes vielschichtiger als die Gestaltung von Autostraßen.“ Ganz besonderes Augenmerk muss in der Schulstadt Königstein auch auf sichere Radverbindungen zu den Königsteiner Schulen gelegt werden - damit künftig das Elterntaxi öfter mal stehen bleiben kann. „Das wäre ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz, den auch die junge Generation selber erbringen kann“, erinnert Helm an das Umwelt-Engagement vieler Jugendlicher in den vergangen Jahren.

 

Die Expertenrunde war sich einig, dass die Nachbarkommunen in das Konzept eingebunden werden müssen und die Landesbehörde HessenMobil gehört ebenfalls ins Boot, dadurch erhoffen sich die Radverkehrs-Runde gerade auch im überörtlichen Verkehr Fortschritte.

 

ADFC und Stadt haben in den vergangenen Monaten wertvolle Erkenntnisse über die Situation des Radverkehrs in der Stadt aus den Reihen der Königsteiner*innen für die Radsituation sammeln können. Stadtradel-Organisator Christian Bandy: „Vom Schüler bis zu Senioren oder dem Bürgermeister auf dem E-Bike sind alle Gruppen mitgeradelt. Das hat uns wertvolle Rückmeldungen geliefert.“

 Didier Hufler vom ADFC- Königstein sagt: „Wir wünschen und schätzen die Beteiligung der aktiven Radfahrer. Die kennen die Strecken und Gefahrenschwerpunkte. Viele davon haben ebenso aktiv an unserem ADFC-Fahrradklima-Test teilgenommen und uns Ihre Erkenntnisse übermittelt.“

 

Auch nach Abschluss der Bürgerbeteiligung aus den vergangenen Dezember können alle Königsteiner*innen Gefahrenpunkte, fehlende oder falsche Schilder sowie schlechte Wegstrecken über die www.meldeplattform-radverkehr.de mitteilen. Wer noch Ideen zu neuen Verbindungen hat kann sich an die Stadt Königstein wenden, die das an das Planungsbüro weitergibt.

 Paul Fremer vom Fachbüro RV-K wird jetzt die Ergebnisse bündeln und erste Konzepte erarbeiten. Einen wichtigen Punkt fügte er hinzu: „Man darf sich nicht täuschen lassen, wenn in der Stadt keine Unfallschwerpunkte genannt werden, denn in den offiziellen Statistiken tauchen nur selten Radunfälle auf. Das heiß bei weitem nicht, dass es sie nicht gibt. Die Entschärfung unfallträchtiger Punkte muss Teil des Konzepts sein.“

 Aufgabe des Konzepts ist es, das Fahrradfahren in Königstein sicherer, einfacher, aber auch erfreulicher zu gestalten. „Fahrradfahren ist eine gesunde, sportliche, ökologische und zugleich persönlich befriedigende Alternative zum Autofahren. Ob mit dem Rennrad oder dem E-Bike: Der Weg ist anders als mit dem Auto auch im Alltag immer schon ein Teil des Ziels!“ wirbt Bürgermeister Helm für den (zumindest zeitweisen) Umstieg auf das Fahrrad.