Königstein im Taunus

Grundlegende Sanierung der Altkönigstraße

Alleecharakter bleibt erhalten

Umfangreiche Baumaßnahmen stehen in der Altkönigstraße bevor, Start ist für Mitte des Monats geplant. Die alte Straße, in der viele historisch bedeutsame Gebäude zu finden sind und an der auch die traditionsreiche Klinik Amelung steht, muss grundlegend saniert werden.

In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu Wasserrohrbrüchen, die Straße ist löchrig, die Gehwege haben sich an vielen Stellen aufgeworfen. Auch die darunterliegenden Kanäle und diversen anderen Leitungen sind marode. Es ist außerdem der Wunsch der Anlieger und der Stadt, den historischen Alleencharakter zu erhalten und wiederherzustellen, der durch alters- und klimabedingte Absterben vieler Bäume im letzten Jahrzehnt sehr gelitten hatte.

Der Auftrag für den ersten Bauabschnitt wurde sowohl von der Stadt als auch von den Stadtwerken nach einer Ausschreibung vergeben.

Die grundsätzliche Straßenplanung wurde im vergangenen Jahr im Magistrat und im Bauausschuss beraten und letztlich dem Vorschlag entsprechend in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. 

Baumaßnahmen 2021

Folgende Maßnahmen werden in den kommenden Monaten umgesetzt, um die Altkönigstraße für die kommenden Jahrzehnte in einen wieder guten und für die Bewohner ansprechenden Zustand zu versetzten:

    • Abbruch der alten Straße
    • Alters- und krankheitsbedingten Fällung der alten Alleebäume
    • Erneuerung des Abwasserkanals
    • Erneuerung der Wasserleitungen
    • Erneuerung der Hauptleitung zum Anschluss an den Wasserbeschaffungsverband
    • Erneuerung der sonstigen Leitungen, soweit vom Anbieter gewünscht
    • Frostsicherer Aufbau des Straßenkörpers (60 Zentimeter)
    • Asphaltieren der Fahrbahn
    • Schaffung eines neuen Parkstreifens
    • Pflasterung der Gehwege
    • Energiesparende warmweiße LED-Straßenbeleuchtung
    • Neupflanzung einer Allee aus klima- und schädlingsresistenten Linden


Zweiter Bauabschnitt 2022

Gerade im oberen Abschnitt der Altkönigstraße ab Mühlweg zeigt sich aufgrund der Rissbildung im Asphaltbelag besonders deutlich, dass die Fahrbahn nicht frostfrei gegründet ist und daher die Fahrbahn nun frostsicher bis 60 Zentimeter Tiefe erneuert werden muss. Dies trifft auch auf die Gehwege zu. Die westliche Seite des Gehweges wurde nach Kabelverlegung der Deutschen Fernkabelgesellschaft 1992 mit Betonsteinpflaster befestigt. Es handelte sich damals aber nur um einen Belagswechsel. Die ungebundenen Tragschichten sind ebenfalls erneuerungsbedürftig. Grundsätzlich ist die obere Altkönigstraße technisch gesehen in einem schlechteren Zustand als der erste Bauabschnitt von der B8 bis Mühlweg und wird deshalb ebenfalls grundlegend saniert.

Wiederherstellung der traditionellen Allee

Alleen gibt es nicht mehr viele in der Kurstadt, und gerade in der Altkönigstraße harmoniert der der Alleecharakter besonders gut mit der Bebauung. Um diesen Charakter zu erhalten, hat die Verwaltung die Anzahl von Baumpflanzungen so hoch wie möglich festgelegt, und die dazwischen angeordneten öffentlichen Parkplätze optimiert. Berücksichtigt werden müssen dabei auch viele vorhandene Einfahrten. Da die Straße vor allem dem städtischen Bedarf dient und sich dies auch nicht ändern soll, sind hier keine gröberen Parkplatzflächen, etwa für Wanderer, geplant. Diese würden, wie man in den vergangenen Wochen gesehen hat, die Situation für die Anwohner eher verschlechtern.

Joachim Helsper, Fachdienstleiter Bauen, sagt: „Sowohl eine Reduktion der Anzahl der Bäume zugunsten von Parkplätzen, als auch eine Reduktion der Parkflächen zugunsten von weiteren Bäumen ist nicht zielführend. Der Magistrat hat mit der Planung einen ausgewogenen und nachhaltigen Entwurf beschlossen.“ Von den ehemals 63 Robinen stehen nur noch weniger als die Hälfte und auch davon sind über 50 Prozent stark geschädigt. Zudem muss auch die Ausleuchtung der Straße berücksichtigt werden.

Die derzeitige Fahrgasse zwischen parkenden Fahrzeugen beträgt etwa 4,40 Meter bis 4,50 Meter Breite. Jetzt wird eine Fahrbahnbreite von 4,60 Meter vorgesehen, das heißt, dass die zu Verfügung stehende Fahrbahn tatsächlich etwas breiter sein wird als derzeit. Helsper: „Durch den vorgezogenen Bordstein wird sich diese aber optisch enger darstellen, was zur Minderung der Fahrgeschwindigkeiten beiträgt. Durch die vorgezogene Bordsteinflucht mit Anordnung der Straßeneinläufe werden diese nun auch nicht von Fahrzeugen überparkt und können viermal im Jahr turnusmäßig gereinigt werden.“

Glasfaserausbau

Ein Knackpunkt bei der Sanierung ist der Glasfaserausbau. Bürgermeister Leonhard Helm: „Im Hinblick des Glasfaserausbaues sind die Deutsche Telekom und Vodafone angeschrieben worden. Hier haben wir schriftlich Absagen zum Netzausbau erhalten. Unabhängig davon haben wir nun vor drei Wochen die neuerdings bei uns aktive Deutsche Glasfaser über unsere Maßnahme informiert und auf meine Nachfragen hin mittlerweile auch eine Anfrage eines Mitarbeiters der Deutschen Telekom zum Glasfaserausbau erhalten.“

Allerdings werden Entscheidungen hierüber sicher bei den großen Unternehmen nicht rechtzeitig für die Verlegung in den Untergrund erfolgen. Die Stadt wird deshalb unabhängig vom Anbieter Vorsorge treffen, indem ein Leerrohr beidseitig in den Gehwegen vorverlegt wird, in dem nachträgliche entsprechende Leitungen eingezogen werden können.

Online-Informationen statt Anliegerversammlung

Coronabedingt musste die Anliegerversammlung nun auf die Präsentation auf der Homepage und den Email-Verkehr beschränkt, genügt aber so dennoch der der Verpflichtung zur „Anhörung der Anlieger“. Helsper: „Diverse Anregungen und Hinweise, zum Beispiel auf neue geplante private Grundstückszufahrten, kamen so bei uns an und werden selbstverständlich berücksichtigt.“ 

Seit vielen Jahren gilt in Königstein die Regel, dass die Straßensanierung von den Anwohnern getragen werden muss. Allerdings hat das Land den Kommunen vor einigen Jahren freigestellt, ob sie diese zuvor verpflichtenden Abgaben weiter erheben wollen. Bürgermeister Helm: „Hier wird es daher eine Änderung geben. Wir stellen schrittweise von der Beitrags- auf die Steuerfinanzierung um, indem wir den Beitrag in zehn gleichen jährlichen Schritten auf Null senken. Abhängig von der Finanzsituation werden wir dann einen Aufschlag auf die Grundsteuer erheben. Damit wird künftig die Belastung deutlich gleichmäßiger auf die Bürger verteilt und einfacher planbar.“