Königstein im Taunus

Erstes Branchentreffen Hotel und Gaststätten

Mit einem Ausbau des bestehenden Veranstaltungsangebots wie „Musik im Park“, Sommer-Festen, Veranstaltungsreihen, sowie zahlreichen Aktionen zu Terminen wie St. Martin, Halloween und anderen will die Stadt Königstein das Tourismus-Geschäft in der Kurstadt wieder ankurbeln, sobald das möglichst ist.

Die Stadt, explizit Wirtschaftsförderer und Stadtmarketing-Leiter Jörg Hormann hatte Hoteliers, Gastronomen und Gastgeber ins Haus der Begegnung zum ersten Branchentreffen eingeladen. Wie auch auf dem vorangegangenen Branchentreffen für den Einzelhandel stand erst einmal alles unter der Überschrift „Corona und der Tourismus in Königstein".

Bürgermeister Leonhard Helm: „Der Tourismus ist für unsere Stadt ein wichtiger wirtschaftlicher Eckpfeiler. Die Betriebe in diesem Bereich sind am härtesten von der Pandemie getroffen und hier müssen wir unterstützen und helfen, sobald wieder Gäste kommen dürfen. Das Werbebudget haben wir im letzten Jahr aufgestockt, viele Projekte zur Förderung des Tourismus angestoßen, aber auch hin diesem und dem kommenden Jahr müssen wir noch nachlegen.“

 

Auf der Agenda der Stadtverwaltung stehen nach Auskunft des Wirtschaftsförderers Hormann der Ausbau des bestehenden Veranstaltungsangebots von Stadtführungen und (Heilklima-)Wanderungen. Hormann: „Die Themenfelder: Gesundheit, Kurz-Urlaub, Naherholung, Kurort: DIE KUR, Kooperation mit den Vereinen, Regionale Gemeinschaftsprojekte, Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) – das alles muss ausgebaut werden, um den Gastgebern ein gutes Umfeld zur Vermarktung ihrer Betten und der Gastronomie zu geben.“

Kernthemen der Agenda der Stadt sind: Wandern, Radfahren, die Umgestaltung KuSI und weitere Gestaltungsprojekte der Stadt Königstein (bspw. Gestaltungsfibel, Trinkwasserbrunnen im Kurpark.)

Als Experten hatte das Team um Hormann den Geschäftsführer des Deutsches wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr e.V. (dwif), Lars Bengsch, aus München zugeschaltet: Seine Fragen: „Wo stehen das Gastgewerbe und der Tourismus jetzt? Wie sind die Aussichten und wie springt der Markt wieder an?“

 

Bengsch beschrieb die drastische Lage: „In der Corona-Krise haben alle verloren, manche weniger, manche mehr. Mit einem Milliardenverlust hat der Tourismus unter anderen die stärksten Einbußen zu verzeichnen. Am geringsten spürbar waren mit 5% die Einbußen für den Bereich Camping. Spürbarer war es mit 18% für den Markt für Ferienwohnungen. Klinken erfuhren einen Rückgang von 24%, die Hotellerie hatte Einbußen von 46% und am härtesten traf es mit 60% den Markt für Gruppenreisen.“

 Die Einbußen wirkten sich auch auf den Jobmotor aus, so der Geschäftsführer. Bengsch hatte aber auch „Mutmacher“ für die Zeit danach im Gepäck: „Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und es darf damit gerechnet werden, dass die Reiselust der Menschen wächst, das Budget für Reisen vorhanden ist, denn das Geld wird nicht ausgegeben, und die Menschen vermutlich erstmal keine Fernreisen machen werden.“

Für die ersten Wochen nach dem Neustart rechnet Bengsch mit einem starken Zuwachs im Bereich Outdoor-Aktivität, einem Run auf die Gastronomie und mit großem Interesse an Kulturangeboten und Veranstaltungen.

 

Wichtiger Ansatz des Branchentreffes war schließlich die Ideenwerkstatt. Als Ansprechpartner stellten sich Bürgermeister Leonhard Helm und Jörg Hormann den Fragen, Anregungen und Wünschen der anwesenden Gastgeber. Zu den Wünschen gehört: Die Beflaggung auf der Burg und im Kreisel, sowie dessen Gestaltung. Ausbau des touristischen Radfahrens, mehr geführte sportliche Aktivitäten und mehr Events auf der Burg. Eine Optimierung des Zugangs zum Burg- und Stadtmuseum, einen Audio-Guide, ein touristisches Bähnchen, eine Optimierung der Vergünstigungen für Kurgäste, Optimierung der touristischen Beschilderung, des Mobiliars im Kurpark und Hilfe bei der Fördermittelakquise.

Bürgermeister Helm sagte Unterstützung zu, gab den Ball aber auch weiter an die Gastgeber: „Am besten geht das gemeinschaftlich und mit allen in einem Boot.“

 

Aber nicht nur auf der aktuellen Lage lag das Augenmerk - auch wurde die Notwendigkeit von Digitalisierung nicht vergessen, die in Corona-Zeiten einen kleinen Schub erfahren hat. Zwischen den Vorträgen vom Tourismusforscher Bengsch und Wirtschaftsförderer Hormann gab es einen umfassenden Exkurs zum Thema "„Der elektronische Meldeschein - Neue Gesetzgebung“ und „Elektronische Kurtaxe in Königstein“, von Dr. Michael Faltis, Geschäftsführer Guide2 GmbH und Björn Faltis, Projektmanager Guide2 GmbH. Letzterer stellte die WELCMpass-App vor, mit deren Hilfe, die Meldepflicht für Reisende in Zukunft auf digitalem Wege erfolgen und die Kurtaxe abgerechnet werden kann. Ein Pilotprojekt, welches vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wird.

 

Wirtschaftsförderer Hormann resümierte zum Abschluss. „Wir informieren, was wir als Stadt planen und uns für die Gestaltung der Zukunft überlegen. Natürlich wollen wir keinen Alleingang – wir wissen, dass das in Kooperation mit allen beteiligten viel besser geht und wollen auch alle, die damit zu tun haben, ins Boot holen."