Königstein im Taunus

Studie „Vitale Innenstädte 2020“ bescheinigt Königstein die Note 2,2

Die Königsteiner Innenstadt steht in einer vergleichenden Studie zu Innenstädten und Kundenverhalten gut da. Mit der Note 2,2 bewerteten Kund*innen Königstein bei einer Befragung im vergangenen Herbst die Kurstadt. Damit schneidet Königstein besser ab als andere Städte vergleichbarer Größe. Die Punkte Flair, Atmosphäre, Grünflächen und Sicherheit werden als sehr positiv genannt. Im Bereich Angebot von Einzelhandel und Freizeit liegt Königstein im Durchschnitt, beim Thema Parken und Erreichbarkeit wird die Kurstadt unterdurchschnittlich bewertet.

Der typische Innenstadtbesucher ist übrigens eine 46-Jährige Königsteinerin, die einmal pro Woche motorisiert zum Einkaufen, Restaurantbesuch, zum Arzt oder auch in ihrer Freizeit in die Innenstadt kommt, sagt die Studie des Instituts für Handelsforschung. 

Jörg Hormann, Leiter des Stadtmarketings und der Wirtschaftsförderung: „Ich sehen die Studie positiv, denn sie zeigt die Stärken Königsteins. Die Ergebnisse zeigen, dass das Königsteiner Flair, die schöne Atmosphäre, die Grünflächen gesichert und erhalten bleiben sollten.“ Der Wirtschaftsförderer sieht sich durch die Studie bestätigt. Er sagt: „Als einen großen Schwachpunkt sind die fehlenden digitalen Projekte in der gesamten Stadt und damit auch dem Einzelhandel zu sehen.“ Denn die Kunden bestellen jetzt in der Corona-Pandemie mehr online als zuvor, zu den Händlern vor Ort fehlt laut Studie dieser Kontakt, eingekauft wird eher bei großen Plattformen. Ein weiterer kritischer Punkt ist der Angebotsmix, der vielfältiger sein müsste und gestärkt werden könnte. Hormann: „Im Bereich Kultur können Städte beim Angebot mit vorhandenen oder neuen Ressourcen nachlegen, bei dem betrieblichen Branchenmix ist dies schwieriger. Exemplarisch haben bekannte Ketten Einwohnerzahlen als Ansiedlungskriterium; junge kreative Gründer zieht es grundsätzlich eher in Großstädte.“ 

„Auch wenn das Ergebnis sehr erfreulich war und die bisherigen Tätigkeiten von unseren Besuchern mit „gut“ bewertet werden, gibt es doch Luft nach oben“, so Bürgermeister Leonhard Helm. Der Bürgermeister: „Die Studie zeigt Handlungsansätze auf und gibt an, worauf Besucher aktuell den Fokus legen. Hier können und wollen wir noch ein bisschen besser werden und haben erste Weichen gestellt.“ Der neue Online-Terminkalender des Bürgeramtes und die ersten digitalen Beantragungsverfahren sollen nur der Anfang sein. Neben der elektronischen Kurtaxe sind auch digitale Angebote im öffentlichen Raum, der Kur- und Stadtinformation und konkret in Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel in Planung und Realisierung. 

Die Ergebnisse der Studie von Königstein stehen zum Herunterladen in der anhängenden Präsentation bereit. 

Hintergrund

Das Institut für Handelsforschung Köln ist ein renommiertes Marktforschungs- und Beratungsunternehmen im Handelsumfeld. Das Institut führt seit 10 Jahren jährlich die größte Innenstadtstudie Deutschlands mit einer Beteiligung aus über 100 Städten durch. Hierbei werden rund 60.000 Passanten-Interviews geführt und ausgewertet. Die Auswertung erfolgt deutschlandweit und stadtgenau und liefert Informationen über die Stadtperformance und das Kundenverhalten. Die Ergebnisse waren vor allem in den letzten Jahren mit Bezug auf das geänderte Einkaufsverhalten und den Onlinehandel wichtige Informationsquellen für Akteure der Innenstadt. 

Die Stadt Königstein beteiligt sich 2020 erstmalig an der Studie um aus den Ergebnissen Rückschlüsse für künftige Handlungsfelder zu erhalten. In der Kategorie der Städte unter 25.000 Einwohner nahmen 23 Städte teil, Beispiele sind Bad Sassendorf, Mosbach, Mayen, Oberkirch, Templin oder Warburg.

Teilnehmende größere Städte -Auszug-: Bremen, Leipzig, Stuttgart, Aachen, Kassel, Lübeck, Mannheim, Heidelberg, Heilbronn Trier, Würzburg, u. a.)


Foto: Heiko Rhode