Königstein im Taunus

Rasenmäher im Anmarsch

In unruhigen Zeiten freuen wir uns über jede Nachricht, die ein wenig Ruhe bringt. Das übernehmen ab der kommenden Woche wieder die Ziegen von Jörg George. Unabhängig von Corona, garantieren die Thüringer Waldziege vom Talhof schon fast so etwas wie Normalität. Seit einigen Jahren halten sie den Aufwuchs rund um die Burg in Schach. Bereits jetzt ist der Bewuchs ausreichend, um die stets hungrigen Tiere satt zu bekommen und je früher begonnen werden kann, desto nachhaltiger wird das Ergebnis sein.

Geplant ist, wie gewohnt, eine Runde um die gesamte Burganlage. Dabei beginnen die vierbeinigen Mäher zunächst unterhalb des Burgeingangs und arbeiten sich dann gegen den Uhrzeigersinn weiter. Einen kleinen Einfluss wird Corona dann doch auf den Einsatz haben. Da der notwendige Sicherheitsabstand nicht immer gehalten werden kann, wenn Spaziergänger und Besucher der Burg einen Abstecher zu den Ziegen machen möchten, wird der schmale Fußweg oberhalb des evangelischen Pfarrhauses in beide Richtungen gesperrt.

Hundehalter sollten, wie es in dieser Zeit ohnehin geboten ist, ihre Hunde anleinen. Derzeit brüten viele Vögel, die sich durch umherlaufende Hunde gestört fühlen. Zusätzlich wird ein Elektrozaun gestellt, der bei Berührung so manchen Hund aus der Fassung bringen kann. Die Ziegen sind diesen Zaun gewohnt und werden dadurch nicht behindert.

Gründezernentin Gabriela Terhorst betont: „ Die Tiere werden täglich von Jörg George besucht, um ihr Wohlergehen sicherzustellen, doch gilt die Waldziege als besonders robust und widerstandsfähig, so dass sie ihren Aufgaben wie in den letzten Jahren gut nachkommen wird.“

Entstanden ist die Rasse durch Kreuzung von der Toggenburger Ziege mit den thüringischen Landschlägen. Sie wurde früher wegen ihrer guten Milchleistungen und häufigen Zwillingsgeburten hoch geschätzt, gehört jedoch heute - trotz ansteigender Zahlen - zu den bedrohten Nutztierrassen und steht daher immer noch auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen.

Mit dem Einsatz der Thüringer Waldziegen unterstützt die Stadt Königstein in zweierlei Hinsicht den Natur- und Artenschutz. Durch die Beseitigung von kleinen Bäumen und Brombeergestrüpp, entsteht eine artenreichere Landschaft, in der sich auch Schmetterlinge, Bienen und Eidechsen wieder wohlfühlen können, zum anderen findet die bedrohte Ziegenart hier genug Futter, was bei anhaltender Trockenheit nicht immer und überall zur Verfügung steht.

Wer mehr über die Ziegen und den Talhof wissen möchte findet Informationen unter: www.talhof-usingen.de