Königstein im Taunus

Was Aerosole mit Königstein zu tun haben

 

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie taucht ein Begriff immer wieder auf: „Aerosol“. Das Kunstwort aus der altgriechischen Bezeichnung für „Luft“ und dem lateinischen Wort „solutio“, „Lösung“ bezeichnet nach Wikipedia das „heterogene Gemisch aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen.“

In Königstein hatten schon vor 85 Jahren, als die Kurstadt erstmals die Prädikatisierung „Heilklimatischer Kurort“ bekam, die Aerosole eine große Bedeutung. Der berühmte Königsteiner Arzt Walter Amelung und der Meteorologe Helmut Landsberg begannen zusammen eine frühe systematische Forschung über die in der Luft befindlichen Teilchen, sagt die Königsteiner Stadtarchivarin Dr. Alexandra König.

„Frühe Forschungen zu den „Aerosolen“ fanden in der besonders reinen Luft Königsteins statt. Forscher unterschiedlicher Disziplinen machten sich gerade hier auf, um das wohltuende Geheimnis der heilsamen Luft zu ergründen. Und so liegt ein Ursprung der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den Aerosolen in Königstein“, so König.

 Amelung und Landsberg nahmen an, dass die Teilchen einen Einfluss auf die Gesundheit haben könnten. Sie maßen die Anzahl von Zellkernen in der Luft im Landschaftsquerschnitt von den Höhen des Taunus bis in die Mainebenen ebenso wie die Konzentration in den Krankenzimmern, in gelüfteten und ungelüfteten Räumen, den Liegehallen, dem Wald.

Zielsetzung der damaligen Forschung von Amelung, der selbst eine Kurklinik leitet, war, die positive Auswirkung der Luft auf den Organismus hervorzuheben. Der engagierte Lokalpolitiker setzte so nicht zuletzt durch, dass Königstein 1935 heilklimatischer Kurort wurde – und das bis heute ununterbrochen nach streng festgelegten Kriterien ist.

 Auf der Internetseite www.koenigstein.de lassen sich diese Anfänge der Beschäftigung mit den Aerosolen unter der Rubrik „Fundstücke“ des Stadtarchivs wiederentdecken.