Königstein im Taunus

Alexander Freiherr von Bethmann - ein Nachruf

Der erste Bürger der Stadt, der Stadtverordnetenvorsteher Alexander Freiherr von Bethmann, ist am Sonntag im Alter von 79 Jahren verstorben. Genau einen Monat später, am 28. Juli, hätte er seinen 80. Geburtstag gefeiert. Wie kaum ein anderer prägte er seit fast zwei Jahrzehnten das Bild der Stadt, die er bei vielen Gelegenheiten, unter anderem im Vereinsleben, repräsentierte. Nicht nur als „Erster Bürger der Stadt“, sondern auch persönlich war er überall hoch angesehen und beliebt. 

 Bürgermeister Leonhard Helm (CDU): „Mit ihm verliert die Stadt Königstein eine große Persönlichkeit und einen wohlwollenden Freund. Er setzte sich mit aller Kraft für Königstein ein und war zu jeder Zeit für das Wohl der Stadt und ihrer Bürger im Einsatz. Er konnte zwar auch hart diskutieren, blieb dabei aber immer sachlich und fair. Die Stadtverordnetenversammlungen leitete er mit Überblick und Augenmaß, in einer wirklich staatsmännischen Art. Wurden die politischen Diskussionen zu heftig, schaffte er es regelmäßig die Beteiligten wieder auf die sachliche Ebene zu rufen.“

 Seit dem 1. April 2001 saß der Kommunalpolitiker aus der FDP-Fraktion in der Königsteiner Stadtverordnetenversammlung sowie in verschiedenen Ausschüssen und engagierte sich seitdem ununterbrochen mit vollem Einsatz für seine Stadt. Im Aufsichtsrat der Königsteiner Grundstücks- und Verwaltungs-GmbH wirkte er von 2001 bis 2016 mit, im Aufsichtsrat der Königsteiner Kur-GmbH war er von 2007 bis 2011 und ab 2016. Dazu kam ein Aufsichtsratsmandat beim Haus der Begegnung, beim St.-Josef-Krankenhaus war er als Aufsichtsrat und im Beirat aktiv. Außerdem leitete er das Kuratorium des Eugen-Kogon-Preises.

 In Erinnerung bleiben wird er vor allem in seiner Funktion als Stadtverordnetenvorsteher zu dem er am 24. Juni 2004 zum ersten Mal gewählt wurde. Seine zweite Amtszeit als erster Bürger der Stadt ging bis zum 2. Mai 2011. Anschließend war er bis 2016 stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher und ab dem 14. April 2016 wieder Stadtverordnetenvorsteher.

 Den Ehrenbrief des Landes Hessen bekam er feierlich am 12. April 2013 verliehen.

 Im Stadtbild war der Rechtsanwalt und Bankdirektor a.D. bei Wind und Wetter meist mit einem karierten Tweed-Sakko bekleidet mit dem Fahrrad unterwegs. Helm: „Er war immer nahe an den Bürgern.“ Neben seinen Ämtern als Vorsitzender der FDP und Schatzmeister des Burgvereins engagierte er sich in vielen Vereinen und half tatkräftig mit. So stand er selbst im vergangen Jahr noch in der Bude auf dem Weihnachtsmarkt und verkaufte Weihnachtspunsch für den Burgverein. Sein Engagement ist für uns alle ein großes Vorbild.“

 Es wird in Königstein unter den Regeln der Corona-Pandemie eine öffentliche Trauerfeier geben, die Beisetzung erfolgt im Familiengrab in Freiburg.

 Wir danken Herrn von Bethmann für sein langes, herausragendes Engagement in fast zwei Jahrzehnten. In der Geschichte der Stadt Königstein wird er für immer einen besonderen Platz einnehmen.

Foto: Stefan Jung