Königstein im Taunus

Nächtliche Einbrüche auf der Burg gefährlich und strafbar

Etliche Königsteiner haben es selbst schon gemacht, sind als Schüler mit jugendlichem Leichtsinn nachts nach der Schließzeit auf der Burg herumgegeistert. In jüngster Zeit kam es leider wiederholt zu solchen nächtlichen Besuchen, einer davon hätte jetzt tödlich enden können. Aus Spaß wurde bitterer Ernst.

Ein Partygänger machte einen falschen Schritt und stürzte knapp acht Meter in die Tiefe auf ein Mauerstück.

Diverse Brüche und ein langer Krankenhausaufenthalt waren die Folge. „Das war uns nicht bewusst,“ beteuerte einer, der noch vor Ort gestellten „Einbrecher“.. „Eigentlich wollten wir nur ein wenig feiern, aber beim Weg nach unten ist es dann passiert“, sagte der junge Mann noch sichtlich unter Schock.

Bürgermeister Leonhard Helm: „Nicht auszudenken, wenn er nicht mit dem Fuß, sondern mit dem Kopf aufgekommen wäre. Die Gefahr, bei den Klettereien oder dem Ein- und Ausstieg von den Mauern zu stürzen, ist groß und lebensgefährlich, ganz besonders, wenn die Besucher auch noch alkoholisiert sind.“

Der nächtliche Burgbesuch ist außerdem kein Kavaliersdelikt, sondern ein schwerwiegender Hausfriedensbruch. Das ist eine Straftat und wird jetzt von der Stadt verfolgt. Arbeitsstunden, Bußgelder oder auch Haftstrafen können die Folge bei einer Verurteilung sein. „Es geht uns bei der Anzeige der Fälle nicht zwingend um eine Bestrafung, sagt Bürgermeister Helm, „Wir müssen die jungen Leute davon abhalten für einen dummen Einfall und ein bisschen Nervenkitzel ihr Leben zu riskieren.“

Die Verantwortlichen der Stadt können sich durchaus vorstellen, wie spannend ein Treffen auf der Burgruine Königstein nach den offiziellen Öffnungszeiten sein kann. Man ist unter sich, wird nicht gestört, genießt die mittelalterliche Atmosphäre und kann auch noch ganz nah bei den Königsteiner Uhus sein, die noch vor kurzem auf der Burgruine Ihre Jungtiere groß zogen.

 

Im Übrigen ist man auch nach dem Ende des offiziellen Uhu-TVs auf der Königsteiner Burg gar nicht so allein: Die Kameras und das Mikrofon sind nicht abgeschaltet. Städtische Mitarbeiter können weiterhin auf die Kameras zugreifen. Das ist der Grund für das Wissen über die sieben Einbrüche auf die Burgruine in den letzten vier Wochen. Alle sind bemerkt worden, fast alle Täter wurden gestellt und die Hälfte auch zur Strafanzeige gebracht worden.

 

Die Stadt Königstein appelliert daher noch einmal an die Vernunft der Königsteiner und Besucher. Helm: „Die Burgruine ist kein Spielplatz und sollte daher nur in den freigegebenen Zeiten und Bereichen begangen werden. In allen für die Besucher gesperrten Bereichen können Stolper- und Absturzstellen lauern, auf die nicht hingewiesen wird. Deswegen sind sie gesperrt.“ Bei Interesse an Nachtbesuchen lassen sich nächtliche Sonderführungen arrangieren.