Königstein im Taunus

Krötenrettung auf der Billtalhöhe

Die Amphibienretter haben auch in diesem Jahr wieder eine große Anzahl von Erdkröten vor dem sicheren Tod bewahrt. 160 Erdkröten wurden bisher von den ehrenamtlichen Helfern des Umweltverbandes BUND auf der Billtalhöhe entlang der B 8 eingesammelt und zum Ersatzlaichbiotop gebracht. Die städtische Dezernentin für „Grünangelegenheiten“ Gabrielle Terhorst hilft selbst beim „Krötentaxi mit.

„Im Frühjahr laufen die Helfer vom BUND jeden Morgen die Amphibienzäune ab und bringen die Tiere zum neuen Teich. Ohne sie ist dieses Projekt gar nicht möglich“, lobt die Dezernentin. 

Das Forstamt und die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofssind ebenfalls am Projekt beteiligt.

Der Betriebshof der Stadt Königstein hatte rechtzeitig den festen Metallzaun nachgearbeitet und die mobilen Amphibienzäune aufgestellt. Zudem war Ende letzten Jahres in Absprache mit dem Forstamt der Ersatzteich noch einmal vertieft und der Zufluss verbessert worden.

Für das Ersatzlaichbiotop hatte das Forstamt einen ehemaligen verlandeten Fischteich reaktiviert. Nun schwimmen dort keine Forellen und Karpfen mehr, sondern die entlang der B 8 geretteten Erdkröten und Molche. Bisher hatten die Tiere versucht, die stark befahrene Bundesstraße zu überqueren, um auf die andere Straßenseite zu den dortigen Fischteichen zu gelangen.

Erdkröten leben den größten Teil des Jahres im Wald. Doch im Frühjahr wandern sie zu Seen und Teichen, um dort zu laichen. Dabei zeigen sie oft eine ausgeprägte Laichplatztreue. Viele von ihnen kehren zur Paarungszeit an das Gewässer ihrer Geburt zurück.

 

Die im Ersatzteich geschlüpften Kröten sind nun auf dieses Gewässer geprägt. Zudem hat man festgestellt, dass mit der Zeit die „Alttiere“ mit den jungen Erdkröten zu dem neuen Gewässer mitlaufen. „Fünf bis sechs Jahre dauert es, bis die gesamte Population auf den neuen Teich umgepolt ist“, so die städtische Umweltbeauftragte Birte Sterf. „Zwei Jahre haben wir nun geschafft und die ersten Erdkröten sind bereits freiwillig zum neuen Teich gelaufen“, freut sie sich.

Im vergangenen Jahr wurden 220 Tiere gezählt. Sterf: „Wir rechnen noch mit weiteren Amphibien. Die Kröten-Saison läuft noch.“