Königstein im Taunus

Vierbeinige Landschaftspfleger im Badbachtal erfolgreich

Bereits seit einem Monat „arbeiten“ Hörnchen und ihre 15-köpfige Mädchengruppe im Badbachtal im Bereich des Unteren Knoblauchweges.

Hörnchen hat ihren Namen aufgrund ihrer gedrehten Hörner erhalten. Sie ist die Chefin einer Gruppe von Thüringer Waldziegen und kommt vom Talhof bei Usingen. Nach den sehr guten Erfahrungen mit der Beweidung rund um die Königsteiner Burgruine werden die Ziegen nun auch bereits zum zweiten Mal zur Landschaftspflege im Badbachtal eingesetzt. „Und das ist dringend nötigt“, so Johannes Schießer vom Obst- und Gartenbauverein Mammolshain, „denn das Badbachtal ist inzwischen fast komplett verbuscht“. Wenn die Ziegen dann wieder heimgekehrt sind auf den Talhof, wird der Obst- und Gartenbauverein Mammolshain die beweideten Flächen im Herbst mähen, Bäume auf den Stock setzen und so die Flächen für den nächsten Beweidungsgang der Ziegen im Frühjahr vorbereiten.

Bis in die 60iger Jahre des vorherigen Jahrhunderts war das Badbachtal eine freie Talaue mit zahlreichen bunten Wiesen. Das Mähgut dieser Wiesen verfütterten die Mammolshainer Bauern an ihre Kühe. Wurde das Futter für ihre Ziegen zum Winter hin knapp, trieben sie die Tiere zudem durch den Kastanienhain. Als die Landwirtschaft und die Viehhaltung in den 70-80 Jahren eingestellt wurden, wuchs das Badbachtal allmählich zu. Die vorhandenen Gärten wurden ebenfalls weitgehend aufgegeben. Ein undurchdringliches Dickicht aus Brombeeren und anderen Sträuchern sowie umgestürzten Bäumen waren das Resultat. Da im Talboden der Badbach fließt, versumpfte das Ganze zudem. Wildschweine finden heute dort Nahrung und hervorragende Deckung. Die durch sie verursachten Schäden auch in der Mammolshainer Gemarkung sind allseits bekannt. Doch Jäger haben bei dieser dichten Vegetation keine Chance.

Eine sehr unbefriedigende Situation, fand der Runde Tisch Kulturlandschaft Mammolshain. Er besteht aus Vertretern des Obst- und Gartenbauvereins Mammolshain sowie der AG Edelkastanie, den Mitgliedern des Ortsbeirates Mammolshain und Vertretern der Stadt Königstein. Der Runde Tisch hat sich zur Aufgabe gemacht, die wertvolle Kulturlandschaft rund um Mammolshain zu erhalten und weiterzuentwickeln. Abhängig vom jeweiligen Projekt werden die Eigentümer der Flächen sowie externe Stellen wie zum Beispiel die Untere Naturschutzbehörde oder das Forstamt hinzugezogen, um einzelne Maßnahmen abzusprechen. So konnte die AG Edelkastanie Pflegemaßnahmen der Edelkastanienbestände im Badbachtal durchführen, wurde das Naturdenkmal, die mächtige Edelkastanie im Badbachtal, im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde wieder freigeschnitten.

Langfristiges Ziel des aktuellen Projektes Ziegenbeweidung ist es, das Badbachtal dauerhaft zu öffnen und die Wiesen zurückzugewinnen. Die Mitglieder des Runden Tisches sind derJagdgenossenschaft Königstein sehr dankbar, dass sie eine Anschubfinanzierung für die Entbuschung entlang des Knoblauchweges bereitgestellt hat und damit ihre Initiative zur Förderung der Kulturlandschaft Mammolshains unterstützt.