Falkenstein

Falkenstein, höchstgelegener und waldreichster Stadtteil Königsteins, hieß bis ins 17. Jahrhundert "Nürings". Namensgebend für den Ort, der heute rund 4.000 Einwohner beherbergt, waren die Gaugrafen von Nürings, die um 1100 einen Wohnsitz auf dem heutigen Burgberg hatten. Nach deren Aussterben übernahmen die Herren von Bolanden-Falkenstein die Grafschaft und ließen eine neue Burg errichten. Nach dem Aussterben der Falkensteiner im Jahr 1418 gelangte die Burg in den Besitz der Herren von Nassau-Weilburg. Die Grafen von Nassau vergaben sie als Lehen, unter anderem an eine Besitzgemeinschaft bestehend aus den Herren von Kronberg, den Herren von Hattstein und den Herren von Staffel, die im 15. Jahrhundert mit Raub und Plünderung ihr Unwesen trieben. Später ging das Lehen an die Herren von Bettendorf, die ob der zu verrichtenden Frohndienste und hohen Abgaben bei den Dorfbewohnern verhaßt waren. Nach dem Tod des letzten Bettendorfers fiel das Lehen an Nassau zurück. Nicht zuletzt aufgrund der kriegerischen Ereignisse 1792/93 und der Verwendung der Steine als Baumaterial durch die Dorfbewohner verfiel die Burg langsam.

Vom mächtigen und heute noch gut erhaltenenen Bergfried hat man eine phantastische Fernsicht in die gesamte Rhein-Main-Ebene. Falkenstein ist jedoch auch bekannt wegen seiner 1873 errichteten Lungenheilanstalt, die später kaiserliches Offiziersheim, dann Klinik für Multiple-Sclerose-Kranke wurde und heute in privater Hand ist und als Fünf-Sterne-Hotel genutzt wird.

Falkenstein wurde im Jahre 2002 unabhängig von der Prädikatisierung Königsteins ebenfalls das Gütesiegel 'Heilklimatischer Kurort' verliehen und somit ist man bundesweit der einzige Stadtteil, der über eine eigenständige Prädikatisierung als Heilklimatischer Kurort verfügt. Der Ort ist bei Wanderern wegen seines gut ausgebauten und umfangreichen Wanderwegenetzes beliebt.

  
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