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Ein steter Kämpfer für Demokratie und Menschenrechte

Stéphane Hessel erhielt den Eugen-Kogon-Preis 2009 der Stadt Königstein im Taunus

Am 22. April hat Bürgermeister Leonhard Helm den Eugen-Kogon-Preis 2009 verliehen. Preisträger ist der 91-jährige ehemalige französische Widerstandskämpfer, Diplomat und Lyriker Stéphane Hessel. Die Stadt Königstein im Taunus ehrt damit einen Mann, der sich seit mehr als sieben Jahrzehnten unermüdlich für Demokratie und Gerechtigkeit einsetzt. Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung, die im KTC stattfand, hielt die amtierende Präsidentin des Thüringischen Landtags Professor Dr. Dagmar Schipanski die Laudatio.


Stéphane Hessel trägt sich ins Goldene Buch der Stadt mit den Worten ein: "Kein Mensch, keine Stadt rührt meine Seele mehr. Kein Preis ist mir lieber und wichtiger. Alle jungen Menschen sollen sich dem Beispiel Eugen Kogons erfreuen. Glück für seine schöne Stadt."

In Berlin geboren, nahm er in seiner neuen Heimat in Frankreich aktiv am Widerstand gegen den Nationalsozialismus teil. 1944 wurde er verhaftet, in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert und überlebte nur durch die Annahme der Identität eines bereits verstorbenen Gefangenen. Hierbei half ihm Eugen Kogon, mit dem ihn danach eine lebenslange Freundschaft verband.

Geprägt von diesen Erfahrungen wirkte er als französischer Diplomat mit am Entwurf der Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen und er gehörte im Jahr 1948 zu deren Unterzeichnern. Neben seinen außergewöhnlichen Verdiensten um die Menschenrechte würdigt die Stadt Königstein sein beeindruckendes Engagement in den Bereichen Entwicklungshilfe und Integration

Mit dem Eugen-Kogon-Preis soll an das leidenschaftliche Engagement von Eugen Kogon für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit erinnert werden. Der Preis, der mit 5.000,00 EUR dotiert ist, wird an Kandidaten und Institutionen verliehen, die sich den Grundwerken lebendiger Demokratie verpflichtet fühlen, ihr Leben in den Dienst dieser Werke gestellt haben und dabei so erfolgreich waren, dass dies auch an ihrer öffentlichen Bedeutung ablesbar ist.

Bisherige Preisträger waren:

2002
Professor Wladislaw Bartoszewski, Publizist, Historiker, ehemaliger Außenminister Polens.

2003
Professor Dr. Hartmut von Hentig, Pädagoge und Schriftsteller

2004
Professor Dr. Joseph Rovan, Historiker und Philosoph (verstarb im Sommer 2004)

2005
Professor Dr. Hans Maier, ehemaliger bayrischer Kultusminister und Präsident des Zentralkomitees der Katholiken

2008
Maximilian-Kolbe-Werk, Hilfswerk mit Sitz in Freiburg

Eugen Kogon wurde am 2. Februar 1903 in München geboren. Die Gestapo verhaftete ihn 1936 und 1937 als Gegner des Nationalsozialismus. Im März 1938 wurde er zum dritten Mal festgenommen und 1939 ins Konzentrationslager Buchenwald gebracht, wo er bis zur Befreiung 1945 inhaftiert war. Noch im selben Jahr begann er sein Buch „Der SS-Staat – Das System der deutschen Konzentrationslager“, das 1946 veröffentlicht wird und noch heute als Standardwerk über die NS-Verbrechen gilt.

Kogon war ab 1946 Mitherausgeber der Frankfurter Hefte, einer links-katholisch geprägten Zeitschrift für Kultur und Politik. 1951 bis zu seiner Emeritierung 1968 lehrte Eugen Kogon als Professor für Politikwissenschaft an der TU Darmstadt, 1964 bis 1965 leitete er das NDR-Magazin Panorama. Kogon verbrachte seine letzten Lebensjahre zurückgezogen in Königstein im Taunus. Er starb 1987.





(23.04.2009)


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