Königstein im Taunus

2017 - Prof. Dr. Alfons Nossol

Am 10. März 2017 wurde der Eugen-Kogon-Preis der Stadt Königstein an Professor Dr. Alfons Nossol (in Bild oben rechts) verliehen.
Laudator war Walter Kardinal Kasper (links).

Laudatio von Prof. Dr. Walter Kardinal Kasper, Rom

(Die Laudatio kann hier als PDF runtergeladen werden)

Es ist mir eine Freude und eine Ehre bei der Verleihung des Eugen-Kogon-Preises 2017 durch die Stadt Königstein an Erzbischof Professor Dr. Alfons Nossol die Laudatio halten zu dürfen. Bereits im Vorfeld dieses Festakts wurde in öffentlichen Stellungnahmen deutlich: Alfons Nossol ist eine ausgezeichnete Wahl, er ist der rechte Mann für diesen Preis. Ja noch mehr: Er ist nicht nur der rechte Mann, es ist auch der rechte Augenblick, ihm diesen Preis für seinen Einsatz für die polnisch-deutsche Versöhnung zu verleihen.

Eugen Kogon, der aus bis zu seinem Tod in Königstein lebte, und Alfons Nossol, der aus Oberschlesien stammt und bis heute dort beheimatete ist, haben vieles gemeinsam. Beide sind auf je ihre Art Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts.

Beide sind überzeugte Christen. Bei einem Erzbischof wird man das als selbstverständlich voraussetzen. Doch sowohl für Eugen Kogon wie für Alfons Nossol ist Christsein kein weitabgewandtes Seelengärtchen. Beide sind Christen, die ihr Christsein im öffentlichen Widerstand gelebt haben, Eugen Kogon im Widerstand gegen die menschenverachtende Tyrannei des Nationalsozialismus, Alfons Nossol gegen den Nachkriegs-Sowjet-Kommunismus in Polen, für den die chauvinistische Abgrenzung von Deutschland zur Staatsraison gehörte.

Beide, Engen Kogon und Alfons Nossol, haben im Widerstand nicht wieder neuen Hass gesät. Beide sind aus dem Geist des Christentums zu Brückenbauern eines neuen Europa und neuer guter, ja freundschaftlicher nachbarschaftlicher Beziehungen von Polen und Deutschen geworden. Sie wollten aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und haben sich aus dem Geist des Christentums zur Versöhnung entschlossen und mitgeholfen, in Europa eine neue europäische Friedensordnung aufzubauen. Man braucht das Stichwort Europa nur zu nennen, um die Aktualität dieser Preisverleihung zu verstehen.

Wir ehren mit dieser Preisverleihung einen der maßgebenden Brückenbauer zwischen Polen und Deutschen, zwischen Katholiken, Orthodoxen und Protestanten, und ich füge hinzu, einen Brückenbauer zwischen theologischer Reflexion und gelebtem christlichem Glauben. Wir ehren einen, der den Dialog als die Muttersprache der Menschheit bezeichnet hat.

II.

Alfons Nossol wurde am 8. August 1932 im schlesischen Broschütz geboren. Drei Kulturen treffen in Oberschlesien aufeinander: die polnische, die mährische und die deutsche. Zu Recht macht Alfons Nossol immer wieder deutlich, dass Schlesien keine europäische Grenzregion ist sondern ein europäisches Brückenland. Für Alfons Nossol ist Schlesien ist ein multikulturelles Integrationsmodell für Europa.

In seinem Rückblick auf sein Leben erzählt er in berührender Weise, wie seine Uroma in der Lage war, den Urenkeln die Bibel sozusagen live aus dem Polnischen ins Deutsche zu übersetzen. Die Spannung von kultureller Identität und kultureller Differenz und das Verständnis der Differenz nicht als Bedrohung sondern als Bereicherung der eigenen Identität gehört zu seinen frühesten Kindheitserfahrungen. Europas Identität war schon immer eine pluralistische Identität, ein Begegnungsraum von Kulturen. Pluralistische Identität bedeutet kein Multikulti, kein mehr oder weniger tolerantes aber wenig aneinander interessiertes Nebeneinander; sie bedeutet gegenseitigen Respekt und wechselseitigen Austausch.

In diesem dreikulturellen Lebensraum hat Alfons Nossol die ganze Tragik der Geschichte Schlesiens, Polens, Deutschlands und ganz Europas im 20. Jahrhundert am eigenen Leib erfahren. Während der deutschen Besetzung Polens durfte er nicht polnisch, auch nicht im schlesischen Dialekt sprechen, und nach dem Krieg im russisch besetzten kommunistisch beherrschten Volkspolen sich nicht durch die deutsche Sprache verraten. Nach dem Krieg war Deutsch auch im kirchlichen Raum bis hinein in die persönliche Beichte verboten. Doch als Bischof setzte er es durch, dass auf dem heiligen Berg Schlesiens, dem Annaberg, für ihn ein Berg der Versöhnung von Kulturen, Sprachen und Generationen, wieder deutsch gepredigt und deutsch gebeichtet werden durfte. Schon. 1980 sorgte er dafür, dass der damalige Augsburger Bischof Josef Stimpfle, der selbst ein bekennender und aktiver Europäer war, auf dem Annaberg deutsch predigen konnte. 

Alfons Nossols Brückenbau und sein Einsatz für Versöhnung hatte tiefere Wurzeln; sie entsprangen seiner christlichen Grundüberzeugung. Er ist, wie er selber sagt, 1957 Priester geworden, um den Menschen möglichst gut zu helfen. Ein Priester ist für ihn ein Humanist; Liebe ist sein Beruf. "Glück in der Liebe", besser konnte er seine 2010 auf Deutsch erschienenen Lebenserinnerungen nicht überschreiben.

Mit dieser Einstellung wandte er sich als Dozent zunächst am Priesterseminar in Neiße und dann an der international angesehenen katholischen Universität in Lublin mit Leidenschaft der Theologie zu. Er wollte eine Theologie für den Menschen. Der Titel eines seiner Bücher lautet "Der Mensch braucht Theologie" (1986). Der Mensch baucht Theologie, denn er braucht Gott. So ist er als Gottes Ebenbild geschaffen. Aber Gott ist kein Privatbesitz; er ist kein Sippenfetisch und kein Nationalgötze. Gott gehört alles und Gott gehört allen. Alle sind nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen und haben dieselbe allen gemeinsame Würde. Der christliche Glaube ist universal und transkultural; er ist, wenn man so will, urdemokratisch und von seinem Wesen her sozial.

Darum suchte Alfons Nossol – wie er sagte - nach einer anthropologisch integrierten Theologie, bei welcher der Mensch Angelpunkt und Ort theologischen Denkens ist. Er verstand Christsein als Nachvollzug der proexistenten, das heißt für-andere-da-seienden Liebe Gottes in Jesus Christus. Proexistenz, das ist ein Schlüsselwort für das Christsein hier und heute.

So ist es bezeichnend, dass sich sowohl die Doktorarbeit (1961) wie die Habilitationsschrift (1976) von Alfons Nossol mit deutschen bzw. deutschsprachigen Theologen befassten, mit dem damals oft verkannten, heute nur noch wenigen bekannten Johannes Hessen und mit dem wohl bedeutendsten evangelischen Theologen des 20. Jahrhunderts, mit Karl Barth. Beides waren im damaligen Polen politisch wie kirchlich alles andere als selbstverständliche Themen. Doch Alfons Nossol ging es eben um die Vermittlung von deutscher und polnischer Theologie. Wie intensiv sie war und ist, das zeigt ein Blick in seine private Bibliothek mit vielen tausend Bänden, die er inzwischen der theologischen Forschung öffentlich zugänglich gemacht hat.

III.

Die theologische Leidenschaft ist Alfons Nossol geblieben, als er 20 Jahre nach seiner Priesterweihe im Juni 1977 zum Bischof von Oppeln ernannt wurde. Er erfuhr davon bezeichnender Weise während eines Gastsemesters in Deutschland, in Mainz. Gesucht hat er sich dieses Amt wahrlich nicht; doch dann hatte er das Bischofsamt nicht weniger als 32 Jahre inne. Er wusste was auf ihn zukommt. Was er dabei auf sich genommen und geleistet hat, verdient hohen Respekt. Später konnte er sagen, er sei immer ein glücklicher Priester, aber nicht immer ein besonders glücklicher Epheserbrief Bischof gewesen. 

Als bischöfliches Motto hat er das Wort aus dem Epheserbrief „Veritatem in caritate“, „Die Wahrheit in der Liebe tun“ gewählt. Erzbischof Nossol und ich haben dieses Motto gemeinsam. Gemeint ist keine Wahrheit, welche von Liebe nur säuselt, sondern die Haltung, welche um der Liebe willen die Wahrheit sagt, sie aber so sagt, dass sie den anderen nicht demütigt sondern so, dass er sie, auch wenn er sie nicht annehmen, so doch hinnehmen kann. Es geht um Wahrheit, welche klar ist, die aber nicht spaltet, die den Gesprächsfaden nicht abreißt und Versöhnung möglich macht. Solche Wahrheit in Liebe, welche die Wahrheit nicht der Liebe und die Liebe nicht der Wahrheit opfert, ist hohe Kunst menschlicher Klugheit und christlicher Weisheit. 

Mit Freimut gepaarte Klugheit und Weisheit sollte Alfons Nossol als Bischof brauchen. Denn niemand wird annehmen, dass er sich dadurch bei den Ideologen der anderen Seite beliebt machte. Es waren zunächst harte, von vielen Anfeindungen geprägte Jahre. Überwunden hat Alfons Nossol sie nicht zuletzt mit einer guten Portion Schlagfertigkeit und Humor. Schlagfertigkeit und Humor sind in vielen Fällen die stärkste Waffen, sie töten nicht aber sie entwaffnen. Wie er damit mit Parteifunktionären fertig wurde, davon kann er manch herrliche Anekdote erzählen. 

Versöhnung wurde als Bischof seine Lebensaufgabe und sein Lebenswerk. Versöhnung war ihm jedoch weit mehr als juristische und politische Aussöhnung, so wichtig diese selbstverständlich ist. Versöhnung bedarf der Sprache des Herzens, sie bedarf der Empathie, d.h. der Wahrnehmung des Konflikts aus der Perspektive des anderen, besonders des Opfers. Letztlich ist solche Versöhnung nur christlich möglich, wie er in seinem Buch "Brücken bauen. Weg zu einem christlichen Europa von Morgen" (2002) darlegt.

In seiner schlesischen Heimat musste Alfons Nossol im Verhältnis zwischen den Volksgruppen, der deutschen Minderheit und der polnischen Mehrheit manche Minen entschärfen und Brücken der Verständigung bauen. Das hat man ihm anfangs wahrlich nicht leicht gemacht. Er musste viele Anfeindungen ertragen. Die Last der Vergangenheit war schwer und es war fast hoffnungslos dem Teufelskreis von Rechnung und Gegenrechnung zu entkommen. Aber es gelang ihm, aus Feinden Gegner zu machen und – so sein O-Ton – Gegner schließlich zu Freunden umzugestalten.

Viele Schritte waren auf diesen Weg notwendig. Der Mut und die moralisch-geistliche Kraft der polnischen Bischöfe ist bewundernswert, die mit ihrem Brief an die deutschen Amtsbrüder gegen Ende des II. Vatikanischen Konzils, am 18. November 1965, aus Anlass der bevorstehenden Tausendjahrfeier der Taufe Polens den deutschen Mitbrüdern über die Bänke des Konzils hinweg die Hände reichten. Unvergessen ist der Satz im Schreiben der polnischen Bischöfe: "Wir gewähren Vergebung und bitten um Vergebung". Dafür musste die polnische Kirche im kommunistisch regierten Polen, das chauvinistische Stimmungen anschürte und im eigenen Interesse instrumentalisierte, teuer bezahlen. Die Bischöfe galten in der Folge vielen Polen als Verräter der Nation. 

Auch in Deutschland konnte die Zeit zur Versöhnung nur langsam reifen. Auch bei uns war es ein langer Weg, angefangen vom Memorandum der EKD (1965) und dem Memorandum des "Bensberger Kreis''" im März 1968. Andere Gruppierungen, wie die "Reinhold-Schneider-Stiftung", der Alfons Nossol sehr verbunden war, folgten. Ein schrittweiser Bewusstseinswandel ermöglichte dann Abkommen zwischen Polen und Deutschland. Im Jahr 1978 folgten Besuche der polnischen Kardinäle und Bischöfe in Deutschland und deutscher Bischöfe in Polen. 

Die 70er- und beginnenden 80er-Jahre waren in Polen spannungsreiche Jahre. Erst die Gründung der Gewerkschaft Solidarność und schließlich 1989 die ersten freien Wahlen im damaligen Ostblock brachten die Wende. 

Alfons Nossol ergriff nach der Wende von 1989 sofort die Initiative. Auf seine Einladung fand nur drei Tage, nachdem die Berliner Mauer gefallen war, am 12. November 1989, vor dem Schloss in Kreisau, in dem sich während des zweiten Weltkriegs eine Gruppe des zivilen deutschen Widerstands traf, eine Messe statt, in der sich Bundeskanzler Helmut Kohl und der erste nach dem zweiten Weltkrieg frei gewählte polnische Ministerpräsident Tadeuz Mazowiecki beim Friedensgruß die Hand reichten und sich umarmten.

Nun war der Weg frei, das deutsch-polnische Verhältnis in die größere gesamteuropäische Perspektive einzuordnen. Alfons Nossol wurde ein engagierter Vertreter der Einheit Europas, und er ist es noch. Im Anschluss an Papst Johannes Paul II., charakterisiert die Botschaft der Christen für die Einheit Europas als Zivilisation der Liebe, das heißt als Primat der Person vor der Sache, der Ethik vor der Technik und des Verständnisses der Barmherzigkeit als der wahren Gerechtigkeit.

IV.

Schließlich ist Alfons Nossol auch ein ökumenischer Brückenbauer zwischen den Kirchen. Auch das war nicht einfach in Polen: Denn die Orthodoxen, das waren und sind für Polen zunächst die Russen und die Protestanten, das waren und sind die Preußen. Mit beiden hatten es die Polen in ihrer Geschichte nicht immer leicht, manchmal sogar recht schwer. Mit uns Süddeutschen tun sie sich da ein bisschen leichter. Denn die Patronin Schlesien, die hl. Hedwig, war eine bayerische Prinzessin aus dem Geschlecht der Wettinger.

Alfons Nossol hatte immer den Mut den Stier bei den Hörnern zu fassen. Er war ein engagiertes Mitglied des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen in Rom, deren Kommissionen für den katholisch-orthodoxen Dialog wie für den Dialog mit dem Lutherischen Weltbund er angehörte. Ohne seine diskrete Vermittlung bei Papst Johannes Paul II. wäre ‑  das kann man inzwischen aus dem Nähkästchen zu plaudern ‑ die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre von 1999 in Augsburg wohl kaum zustande gekommen.

Alfons Nossol war außerdem Vorsitzender der Ökumene-Kommission der Polnischen Bischofskonferenz und Begründer eines ökumenischen Instituts an der neuen Universität von Oppeln, welche seinem persönlichen Einsatz zu verdanken ist. Denn um eine wissenschaftlich autonome Universität und katholische Fakultät im polnischen Katholizismus und das mit dem Einverständnis des Vatikans hinzukriegen, dazu muss man schon Alfons Nossol sein.

In der Ökumene kommt nach ihm besonders Polen eine zentrale Aufgabe zu. Denn die schwerwiegendste Trennlinie in Europa verläuft zwischen zwei Kulturwelten, der lateinisch-westlichen und der griechisch- bzw. russisch-orthodoxen Welt; sie geht mitten durch die slawischen Völker hindurch, zwischen Kroaten und Serben, Polen und Russen. Polen liegt an der Schnittstelle dieser beiden Traditionen, und die Ökumene ist für Alfons Nossol die letzte und einzige erfolgreiche Internationale. Möge es so bleiben.

Um Ökumene zu machen muss man ‑ so wieder Alfons Nossol ‑ vor allem im vollen Sinn Mensch sein. Alfons Nossol ist der menschenfreundlichste Ökumeniker, den ich in der ganzen Zeit meiner Tätigkeit im Einheitsrat in Rom begegnet bin. Ihm schwebt keine administrative Einheit aller Kirchen vor; eine solche scheint ihm unmöglich. Alfons Nossol spricht vom großen ökumenischen Dreieck: Es gilt katholische Weite, evangelische Tiefe im Verwurzeltsein im Wort Gottes und orthodoxe Dynamik im Sinn des inneren Erfasstseins vom Geist Gottes zu verbinden. Wir sollen das Anderssein der anderen also nicht als Fremdheit sondern als Bereicherung begreifen. Durch solche Weite, Tiefe und Innerlichkeit werden wir nicht weniger sondern immer mehr katholisch. Das ist eine ökumenische Vision, an der es sich konkret abzuarbeiten lohnt.

Wie sehr es Alfons Nossol dabei um den Menschen und zwar den konkreten Menschen ging und geht, zeigt sich darin, dass es ihm gelang, in der Nähe von Oppeln, in Groß Stein, Kamién Slaski, ein altes schlesisches Herrengut, inmitten eines alten Parks, das durch die russische Besatzung völlig demoliert und dann ausgebrannt war, liebevoll zu restaurieren und erheblich zu erweitern. So ist ein herrliches, medizinisch anerkanntes Kneipp-Sanatorium entstanden, wo kranke Menschen Genesung und Erholung finden und wo Erzbischof Alfons Nossol nunmehr seinen Lebensabend verbringt.

V.

Die Verdienste von Erzbischof Alfons Nossol wurden von vielen Seiten anerkannt. Neben zahlreichen Ehrenpromotionen (u.a. Mainz, Münster, Bamberg Oppeln, Warschau, Breslau) möchte ich nur einige Auszeichnungen nennen: Der Augsburger Friedenspreis 1997, der Mérite Européen 2008, das Kompturkreuz des Ordens Polonia- Restituta 2008, das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern 2009, der Deutsche Nationalpreis 2010, der Predigtpreis 2011, der Polonia-Ehrenpreis 2012, das Große Kreuz der Wiedergeburt Polens (2013), der Winfried-Preis 2014 und jetzt als Krönung der Eugen-Kogon-Preis.

Wir wünschen und hoffen, dass das Lebenswerk von Alfons Nossol trotz mancher gegenwärtiger Irritationen Zukunft haben wird, Zukunft für Schlesien, Zukunft für Polen, Zukunft für Europa und Zukunft für die Ökumene. Europa ist auf polnisch­deutsche Freundschaft wie auf die französisch-deutsche Freundschaft angewiesen. Denn ‑ so der große polnische Papst Johannes-Paul II ‑ diese drei Völker in der Mitte Europas sind das Herz Europas.

Deshalb schließe ich mit einem Zitat aus Alfons Nossols Dankesrede anlässlich der Verleihung des Predigtpreises: "Es ist Zeit, die Gräben zu schließen und miteinander den christlichen Glauben zu bekennen. Schluss mit den Mauern. Wir brauchen Brücken. Brücken schütten die Gräben nicht zu, aber sie sind von zwei Seiten offen begehbar, ein Angebot an alle Partner des Dialogs. Wo Gott ist, da ist Zukunft. Deshalb Gaudium et spes und nicht Bonjour tristesse!"

Lieber Alfons Nossol, herzlichen Glückwunsch, weiterhin frohen Lebensmut und Gottes reichen Segen.


Rede des Preisträgers, emer. Erzbischof Professor Dr. Alfons Nossol

(Die Rede kann hier als PDF runtergeladen werden)

Ich nehme heute mit großer Dankbarkeit den internationalen Eugen-Kogon-Preis entgegen als nach Wladyslaw Bartoszewski zweiter Preisträger aus Polen, dem diese Ehre ·zuteil. wird. Wladyslaw Bartoszewski, der frühere polnische Außenminister und Publizist, der seitens zweier totalitärer Regimes - dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus - Verfolgung erlitt, hatte wesentlich zum jenem epochalen Versöhnungswerk beigetragen, dessen überzeugter und engagierter Vorreiter Eugen Kogon gewesen war: Zur Aussöhnung zwischen Polen und Deutschen nach jenem Übermaß an Leid, das der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg über Polen gebracht hatten.

Dieser heroische Akt der Versöhnung wurde zunächst auf religiös-moralischer Ebene im Geiste der christlichen Verg76ebung und Versöhnung mit dem Hirtenbrief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder am 18. November 1965 initiiert. Seine vertragliche Bestätigung machte den Weg frei für den gesamteuropäischen Einigungsprozess.
Als damaliger Oppelner Ortsbischof hatte ich die große Ehre, am 12. November 1989 den deutsch-polnischen Versöhnungsgottesdienst im schlesischen Krzyżowa (Kreisau) zu initiieren und zu leiten, der dank der Teilnahme von Bundeskanzler Helmut Kohl und des ersten nicht-kommunistischen Premierministers Polens, Tadeusz Mazowiecki, zum Symbol für die religiös-moralische und politische Aussöhnung der Deutschen und der Polen wurde. Mit dem historischen Bild der beiden Staatsmänner, die einander beim Austausch des Friedensgrußes umarmen, wurde das schlesische Kreisau zu einer Ikone der deutsch-polnischen Aussöhnung.

Es war kein Zufall, dass die deutsch-polnische Versöhnungsmesse in Kreisau stattfand, denn dieser Ort besitzt bedeutsame Symbolkraft für Deutsche wie für Polen. Hier wurde am 11. März 1907 Helmuth James Graf von Moltke geboren, der in der Zeit der allgemeinen Verführung durch die nationalsozialistische Ideologie seine moralische Souveränität bewahrte und den Mut besaß, dieser Ideologie eine christliche Vision eines friedlichen und demokratischen Deutschlands und Europas der Nachkriegszeit entgegen-zustellen. Die Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“, dessen spiritus movens James von Moltke war, formulierte diese Vision wie folgt: „Wir sehen im Christentum wertvollste Kräfte für die religiös-sittliche Erneuerung des Volkes, für die Überwindung von Hass und Lüge, für den Neuaufbau des Abendlandes, für das friedliche Zusammenarbeiten der Völker“.
Für diese Vision eines auf ·dem Fundament der christlichen Werte erneuerten und mit der Völkergemeinschaft ausgesöhnten Deutschlands zahlte Graf von Moltke den höchsten Preis. Er wurde am 23. Januar 1945 in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Auch Eugen Kogon war bereit, für die Vision eines christlich ausgerichteten Deutschlands inmitten eines vereinigten Europas mit seinem Leben einzustehen. Er verbrachte sechs Jahre im KZ Buchenwald, wo er seit 1943 auf der Todesliste stand: „…im“, wie er schrieb, „Schatten des Todes, aufgespart zur Liquidation bei Kriegsende“.

Die Namen Eugen Kogon und Helmuth James von Moltke dürfen mit vollem Recht neben den Namen der Gründungsväter Europas stehen: Robert Schuman, Konrad Adenauer, Jean Monnet und Alcide de Gasperi. Alle diese hervorragenden christlichen Staatsmänner träumten nicht nur von einem versöhnten, in Frieden und Demokratie vereinigten Europa. Sie strebten eine gesamteuropäische Wertegemeinschaft an, eine Wertegemeinschaft mit einer kollektiven europäischen Identität auf der Grundlage christlicher Grundwerte. Denn: die europäische Sache war von Beginn an eine christliche Sache!

Die Gründungsväter Europas wollten Europa eine Seele geben, deren Fundament gemäß dem 1. Brief des Paulus an die Korinther „Glaube, Hoffnung und Liebe“ (1 Kor 13) bildeten. Europa eine Seele zu geben ‑ darin lag das radikal, ja, das unerhört Neue der europäischen Vision. Diese geistige Identitätsfindung Europas hatte noch in den 1980er-Jahren der damalige EU-Kommissionspräsident Jacques Delors mit folgenden Worten eingefordert: „Wenn es uns nicht gelingt, Europa eine Seele zu geben, es mit einer Spiritualität zu versehen, dann werden wir das Spiel verloren haben. Mit juristischem Geschick oder wirtschaftlichen know-how allein ist Europa zum Scheitern verurteilt“. Und er setzte präzisierend hinzu: „Ich habe über die Geschichte Europas viel gelesen, um herauszufinden, was die eigentliche Identität Europas ausmacht. Dabei wurde mir bewusst, welch einziger Bestandsfaktor für Europa in der Vergangenheit wie in der Zukunft das Christentum ist.“

Wenn wir heute, die wir in einem vereinigten und befriedeten Europa leben dürfen, mit vollstem Recht Persönlichkeiten wie Eugen Kogon und Helmuth James von Moltke zu den geistigen Wegbereitern der europäischen Einigungsbestrebungen zählen, so dürfen wir ihnen nicht das Recht absprechen, uns nach dem gegenwärtigen Stellenwert der christlichen Normen und Werte in diesem Europa des 21. Jahrhunderts zu befragen. Jener Werte, die, so Jacques Delors, über das Sein oder Nicht-Sein Europas entscheiden.

Die Antwort auf die Frage, was heute die Seele Europas ausmacht, finden wir. in der Ansprache, die Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel am 17. Januar 2007 anlässlich des Beginns der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vor dem Europäischen Parlament in Straßburg hielt. Zu Beginn ihrer programmatischen Rede griff die Kanzlerin die Zweifel vieler Menschen in Europa auf: „Was soll Europa sein? Wozu brauchen wir Europa? Was hält Europa im Innersten zusammen? Was macht die Europäische Union aus? Manche denken, der Versuch, das Wesen Europas bestimmen zu wollen, bringe wenig. Ich sehe das, offen gesagt, völlig anders. Ich erinnere an Jacques Delors. Er hat den berühmten Satz gesagt: ,Wir müssen Europa eine Seele geben.‘ Ich darf mit meinen Worten hinzufügen: Wir müssen Europas Seele finden. Denn eigentlich brauchen wir sie Europa nicht zu geben, weil sie schon bei uns ist.“ Und sie fragt: „Ist die Vielfalt diese Seele?“, um festzustellen: „[ ... ] die Vielfalt als solches kann nicht das gleichsam universelle europäische Prinzip sein, das uns hilft zu verstehen, was Europa im Innersten zusammenhält, was also seine Seele ausmacht.“ Ebensowenig wie „die Freiheit, die unsere Vielfalt [ermöglicht]“. Um schließlich festzustellen: „Europas Seele ist die Toleranz.“

Die Bundeskanzlerin ist sich dabei durchaus der Gefahr bewusst, die einem falsch verstandenen Toleranzbegriff innewohnt ‑ sie zitiert selbst den berühmten Ausspruch Thomas Manns, wonach „Toleranz zum Verbrechen [wird], wenn sie dem Bösen gilt“. Tatsächlich machen die mit der Ambivalenz des Toleranzbegriffs einhergehenden Konnotationen ihn überaus empfänglich für vielgestaltige Manipulationen und jedwede Art semantischen Missbrauchs. Gerade im Namen der Toleranz geschehen krasseste Akte des Unrechts, wie etwa das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, das eine grundlegende Verletzung des Kindesrechts auf Vater und Mutter und die Verhinderung einer normalen Entwicklung der Geschlechtsidentität des Adoptivkindes darstellt. Auf Grundlage der Toleranz Anders- oder Nichtgläubigen gegenüber wurde bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte der beschämende Rechtsstreit um die Kreuze in italienischen Klassenzimmern geführt.

Der Begriff der Toleranz hat sich in unserer Gesellschaft von einem grundsätzlich deskriptiven zu einem gemeinhin normativen gewandelt. Die Toleranz ist zum allesbestimmenden Kriterium sittlich-moralischen Handelns geworden, zu so etwas wie einer Neuversion der Kant'schen Ethik mit ihrem Kategorischen Imperativ. Flankiert von der Political Correctness ist die Toleranz in den Händen des politischen neoliberalen Mainstream ein Machtmittel, das jede abweichende Meinung (auch die Mehrheitsmeinung) pauschal als „intolerant“ aburteilt und in den Massenmedien als chauvinistisch, xenophob oder antidemokratisch stigmatisiert.

Trotz seines janusköpfigen Relativismus ist der Toleranzbegriff mittlerweile in den Rang des allgemeinen Maßstabs von Gut und Böse aufgestiegen und gilt als wichtigste moralische Handlungsnorm. Er ist wesentliches Werkzeug bei der Formung des EU-Bürgers von heute ‑ eines Menschen, der sich von allen überkommenen Fesseln emanzipiert hat, seien es patriotisch-nationale Gefühle, familiäre Bindungen, die geschlechtliche Identität oder Fragen des persönlichen Gewissens. Insbesondere aber ist der „ideale“ Europäer frei von religiösen Bindungen, denn diese sanktionieren und legitimieren die oben erwähnten, mittlerweile als patriarchal verschrieenen Vorstellungen.

Eugen Kogon warnte schon 1947 prophetisch vor „politischen und kulturellen Totalsysteme[n], die [ ... ] vielfach zum Religionsersatz“ werden. Für jemanden wie mich, der das Europa hinter dem Eisernen Vorhang erlebt hat, ist diese liberale, säkularisierte Richtschnur allen Handelns nur allzu gut bekannt ‑ es war das Modell, das die kommunistische Ideologie den „Brudervölkern“ aufoktroyierte. Der von ihr generierte Neue Mensch, der „Neue Adam“, war der homo sovieticus, den allerdings zwei bezeichnende Unterschiede zum Idealbild des homo europaeus kennzeichneten. Zum einen hatte der homo sovieticus noch nicht gelernt, sich aus den Fesseln der eigenen Sexualität. zu befreien. Unbekannt waren ihm·die „Segnungen“ der in der EU in die Lehrpläne der Schulen und sogar Kindergärten aufgenommenen Ideologie des Gender-Mainstreaming, die unter dem Vorwand, für die Geschlechtergleichstellung zu kämpfen, ein ideologisches „Umerziehungprogramm“ betreibt. Da das biologische Geschlecht bloß ein sozio-kulturelles Konstrukt sei, werden bereits Kleinkinder angehalten, sich bewusst für eine frei gewählte sexuelle Identität zu entscheiden. Die gegenwärtig in der EU breit propagierte Gender-Ideologie, das muss deutlich gesagt werden, steht nicht nur dem biblisch-christlichen Bild vom Menschen als Mann und Frau, sondern auch der Ehe von Mann und Frau als der Grundform menschlicher Gemeinschaft radikal entgegen.

Der zweite Unterschied zum homo sovieticus ist die Frage nach dem individuellen Gewissen. In seinem in den „Frankfurter Heften“ 1946 erschienenen Aufsatz Gericht und Gewissen hatte Eugen Kogon geschrieben: „Wo die vielen einzelnen [ ... ] dem Aufruf ihres persönlichen Gewissens nicht Folge geleistet oder das Gewissen in sich selbst ertötet haben, [ ... ] da liegt in der Tat Schuld vor.“ Hatte der homo sovieticus sein Gewissen an die „unfehlbare“ Partei delegiert, so überträgt der ideale EU-Bürger von heute seine persönliche Verantwortung und damit sein Gewissen an eine andere höhere Instanz ‑ den gängigen Mainstream.

Soll das Europäische Haus mit den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel tatsächlich jenes Haus werden, aus dem wir Europäer „nie wieder ausziehen möchten“, so wünsche ich mir, dass dieses Haus wieder zu einem Haus wird, in dem sich auch unbequeme Mahner und christliche Visionäre wie Eugen Kogon und Helmuth James von Moltke zu Hause gefühlt hätten, die unter Einsatz ihres .Lebens für ein christliches Sozialethos und ein gottverbundenes Menschenbild in Europa kämpften.

In vielen europäischen Städten erinnern heute die berühmten „Stolpersteine“ des Eugen-Kogon-Preisträgers von 2015, Gunter Demnig, an die Namen jener Menschen, die der SS-Staat ermordete. Die Opfer der Ideologien von heute bleiben namenlos, denn diese Opfer sind die Opfer der Gender-Ideologie, der Embryonenforschung, es sind die zahllosen Opfer der Abtreibungen, jener absichtlichen und bewussten Tötung eines anderen Menschen, die 2015 vom EU-Parlament zu einem „Menschenrecht“ erklärt wurde. Es sind die Gescheiterten der Wettbewerbsgesellschaft und all jene Menschen, die, mit den Worten Papst Franziskus' „wie Objekte behandelt werden, deren Anlagen, Gestalt und Nützlichkeit programmiert werden, und die weggeworfen werden können, wenn sie nicht mehr nützlich sind, wegen Schwäche, Krankheit oder Alter, [ ... ] deren Leben [ ... ] ohne viel Bedenken ausgesondert wird, wie im Fall der Kranken im Endstadium, der verlassenen Alten ohne Pflege oder der Kinder, die vor der Geburt getötet werden.“

Gegenwärtig sind aus dem Europäischen Haus jene christlichen Normen, Werte und Traditionen weitestgehend ausgeschlossen, die Europas Seele und die Identität Europas ausmachen. Damit bleiben all jene aus diesem Haus ausgesperrt, die seit 2000 Jahren die einzigartige Gestalt Europas mitgeformt haben. Die Christen von heute sind zu geistig-religiösen „Obdachlosen“ in ihrem eigenen europäischen Haus geworden. Sie werden, ähnlich den Obdachlosen in den großen europäischen Metropolen, aus den öffentlichen Orten entfernt, damit ihr Weltbild nicht mit dem bunten Hochglanzpanorama der toleranten Welt ringsum kollidiert. Die christliche Religion ist zu einer institutionalisierten Kirchlichkeit herabgestuft, ohne religiöse Bindung in Kultur und Gesellschaft. Der universale öffentlich-soziale Charakter des christlichen Ethos ist auf eine rein private religiöse Subjektivität zurückgestutzt. Die Europaflagge nimmt mit ihrem Kranz aus 12 goldenen Sternen vor blauem Grund auf die Sternenkrone des „Apokalyptischen Weibes“ in der Offenbarung des Johannes Bezug, während gleichzeitig die christlichen Symbole ‑ allen voran das Kreuz ‑ im öffentlichen Raum massiv marginalisiert werden.

Wie es scheint, haben wir, um mit Jacques Delors zu sprechen, das Spiel um die christliche Identität Europas bereits verloren ‑ und dies nicht nur auf der administrativ-institutionellen, sondern auch auf der ideell-weltanschaulichen Ebene. In den offiziellen Gründungsdokumenten der EU fehlt jeglicher Bezug auf die Prägekraft des Christentums bei der Entstehung des gemeinsamen Europäischen Hauses. Mehr noch: die Bezeichnung „Christentum“ findet sich darin nicht einmal erwähnt. In der gesellschaftspolitischen Praxis wird dagegen immer stärker antichristlichen Ideologien der Vorzug gegeben ‑ das neoliberale Establishment feiert ungehemmt den postmodernen Werterelativismus jenseits jeglicher Werteorientierung oder transzendenter Verankerung.

Es ist ein interessantes. Phänomen, das heute die Frage nach dem Stellenwert der christlichen Religion in Europa ausgerechet in Konfrontation mit islamisch geprägten Gesellschaften in den Blick rückt. Eben vor dem Hintergrund der aktuellen Migrationsdebatte stellte der heute hier anwesende Kurienkardinal Walter Kasper fest, dass ihm nicht die Islamisierung Europas Angst bereite. Angst bereite ihm vielmehr „die Schwäche der Christen in Europa. Wenn wir unseren christlichen Glauben überzeugend leben würden, dann würde er von selbst auf viele Neuankommende ansteckend ausstrahlen. [ ... ] Viele entschuldigen sich fast, Christen zu sein. [ ... ] Merken wir denn nicht, dass viele Außenstehende und auch nicht wenige Neuankommende auf unser Zeugnis warten?“ Es ist dieses schwache Christentum, das den Islam stärkt und das uns eines nicht allzufernen Tages vor die Wahl zwischen Jesus und Mohammed stellen könnte.

Eugen Kogon und Helmuth James Graf von Moltke standen vor einer ähnlich grundsätzlichen Wahl und sie waren bereit, ihr·Leben für das christliche Zeugnis zu opfern. Umgekehrt hatte eben dieses christliche Ethos sie seinerzeit vor der Unterwerfung unter die totalitären Ansprüche einer Ideologie bewahrt. Eugen Kogon bekannte: „Die Botschaft Jesu, das Evangelium war für uns die innerste Antriebskraft.“

Impressionen

(Fotos: Christian Sabel)



 






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