Königstein im Taunus

Fahrrad-Schutzstreifen sind keine Parkplätze

Nach dem Aufbringen der Fahrrad-Schutzstreifen in der Frankfurter Straße gab es – wie nicht anders zu erwarten – einige Diskussionen. Der Fachdienst Sicherheit und Ordnung möchte nochmals diese Markierung erklären.

Schutzstreifen sind als Teil der Straße (Fahrbahn) durch eine dünne, unterbrochene Linie und mit Fahrrad-Piktogrammen gekennzeichnet. Schutzstreifen sind keine Sonderwege für Radfahrer und werden daher nicht mit dem Zeichen 237 StVO versehen. Daher ist nach verschiedenen Gerichtsurteilen beim Überholen eines auf dem Schutzstreifen fahrenden Radfahrers durch ein Kfz ein Seitenabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.

Da der Schutzstreifen ein Teil der Straße ist, fahren Radfahrer nach den üblichen Regeln der Straßenverkehrsordnung und somit auch an Ampeln nach den Signalen für den Autoverkehr.

Autofahrer dürfen den Schutzstreifen überfahren, solange kein Radfahrer behindert wird. Dies ist besonders dann gegeben, wenn zum Beispiel Begegnungsverkehr herrscht. Zwar dürfen Autos auf Schutzstreifen nicht parken, das Halten bis zu drei Minuten ist aber zulässig. Das Ordnungsamt weist aber darauf hin, dass ein Verlassen des Fahrzeugs den Tatbestand des Parkens erfüllt. So darf der Paketdienst diesen auch nicht als „Auslieferungszone“ für sich beanspruchen. Eine etwaige Ordnungswidrigkeit wird mit 20 € bis 35 € geahndet.

Die Vorteile des Fahrrad-Schutzstreifens sind:

  • Schutzstreifen bieten hohen Fahrkomfort und die Möglichkeit, schnell voranzukommen.
  • Auf Schutzstreifen sind Fahrradfahrer für Autofahrer besser zu sehen, wichtig an Kreuzungen, den häufigsten Unfallorten.
  • Gegenüber dem Mitfahren auf der Fahrbahn haben Schutzstreifen den Vorteil, dass Radfahrer an wartenden Autos (z. B. an Ampeln) bequem vorbei fahren können. Für Verkehrssicherheit ist dies wichtig, weil Radfahrer so aus dem „Toten Winkel“ der Autofahrer heraus in deren Blickfeld vorfahren können.
  • Schutzstreifen helfen, Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern zu vermeiden, wie sie auf Radwegen oder bei erlaubter Nutzung des Gehweges vorkommen können.
  • Schutzstreifen führen dazu, dass Radfahrer seltener in der falschen Richtung, d. h. links der Fahrbahn fahren. Linksfahrende Radfahrer (Falschfahrer) sind überdurchschnittlich oft an Unfällen beteiligt, weil Autofahrer an Einmündungen nicht mit ihnen rechnen.

Nachteil:
Auf Schutzstreifen parken Autos öfter (falsch) und behindern dadurch das Radfahren, denn es gibt wenig Platz zum Ausweichen und Umfahren dieser Autos. Hier hilft nur gegenseitige Rücksicht und das Einhalten der Straßenverkehrsordnung.

Genau das – gegenseitige Rücksichtnahme – ist auch das Anliegen von Bürgermeister Leonhard Helm. „Der Fahrrad-Schutzstreifen ist eine gute Lösung, er bringt mehr Sicherheit für Fahrradfahrer“, ist Helm überzeugt. Er könne natürlich nicht alle Probleme aller Verkehrsbeteiligter lösen. Dies könne auf Dauer nur die Neugestaltung der Frankfurter Straße, die in den nächsten Jahren anstehe.