Königstein im Taunus

Ziegen mähen wieder vor der Burg

Aufgrund des großen Erfolges wird die Ziegenbeweidung rund um die Burg für die nächsten Wochen fortgesetzt.

Wie groß der Appetit der vierbeinigen Rasenmäher war, davon konnten sich die Königsteiner und Königsteiner Bürger beim ersten Mal überzeugen. Was sich ihnen an Grün in den Weg stellte, wurde vernichtet. So konnte sich das Ergebnis nach 2 Wochen wirklich blicken lassen. Um dem Aufwuchs insbesondere auch von kleineren Bäumen Einhalt zu gebieten, werden die gutmütigen, immer hungrigen Tiere nun zum zweiten Mal auf die Fläche losgelassen. Dabei schälen sie vorhandene Jungbäume, die einen sehr geringen Umfang haben. Da schmeckt die Rinde noch besonders gut.

Die 16 Böcke sind Profis, schließlich kennen sie sich vor Ort bereits aus. Es sind zum größten Teil dieselben Tiere, die für das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt fressen. Das Projekt gemeinsam mit der Stadt Königstein wird über 3 Jahre finanziell unterstützt und von Projektleiter Dr. Gerd Strickhausen vom Burgenbüro Strickhausen betreut. Dabei liegt das Augenmerk auf einer Konzepterstellung und Forschungen an den besonders vom Wetter betroffenen Mauerkronen. Ziel ist es Denkmal- und Naturschutz zu vereinen. 

Bei der Umsetzung der Arbeiten um die Burg bieten die Ziegen nun eine wertvolle Unterstützung, denn ihnen sind auch Gebiete zugänglich, die für Menschen nur unter großen Aufwand und zum Teil gar nicht mit Geräten zugänglich sind. die Böcke gelten als ruhige Vertreter im Vergleich zu ihren weiblichen Artgenossen. Daher sind sie vor der Burg wegen des Publikumsverkehrs geeigneter. Dabei gehört die robusten Thüringer Waldziege zu bedrohten Nutztierrasse und steht daher immer noch auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen (GEH).

Doch Jörg George vom Talhof in Usingen sieht täglich nach seinen Schützlingen und versorgt sie, falls notwendig. Den Hundebesitzern sei noch ein kleiner Rat mit auf den Gassigang gegeben, der Zaun sieht nicht nur nach Elektro aus, es ist auch Elektro drin. Es ist also Vorsicht beim Näherkommen geboten. Wer mehr zu den Ziegen erfahren möchte, kann sich an Jörg George wenden oder auf talhof-usingen.de eine wenig schmökern.

Gabriela Terhorst, Magistratsmitglied