Königstein im Taunus

Stadtbibliothek zeigt Ausstellung zur psychosozialen Prävention

Die Stadtbibliothek Königstein ist mehr als eine Bücherausleihe, denn in einer Bibliothek geht es nicht allein um Bücher, sondern um Wissenserwerb und kulturelle Erfahrungen. Es ist ein Ort für Alt und Jung, an dem man sich begegnen, miteinander sprechen und voneinander lernen kann.

Aber man darf sich hier auch genauso gut mit einer Tasse Kaffee zurückziehen, in fremde Welten tauchen und etwas für sich tun. Gerade im stressigen Alltag ist es wichtig, sich Zeit für sein seelisches Wohlbefinden zu nehmen, damit dieses nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Wenn die seelische Gesundheit aus der Balance kommt, spricht man von einer psychischen Störung. Diese können jeden treffen und sind gerade bei jungen Menschen leider auf dem Vormarsch.

Informationen und niedrigschwellige Hilfsangebote sind in diesem Zusammenhang ungemein wichtig. Die Stadtbibliothek Königstein leistet hier einen wichtigen Beitrag zur psychosozialen Prävention und stellt deshalb die Wanderausstellung „Wie geht’s?“ aus. Auf fünf Ausstellungstafeln sind junge Betroffene abgebildet, die in eindringlichen Bildern ihre Probleme darstellen und mitteilen, was ihnen geholfen hat, sich wieder besser zu fühlen. „Wie geht’s?“ informiert über einzelne Krankheitsbilder, deren Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Die Themenschwerpunkte der Tafeln sind: Alkohol, Mobbing in der Schule, Depression, Selbstverletzung und Suizid. Die Darstellungen regen den Betrachter dazu an, über eigene Probleme nachzudenken und in den Austausch mit Freunden, Familie oder Experten zu kommen. Einfach und diskret können sich alle Interessierten informieren, dabei erhalten sie Anregungen, wo es für die eigenen Anliegen Hilfe in ihrer Umgebung gibt.

Erhebungen des Robert-Koch-Instituts in Berlin zur Kinder- und Jugendgesundheit in Deutschland belegen, dass circa. 20 Prozent der unter 18-Jährigen psychische Auffälligkeiten aufweisen. Experten rechnen damit, dass bis zum Jahr 2020 international die psychischen und psychomotorischen Erkrankungen im Kindesalter um mehr als 50 Prozent zunehmen. Das Statistische Bundesamt hat veröffentlicht, dass Haupttodesursache bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren Verkehrsunfälle und Suizide sind.

Die geringe Inanspruchnahme des Hilfesystems durch betroffene Kinder und ihre Familien ist ein international bekanntes Problem. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Unter anderem zählen dazu die Angst, psychisch krank zu sein und stigmatisiert zu werden, die Unsicherheit bei Kindern und ihren Eltern, ob die Verhaltens- und Stimmungsveränderungen bereits behandlungsbedürftig sind, sowie geringes oder fehlendes Wissen über mögliche Versorgungsangebote.

„Wie geht’s“ ist ein Programm von Irrsinnig Menschlich e.V. in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen, sozialpsychiatrischen Verein Perspektiven aus Oberursel, der BARMER und gesundheitsziele.de. Die BARMER ist bundesweiter Präventionspartner. Die Wanderausstellung ist vom 1. bis 29. November im Schaufenster der Königsteiner Stadtbibliothek ausgestellt. Alle, die Interesse daran haben, die Wanderausstellung in ihren eigenen Büro- oder Geschäftsräumen selbst zu zeigen oder mehr erfahren wollen über psychosoziale Präventionsarbeit mit Jugendlichen finden weitere Informationen unter www.perspektivenev.de.