Königstein im Taunus

Neue Obstbäume für den Bangert

Entlang des städtischen Bangertweges sind mit Hilfe des Obst- und Gartenbauvereins Mammolshain (OGV) und der Jagdgenossenschaft Königstein neue Obstbäume gepflanzt worden, die nun in voller Blüte stehen.

Aufgrund seiner reich strukturierten Bereiche und der extensiven Nutzung zeichnet sich der Bangert durch eine hohe Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren aus. Anfang der 70iger Jahre hatte man für den Naturschutz und die besondere Bedeutung dieser alten Kulturlandschaft noch wenig Verständnis. Damals war geplant, den Bangert mit Wohngebäuden zu bebauen – für insgesamt 2.300 Menschen. Nach massivem Widerstand durch die Königsteiner Bevölkerung wurden schließlich die Planungen ad acta gelegt. 2004 wurde der Bangert zusammen mit dem Rombachtal unter Schutz gestellt als sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet). FFH-Gebiete sind besondere europäische Schutzgebiete für Pflanzen (Flora) und Tiere (Fauna) und deren Lebensräume (Habitate). Der Bangert und das Rombachtal stellen mit 80 ha ein ausgedehntes Schutzgebiet dar.

Artenvielfalt in Bangert

Im Bangert kommen Borstgrasrasen, Pfeifengras- und Glatthaferwiesen, Feuchtbrachen und Gehölzbestände unterschiedlicher Ausprägung vor. Sie sind Lebensräume für zahlreiche seltene und bestandsgefährdete Pflanzen- und Tierarten. Hervorzuheben ist z. B. das Vorkommen des Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling sowie des Stattlichen Knabenkrauts.

Doch auch Obstbäume haben ein begrenztes Alter – in der Regel zwischen 80 und 120 Jahren. Irgendwann bricht der Baum zusammen oder es steht nur noch ein Reststamm. Entlang des städtischen Bangertweges sind nun in der Obstbaumreihe einige Lücken entstanden.

Im vergangenen Jahr entschied daher die Jagdgenossenschaft Königstein in ihrer Versammlung Gelder für Nachpflanzungen von hochstämmigen Obstbäumen entlang des Bangertweges zur Verfügung zu stellen, um die entstandenen Lücken in der Obstbaumreihe wieder schließen zu können. Den Löwenanteil der Kosten trug die Jagdgenossenschaft, die Stadt beteiligte sich ebenfalls zu einem gewissen Anteil. Die zuständigen Behörden, die Obere Naturschutzbehörde, das Amt für den ländlichen Raum sowie die Untere Naturschutzbehörde gaben ihr Einverständnis und auch der Pächter der städtischen Wiese, Dr. Peter Haug, war einverstanden.

Heimat für bedrohte Tiere

Neben den extensiv genutzten Wiesen (ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr) sind auch die Streuobstwiesen sowie Reihen der hochstämmigen Obstbäume wichtige Lebensräume für zahlreiche bedrohte Tiere wie beispielsweise Garten- und Siebenschläfer, Haselmaus, Fledermause, Grün- und Buntspecht und dergleichen mehr. Die mit Flechten und Moosen überzogenen Stämme, die Äste, Zweige und Blätter bieten vielfältige Verstecke und Nahrung für zahlreiche Tiere. Besonders die alten Bäume sind durch ihr Totholz, diverse Rindenspalten und Baumhöhlen von besonderer Bedeutung für Kleinlebewesen und Vögel.

Der Obst- und Gartenbauverein Mammolshain, der schon in der Vergangenheit bereits im Auftrag der Stadt Pflegeschnitte an Altbäumen durchgeführt und auch ein Kataster der vorhandenen Obstbäume sowie der Lücken erstellt hatte, konnte für die Nachpflanzungen gewonnen werden. Insgesamt sind Ende vergangenen Jahres vom OGV 20 hochstämmige Obstbäume entlang des Bangertweges neu gepflanzt worden. Dabei handelt es sich um alte Kultursorten wie zum Beispiel die Rote Sternrenette, den Kloppenheimer Streifling oder den Heuchelheimer Schneeapfel. Es sind traditionelle Ess- und/oder Mostsorten, die robust und für diesen Standort geeignet sind. Somit stehen nun entlang des Bangertweges wieder insgesamt 47 hochstämmige Obstbäume.

Der herzliche Dank gilt der Jagdgenossenschaft Königstein, die den größten Teil der Kosten getragen haben, den Mitarbeitern der zuständigen Behörden, dem Pächter und natürlich auch dem OGV, der nicht nur die Nachpflanzungen durchgeführt hat, sondern auch kostenlos die Altbäume geschnitten hat.

Bildunterschrift:
Von rechts: Bernd Krämer und Werner Plescher vom OGV, Manfred Preu (Jagdgenossenschaft), städtische Umweltbeauftragte Birte Sterf, Bürgermeister Leonhard Helm und Ina-Sabine Bohlmann, Fachdienstleiterin der städtischen Liegenschaftsverwaltung.