Königstein im Taunus

„Unser Königsteiner Herz ist voller Unruhe“

Dieses Zitat des evangelischen Hofpredigers Karl Bender beschreibt die Stimmung in der gesamten Königsteiner Bevölkerung. während des ersten Weltkriegs (1914-1918). Nur drei Wochen nach dem deutschen Kriegseintritt am 1. August 1914 fiel der erste Königsteiner Soldat. Bereits mit Kriegsbeginn wirkte sich der Krieg in unglaublichem Ausmaß auf alle Bereiche des täglichen Lebens aus.

Das Ende des ersten Weltkriegs 1918, der die Weichen für die nachfolgenden Katastrophen des 20. Jahrhunderts stellte, war Anlass für Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer und Stadtarchivarin Beate Großmann-Hofmann, sich in einem gemeinsamen Vortrag am Samstag, 8. September, mit Königstein in jenen dunklen Jahren 1914-1918 zu befassen.

Anhand der „Feldpostbriefe“ des evangelischen Pfarrers Karl Bender und der zeitgenössischen Zeitungen geht Pfarrerin Stoodt-Neuschäfer unter anderem auch der Frage nach, wie sich die evangelische Kirchengemeinde im ersten Weltkrieg positionierte.

Die städtischen Archivalien und die Protokollbücher jener Zeit werden von Beate Großmann-Hofmann ausgewertet: Lebensmittelkarten konnten nur im Rathaus eingelöst werden und „für den Krieg“ gesammelt wurde nahezu alles: Geld, von kirchlichen Frauenvereinen selbst gestrickte Socken und Schmuck. Metalle, zum Beispiel Dachkupfer, und Kirchenglocken wurden beschlagnahmt, auch war Königstein Sammelstelle für Glocken aus der Umgebung. Und beinahe wäre auch das Herzog-Adolph-Denkmal „einkassiert“ worden…

Beginn im Herzogin-Adelheid-Saal im Burgweg ist um 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.