Königstein im Taunus

„Same procedure…“ – wenig hilfreiches Dauerklagen

„Same procedure as every year“, beklagt Elternbeiratsvorsitzende Sonja Breustedt in ihrem Leserbrief zum Thema Hortplätze in der letzten Königsteiner Woche. „Allerdings, dieses Statement können wir nur unterstreichen“, antwortet Bürgermeister Leonhard Helm.

Jedes Jahr vor den Sommerferien folge Leserbrief auf Leserbrief von Eltern und interessierten Gruppen zu diesem Thema – und wie in jedem Jahr würden alle angemeldeten Kinder, so auch dieses Jahr wieder, einen Hortplatz bekommen. „Auch ohne wöchentliche Leserbriefe ist uns diese Thematik vollkommen bewusst, wir brauchen diese ständige Erinnerung wahrlich nicht“, sagt Helm und macht klar, dass die Verwaltung an Lösungen konzentriert arbeite.

Im Übrigen möge die Ansicht mancher Elternvertreter bestehen, dass hier die Stadt rechtlich in der Pflicht sei. Dazu würden auch Paragraphen bemüht. „Aber hier irrt die Autorin“, klärt der Jurist Helm auf. „Für die kreisangehörigen Kommunen ist die Bereitstellung von Hortplätzen nach wie vor ein freiwilliges Angebot. Der von Frau Breustedt zitierte § 24 Abs. 4 SGB VIII verpflichtet vielleicht die Träger der öffentlichen Jugendhilfe. Nach § 69 SGB VIII werden die Träger der öffentlichen Jugendhilfe vom Landesrecht bestimmt. Dieses legt in § 5 des Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuches (HKJBG) fest, dass dies in Hessen die Landkreise sind“, erläutert der Bürgermeister.

Obwohl also die Stadt Königstein nicht verpflichtet sei, Hortplätze zu schaffen, setze sie alle Kräfte in Bewegung, genau dieses zu tun. Wie bereits in den vergangenen Jahren sei diese Aufgabe komplex und aufwendig. Das bekannte Problem der Knappheit an geeigneten Immobilien in Königstein werde durch einen leergefegten Markt an Erziehern oder Erzieherinnen noch weiter erschwert. Dennoch sei eine Lösung bereits in Sicht. Aber die Stadt bemühe sich nicht nur um irgendeine, sondern um eine gute Lösung. Denn es könne ja nicht nur darum gehen, die Kinder zu verwahren, sondern den hohen erzieherischen Standard der Königsteiner Horte aufrecht zu erhalten. „Das haben wir bisher geschafft - obwohl wir das Angebot an Schulkinderbetreuung in den letzten zwölf Jahren gemeinsam mit dem Kreis und anderen Trägern von unter hundert auf etwa 400 Plätze erhöht haben.“