Königstein im Taunus

Königsteiner Burg wird vermessen

Zwischen Montag, 16., und Donnerstag, 19. April, werden etwa 65 Studenten der Hochschule Rhein-Main mit der bauwissenschaftlichen Vermessung der Burg beginnen.

Unter Leitung ihres Dozenten Jens Jost und als praktische Vermessungsübung im Fachbereich „Baugeschichte, Bauaufnahme, Denkmalpflege, Bauerhaltung und Umnutzung“, geleitet von Professor Dr.-Ing. Corinna Rohn, wird nun unter Betreuung durch das Bauamt der Stadt Königstein mit einer Detail-Bauaufnahme der Burg begonnen. Für die Besucher kann es dadurch stellen- und stundenweise zu gewissen Einschränkungen kommen.

Das Ziel des Projektes ist es, innerhalb der nächsten drei Semester-Übungen einen detaillierten Plan der Burg zu erstellen, der allen denkmalpflegerischen und bauhistorischen Belangen genügt. Es ist, abgesehen von einer Teileinmessung durch die Stadt vor einigen Jahren wegen des Sicherheitskonzeptes auf der Burg, die erste detaillierte Vermessung seit 1791. Damals, fünf Jahre vor der Sprengung der Burg durch die französische Armee, hatte der Mainzer Kurfürst seinen Architekten Francois Ignace Mangin beauftragt, wegen der drohenden Kriegsgefahr mit dem revolutionären Frankreich die Festung zu dokumentieren. Man überlegte, sie wehrtechnisch auf den neuesten Stand zu bringen: „Diese Pläne“, erläutert Rolf Krönke, dessen Verein für Heimatkunde die Aktion der Hochschule ebenso unterstützt wie der Verein Terra Incognita e.V., „sind zwar für ihre Zeit sehr exakt, aber sie geben eben den heutigen Zustand der Burg nicht wieder. Außerdem können wir mit Maßen in Schuh wohl auch nichts mehr anfangen. Eine Neu-Aufmessung ist also eine gute Sache“, so Krönke.

Am Mittwoch, 18. April, stehen Prof. Dr. Corinna Rohn, Dozent Jens Jost, Rolf Krönke und Christoph Schlott zwischen 18.30 Uhr und 19.30 Uhr im Balkonzimmer der Villa Borgnis für Fragen aus der Bevölkerung zur Verfügung. In einem kleinen Vortrag werden die alten und neuen Pläne erläutert, versehen mit Vergrößerungen und einigen historischen Exponaten: „Es wird kein Vortragsabend, aber doch eine hoffentlich informative und kurzweilige Stunde“, erläutert Schlott von Terra Incognita e.V. Für die Stadt Königstein bedeutet das Engagement der Hochschule unverhoffte Schützenhilfe, entsteht hier doch ein Gesamtplan, der wohl aus städtischen Mitteln sonst kaum zu finanzieren gewesen wäre. Dafür werden die leichten Einschränkungen für wenige Tage wohl gerne in Kauf genommen. Schließlich werden hier Studenten ganz altmodisch „von Hand und mit Schnüren“ ebenso vermessen wie mit modernstem Gerät.

Bildunterschrift:
Bei kaltem Wetter war ein „Vortrupp“ der Hochschule Rhein-Main schon Mitte März auf der Burg unterwegs: Laser-Vermessung der Gewölbe. Foto: Christoph Schlott